Netzwerk Fachkräftesicherung und -gewinnung Vorpommern gegründet

Arbeitsmarktakteure der Region machen sich gemeinsam stark

Greifswald, (PresseBox) - Um dem wachsenden Fachkräftemangel koordinierter und effizienter entgegen zu treten, haben sich auf Initiative der Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) Vorpommern mbH elf arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Akteure der Region zu einem „Netzwerk Fachkräftesicherung und -gewinnung Vorpommern“ zusammengeschlossen. Dem Netzwerk, welches sich am 13. Juni zur ersten Arbeitssitzung traf, gehören derzeit folgende Institutionen und Einrichtungen an:


die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern,
die IHK zur Rostock,
die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern,
die Agentur für Arbeit Greifswald,
das Jobcenter Greifswald Nord,
die Agentur für Arbeit Stralsund,
der Eigenbetrieb Jobcenter des Landkreises Vorpommern-Rügen,
die Kreishandwerkerschaft Vorpommern-Greifswald,
die Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern,
die Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald mbH und
die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH.


Die Partner betrachten die sinkende Verfügbarkeit von Fachkräften, bedingt einerseits durch die wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften durch eine dynamische Wirtschaftsentwicklung, andererseits durch demografische Entwicklungen und der Alterung in der Belegschaft, als eine der größten Herausforderungen der regionalen Entwicklung, der man nur gemeinsam begegnen kann.

In regelmäßigen Arbeitstreffen sollen nun ein gemeinsamer strategischer Handlungsrahmen entwickelt werden, der zu einer Verstetigung, Intensivierung und Weiterentwicklung von Maßnahmen und Projekten zur Fachkräftesicherung und -gewinnung führen soll.

Während des ersten Arbeitstreffens wurde schon deutlich, wie wichtig das Netzwerk sein wird: viele Teilnehmer waren beeindruckt über die zahlreichen Aktivitäten und auch Planungen der anderen Akteure. Im Vorfeld wurden im Rahmen einer ersten Abfrage bereits über 130 Maßnahmen und Aktivitäten ermittelt, die im Jahr 2017 von den Partnern organisiert, durchgeführt oder begleitet werden.

Im Ergebnis wurden als erste Vereinbarungen zwei Handlungsfelder als vordringlich definiert. Um die zahlreichen Job-, Ausbildungs- und Berufsmessen, die in Vorpommern stattfinden, zu optimieren und besser zu koordinieren, soll ein Jahresplan erstellt werden, der sowohl von den Organisatoren, Veranstaltern und Unternehmen für die Planung wie auch als Information für Teilnehmer (Schulabgänger, Jobsuchende, Arbeitslose) genutzt werden kann. Die Erfahrungen und Wünsche von regionalen Unternehmen an Jobmessen sollen gleichzeitig im Rahmen einer Befragung ermittelt werden. Das Netzwerk hofft, so ein gut abgestimmtes und sowohl aus Unternehmens- wie auch Bewerbersicht optimiertes Messeangebot schaffen zu können.

Alle Netzwerkpartner halten außerdem ein verstärktes regionales Fachkräftemarketing für dringend notwendig und sinnvoll und wollen auch hier ihre Ressourcen bündeln. Sowohl innerhalb der Region als auch nach außen in andere Bundesländer und Nachbarstaaten sollen die Arbeits- und Karrieremöglichkeiten, die Vorpommern inzwischen zu bieten hat, stärker kommuniziert und damit ein besserer und höherer Bekanntheitsgrad und ein Imagewandel für Vorpommern erzeugt werden. Ein einheitliches regionales Fachkräftemarketing mit konkreten Maßnahmen wie ein verbesserter Onlineauftritt, die breitere Verteilung des Fachkräftemagazins „anbord“ und andere Aktivitäten werden zukünftig in dem Netzwerk koordiniert und konzipiert.

