Dramatisch steigende Stahlpreise belasten Stahlverarbeiter

Düsseldorf/Hagen, (PresseBox) - Die Unternehmen der Stahl verarbeitenden Industrie sind derzeit mit dramatisch stei-genden Stahlpreisen konfrontiert. In den vergangenen Wochen ist es bei fast allen Stahlerzeugnissen zu einer regelrechten Preisexplosion gekommen. „Unsere Unter-nehmen haben einen Materialkostenanteil von durchschnittlich 60% und werden da-her mit voller Wucht von dieser Entwicklung getroffen. Nicht nur die Erträge, sondern auch die kurzfristige Liquidität sind bedroht", so WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer.

Die Höhe und Schnelligkeit des Stahlpreisanstiegs überrascht viele Unternehmen. „Häufig wird über die weltweiten Überkapazitäten und die Krise am Stahlmarkt gesprochen, da passen durch die Decke schießende Stahlpreise erst einmal nicht ins Bild – trotzdem sind sie Realität für Stahlverarbeiter auf der ganzen Welt", betont Vietmeyer.

Am stärksten betroffen sind Flachstahlerzeugnisse wie Bleche. Am Spotmarkt kostet das Re-ferenzprodukt Warmbreitband aktuell um die 570,- €/t – vor einem Jahr hatte der Preis noch bei ca. 330,- €/t gelegen. Vor allem ab November 2016 sind die Preise steil gestiegen und haben mittlerweile den höchsten Stand seit 2011 erreicht. Anfang des Jahres 2017 hat der Anstieg zwar etwas an Dynamik verloren, in den ersten Wochen des Jahres zeigte die Preis-kurve aber weiter nach oben. Wie lange die Preise noch steigen werden, ist offen.

Aber auch bei Langprodukten wie zum Beispiel Walzdraht sind die Preise gegenüber dem Vorjahr kräftig gestiegen. Preiserhöhungen im dreistelligen Eurobereich sind keine Seltenheit. Die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Erzeugerpreise für Walzstahl lagen im Januar um 15% über dem Vorjahr und haben den höchsten Stand seit 2014 erreicht. „Dies zeigt, dass Stahl auf breiter Front teurer geworden ist", so Vietmeyer.

Die Gründe für den Preisanstieg sind vielfältig und gehen überwiegend vom Weltmarkt aus. Für die Stahlverarbeiter in Deutschland gibt es daher keine Ausweichmöglichkeit. Der wich-tigste Auslöser waren die gegenüber den Vorjahren deutlich erhöhten Preise der für die Stahlerzeugung wichtigen Rohstoffe. Die Preise für Kokskohle hatten sich 2016 mehr als ver-vierfacht. Die Preise für Eisenerz haben sich innerhalb eines Jahres verdoppelt und notieren aktuell auf einem Zweieinhalbjahreshoch.

Neben den Preisen ist bei einigen Stahlerzeugnissen auch die Versorgung zu einem Problem geworden. Am EU-Markt wird zum Beispiel bei verzinkten Blechen schon seit Monaten über lange Lieferzeiten und Versorgungsprobleme berichtet. Aufgrund von Antidumpingmaßnah-men der EU machen sich zudem viele Markteilnehmer Sorgen, dass sich die Situation wegen ausbleibender Importmengen in den kommenden Monaten noch verschärfen könnte.

WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V

Die Stahl und Metall verarbeitende Industrie in Deutschland, das sind: rund 5.000 vorwiegend familiengeführte Betriebe, die mit über 400.000 Beschäftigten 80 Milliarden Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften. Die Unternehmen beschäftigen im Durchschnitt 100 Mitarbeiter und sind mit Abstand die wichtigsten Kunden der Stahlerzeuger.

Die Branche zeichnet sich durch hohe Spezialisierung und Wettbewerbsintensität aus. Die Unternehmen fertigen für die internationalen Märkte der Automobil-, Elektro- und Bauindustrie, den Maschinenbau und den Handel.

Der WSM ist Dachverband für 15 Fachverbände. Zusammen bündeln sie die Interessen einer der größten mittelständischen Branchen in Deutschland und sind Sprachrohr für deren wirtschaftspolitische Vertretung auf Länder-, Bundes- und Europäischer Ebene. Sie suchen den Ausgleich mit marktmächtigen Abnehmern und Lieferanten aus Industrie und Handel. Und sie fordern bessere Rahmenbedingungen für Wachstum, Dynamik und Wettbewerb - ob bei Steuern, Abgaben, Recht, Forschung, Umwelt, Energie oder Technik.

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