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Pressemitteilung BoxID: 437134 (Wolf GmbH)
  • Wolf GmbH
  • Industriestr. 1
  • 84048 Mainburg
  • http://www.wolf.eu
  • Ansprechpartner
  • Karl-Heinz Knoll
  • +49 (8751) 74-1215

"Eine Stopp and go-Förderpolitik ist kontra-produktiv"

MdB Sebastian Körber zu Gast in Mainburg

(PresseBox) (Mainburg, ) Die Wolf GmbH zählt zu den führenden und innovativen Systemanbietern für Heizung, Klima, Lüftung und Solar weltweit und zu einem Vorzeigeunternehmen der Branche in Bayern und ganz Deutschland. Grund genug für Sebastian Körber, Mitglied des Deutschen Bundestages und baupolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion dem Unternehmen einen Besuch abzustatten. Gemeinsam mit Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär, Heizung und Klima mit Sitz in St. Augustin/Köln-Bonn kam der bayerische Bundestagsabgeordnete diese Woche zu einem Informationsbesuch nach Mainburg.

Nach einer persönlichen Begrüßung durch Bernhard Steppe, Sprecher der Geschäftsleitung bei Wolf, und Karl-Heinz Knoll, Bereichsleiter Marketing, standen zunächst eine Unternehmens-vorstellung sowie eine ausführliche Werksführung auf dem Programm. Bernhard Steppe stellte dem Bundestagsabgeordneten die verschiedenen Anlagensysteme aus dem Hause Wolf für Einfamilienhäuser, Gewerbe- und Industriebau bis hin zur Fernwärme durch Blockheizkraftwerke vor. "Alle unsere Systeme sind kombinierbar mit Solarthermie, Speichermedien und Regelungstechnik. Das bringt höchste Effizienz, ist klimaschonend und amortisiert sich in kürzester Zeit", betonte Steppe.

Sebastian Körber, selbst Architekt, zeigte sich begeistert: "Für meine Aufgabe als baupolitischer Sprecher ist es wichtig für mich nicht nur den Kontakt zu den Handwerkern zu haben, sondern auch zur Industrie. Ich muss wissen, welche Produkte und Konzepte es gibt, um die energetische Sanierung vorantreiben zu können, um dieses Wissen in die politische Aufklärungs- und Gesetzgebungsarbeit einfließen lassen zu können", so der Bundestagsabgeordnete.

Zentraler Tagesordnungspunkt auf der Agenda des Treffens war zudem ein Gedankenaustausch zu aktuellen energiepolitischen Themen, wie Förderprogramme, Sanierungsträgheit im Bereich Heizung, Einsparpotentiale im Bestand, Energieberatung oder Energiepass. Bernhard Steppe machte deutlich, dass große Anstrengungen nötig seien, um die hochgesteckten Effizienz- und Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. "Wenn wir im derzeitigen Sanierungstempo in Deutschland weitermachen, haben wir alle alten Heizungsanlagen erst in 34 Jahren erneuert. Es ist einfach viel zu wenig, jährlich nur 500.000 Anlagen zu ersetzen, wenn wir 17 Mio. alte Anlagen haben. Die Effizienz- und Klimaziele werden wir so nicht erreichen", so Steppe. Der Wolf-Geschäftsführer mahnt daher zu verbesserten und verlässlicheren politischen Rahmenbedingungen: "Eine Stopp and go-Förderpolitik ist kontraproduktiv. Was wir als Hersteller brauchen und was die Bürgerinnen und Bürger benötigen sind verlässliche und unbefristete Förderungen", sagte Bernhard Steppe. Eine Einschätzung, die auch Elmar Esser teilt: "Die Energiewende in Deutschland muss im Heizungskeller beginnen. Über 40% der Energie wird im Gebäudebereich verbraucht, aber 77% der Heizungsanlagen arbeiten nicht effizient. Und ausgerechnet in diesem Bereich sind die Förderungen undurchsichtig und nicht verstetigt", so Esser. "Eine verlässliche Förderpolitik ist auch für den Fachhandwerker und die Industrie wichtig, um Planungssicherheit in den Betrieben zu haben. Auch die Kommunen haben große Probleme."

Aus Sicht Sebastian Körbers könnten auch steuerliche Anreize für den Immobilienbesitzer notwendige Impulse für die energetische Sanierung auslösen. "Der durchschnittliche Immobilienbesitzer ist Mitte Fünfzig. Der will keine Darlehen oder Kredite mehr aufnehmen. Er hat in der Regel das Geld für die Maßnahmen. Was ihm hilft und was attraktiv für ihn ist, ist ein Steuervorteil für sein Engagement", so die Begründung des Bamberger Bundestagsabgeordneten.

Auf die Frage, wie man mittelfristig die Energieträger Öl und Gas ersetzen und erneuerbare Energie fördern könne, machte Bernhard Steppe deutlich, dass derzeit ein Energiemix ratsam sei, um die bestmögliche Effizienz zu erreichen. "An Solartechnik kommt sicher niemand mehr vorbei. Die Einbindung von Solarthermie in Heizanlagen ist Voraussetzung für eine regenerative Gesamtbilanz. Dennoch sind Öl und Gas aktuell noch unverzichtbar", bekräftigt Steppe. "Durch das Betreiben modernster Brennwert-Anlagen mit Biogas oder Bio-Öl hat man die aus heutiger Sicht effizientesten Lösungen. Das gilt sicher auch noch für die nächsten Jahre. Biomasse- und Wärme-pumpentechnik sind die Alternative der Zukunft, wie auch die Steigerung der Komfortqualität und der Wärmerückgewinnung durch Lüftung und Kühlung", so Steppe.

Einigkeit herrschte beim Thema Energieberatung und Energiepass. Alle Beteiligten sehen in diesem Bereich noch deutliches Optimierungspotenzial. "Die Initiative ist ja gut gemeint, läuft derzeit aber im Leerlauf, da niemand so richtig die Abläufe kennt und weiß wer ihn ausstellen kann oder darf und vor allem, was man damit anfangen soll", kritisierte Elmar Esser. Und auch Bernhard Steppe findet: "Der Energieausweis ist eine gute Maßnahme, aber in der Handhabung zu kompliziert. Um aus dem stumpfen Schwert eine scharfe Waffe zu machen, muss der Energieausweis verbindlich und in diesem Zuge Sanierungen mit heutigen Technologien vorangetrieben werden", so Steppe.