Der parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann äußert sich positiv zum „Netzwerk Fachkräftesicherung und –gewinnung Vorpommern“: „Dem wachsenden Fachkräftebedarf gerecht zu werden, das ist eines der ganz großen Themen, wenn wir Vorpommern in den nächsten Jahren weiter voranbringen wollen. Deshalb freue ich mich sehr, dass sich jetzt dieses Netzwerk gegründet hat, bei dem alle relevanten Akteure ihre Kräfte bündeln. Die ersten Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit sind richtig gesetzt: Die vorhandenen Angebote besser aufeinander abzustimmen und noch stärker für die guten Möglichkeiten zu werben, die die Unternehmen in Vorpommern Auszubildenden und Fachkräften bieten – das sind zwei ganz zentrale Felder. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und werde das Bündnis nach Kräften unterstützen.“

Von den Partnern äußerte sich Jens Rademacher, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock wie folgt: "Mangelnde Fachkräfte sind seit Jahren das größte Hindernis unseres Bundeslandes. Die Unterstützung von überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen kann uns nur gemeinsam gelingen. Um Unternehmen und künftige Fachkräfte möglichst frühzeitig miteinander in Kontakt zu bringen führt die IHK zu Rostock seit zehn Jahren sehr erfolgreich den Tag der Ausbildung im gesamten IHK-Bezirk durch. Junge Menschen können gemeinsam mit ihren Eltern potenzielle Ausbildungsbetriebe besichtigen."

„Fachkräfte finden, binden und qualifizieren. Unter diesen drei Aspekten redet die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern nicht nur über das Thema, sondern leistet seit Jahren für die regionale Wirtschaft sehr konkrete Beiträge, um die Firmen bei der Bewältigung des Fachkräfteproblems zu unterstützen“, macht Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern klar. „Das Spektrum der IHK-Leistungen ist breit: Dazu gehört die seit neun Jahren veranstaltete Lehrstellenbörse, die dazu dient, Unternehmen und künftige Auszubildende direkt während einer Messe zusammen zu führen. Als langjähriger Mit-Initiator von ‚Durchstarten in MV‘ sorgt die Kammer auch auf diesem Wege dafür, dass die jungen Menschen im Land wissen, wo sie in der Region ihre berufliche Zukunft gestalten können. Das gleiche Ziel verfolgt die IHK auch mit ihrem im Vorjahr gestarteten ‚Karrieremonitor“, der inzwischen an 20 Gymnasien der Region die Schülerinnen und Schüler live über Ausbildungsmöglichkeiten und berufliche Chancen zwischen Stettiner Haff und Müritz informiert. Auch bei der Erschließung von Arbeitskräfte-Potentialen, die bereits in den Firmen ‚schlummern‘, geht die IHK voran. Das Stichwort dazu lautet ‚berufsanschlussfähige Teilqualifikation‘.

Zum neuen Netzwerk meint Heiko Miraß, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Greifswald, „Wachstum und Bestandssicherung der vorpommerschen Unternehmen hängen in hohem Maße von der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte ab. Dazu müssen wir die Kräfte aller regionalen Partner bündeln“, und sein Stralsunder Agentur-Kollege Dr. Jürgen Radloff ergänzt: „Die Sicherung qualifizierter Arbeitskräfte ist eine Aufgabe für die gesamte Region. Daher sind natürlich auch die Arbeits­agenturen mit ihrer langen Erfahrung als starker Partner beteiligt.“

Hauptgeschäftsführer Jens-Uwe Hopf von der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern sieht dies ähnlich. „Das Thema Fachkräftesicherung ist aufgrund der demografischen Entwicklung ein gemeinsames Thema, das von der Lehrlings- und Mitarbeitergewinnung bis zur Sicherung der Nachfolge in den regionalen Unternehmen reicht. In einem Netzwerk können die Potentiale zur Fachkräftegewinnung noch effizienter erschlossen und die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes über die Region hinaus weiter erhöht werden“, so Hopf.

„Letztlich geht es auch darum, die verfügbaren Ressourcen effektiver einzusetzen, Doppel- und Parallelarbeiten zu vermeiden und die Effizienz unseres Handels zu steigern“, kommentiert schließlich Rolf Kammann, der Geschäftsführer der WFG Vorpommern, das neue Netzwerk.

Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH

Die Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) Vorpommern mbH ist wichtiger Impulsgeber für den Wirtschaftskreislauf, fördert die Unternehmensentwicklung in ganz Vorpommern und sichert die Zukunft des Wirtschaftsstandortes. Gemeinsam mit starken Partnern ist die WFG Vorpommern ausgerichtet auf Investorenakquise und Ansiedlungsbegleitung, Betreuung von Bestandsunternehmen, Standortvermarktung und Imagepflege sowie Projektentwicklung und -management. Das für Unternehmen kostenfreie Leistungsangebot erstreckt sich von Standort- und Objektrecherche über Beratung zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.

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