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Pressemitteilung BoxID: 375477 (Westdeutscher Handwerkskammertag)
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Handwerkskammern setzten auf neue Schulstruktur im nordrhein-westfälischen Schulsystem

(PresseBox) (Düsseldorf, ) Anlässlich der Herbst-Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT) haben sich die Handwerkskammern zur zukünftigen Schulpolitik in NRW positioniert. Bei insgesamt fünf Kernbereichen konnten und wollten sie die Frage der Gliedrigkeit des Schulsystems nicht ausklammern, denn sowohl WHKT als auch die einzelnen Kammern sind als Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Handwerk in der aktuellen schulpolitischen Diskussion gefragte Gesprächspartner aller bildungspolitischen Akteure.

Nachfolgend einige Kernaussagen der WHKT-Position, die unter www.handwerk-nrw.de/positionen auch zum Download bereit steht:

"Der Schlüssel für gute Schulen sind gute Lehrkräfte ... Damit Lehrkräfte sich auf ihre pädagogischen Tätigkeiten konzentrieren können, brauchen Schulen interdisziplinäre Teams aus Sozialarbeitern, Motopäden, Logopäden, Psychologen und Berufsberatern ... Eine solche Personalerweiterung an Schulen ist unverzichtbar ...

Die strikte Trennung von innerer (Lehrkräfte) und äußerer (Gebäude, Ausstattung, Hausmeister) Schulangelegenheit muss überwunden werden.

Unser Bildungssystem muss ab dem frühen Kindesalter die Funktionen erfüllen, zu erziehen, Wissen zu vermitteln und die Kinder und Jugendliche zu beraten und zu betreuen. Deshalb kommt den Ganztagsschulen eine immer wichtigere Bedeutung zu, denn nicht jeder kann oder will sich fördernd um seine eigenen Kinder kümmern.

Für die Schule muss sehr viel stärker als bisher der richtige individuelle »Anschluss« für eine nachfolgende berufliche Ausbildung oder ein Studium im Vordergrund stehen als die Orientierung an Schulabschlüssen. ... Dabei kommt der beruflichen Orientierung der Jugendlichen eine ganz zentrale Rolle zu ...

Die demografische Entwicklung in Nordrhein-Westfalen und das Schulwahlverhalten der Eltern werden NRW zu einer Neujustierung der Schulstruktur zwingen. ... Die Handwerkskammern sehen in der Zukunft eine neue Schulform, in der Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen verschmelzen. Diese »Regionalschule« steht neben dem beizubehaltenden Gymnasium und eröffnet nach dem erfolgreichen Absolvieren der 10-jährigen Pflichtschulzeit (mit einem eigenen Abschluss) den Weg in die duale Berufsausbildung. Alternativ kann in einer dieser Schulform eigenen Oberstufe das Abitur in drei weiteren Jahren erworben werden."

Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler sind für das überproportional stark ausbildende Handwerk von besonderer Bedeutung. Personalausstattung, Finanzierung, individuelle Förderung, Berufsorientierung und Schulstruktur sind entscheidende Kernbereiche der Schulpolitik, wozu sich die Handwerkskammern deshalb äußern. Zudem ist eine Schule vor Ort ein entscheidender Standortfaktor für Betriebe in ländlichen Regionen.