Webasto investiert weiter in die Mobilität der Zukunft

Umsatz wechselkursbereinigt auf Vorjahresniveau / Hohe Investitionen in neue Technologien und neue Geschäftsfelder / Neue Organisation als Rückgrat der strategischen Weiterentwicklung

(PresseBox) ( Stockdorf/München, )
„2018 war kein begeisterndes, aber ein sehr wichtiges Jahr der Weichenstellung für Webasto“, erklärte Dr. Holger Engelmann, Vorsitzender des Vorstands, Webasto SE, im Rahmen des diesjährigen Jahrespressegesprächs des Automobilzulieferers in München.

Der Umsatz der Webasto Gruppe lag 2018 erstmals nach vier Jahren des Wachstums mit 3,4 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahr (wechselkursbereinigt auf Vorjahresniveau). Dabei entfielen auf das Geschäft mit Schiebe-, Panorama- und Cabriodächern 2,8 Milliarden Euro (82 Prozent), auf Heiz- und Klimalösungen knapp 600 Millionen Euro (17 Prozent) und knapp 20 Millionen Euro auf den Start-up Bereich – hier vor allem auf das Geschäft mit Ladelösungen (ein Prozent). Regional betrachtet entfielen 2018 42 Prozent des Umsatzes der Webasto Gruppe auf Asien, 41 Prozent auf Europa und 17 Prozent auf Americas. Damit lag der Umsatz in Asien erstmals leicht über dem in Europa erzielten. Begründet wird dies durch die anhaltend positive Entwicklung des Unternehmens in China: Hier konnte der Umsatz 2018 gegen den Markttrend um mehr als sechs Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro gesteigert werden.

Im Geschäftsjahr 2018 stand die Stärkung der Technologieführerschaft zur langfristigen strategischen Weitentwicklung der Unternehmensgruppe im Vordergrund. So wurden für Forschung & Entwicklung 271 Millionen Euro aufgewendet, was einer Steigerung von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Wesentlichen flossen die Mittel in die Produktentwicklung für Batteriesysteme, Ladestationen und elektrisches Heizen, die Stärkung der Mechatronik-Kompetenz sowie Aktivitäten in der Vorentwicklung in allen Geschäftsbereichen.

Vor dem Hintergrund der langfristigen Ausrichtung auf die Zukunft erhöhten sich auch die Investitionen in Gebäude und Anlagen. Insgesamt investierte die Webasto Gruppe im vergangenen Jahr 248 Millionen Euro – 40 Prozent mehr als 2017. Die Schwerpunkte lagen im Auf- und Ausbau von Produktionskapazitäten in allen Regionen – sowohl im Kerngeschäft als auch in den neuen Geschäftsfeldern. „Wie im vergangenen Jahr angekündigt, investieren wir innerhalb von drei Jahren insgesamt 600 Millionen Euro in unsere strategische Weiterentwicklung“, bestätigte Engelmann die langfristige Ausrichtung der Unternehmensgruppe. „Im ersten Jahr haben wir mit rund 210 Millionen Euro bereits gut vorgelegt.“ Aufgrund der hohen Zukunftsinvestitionen fiel die Umsatzrendite mit 5,9 Prozent – nach mehreren Jahren der Steigerung – unter das Niveau des Vorjahres (7,1 Prozent).

Gestiegen ist die Anzahl der Mitarbeiter: Im Vergleich zum Vorjahr um gut fünf Prozent. „Wir investieren im Zuge unserer strategischen Weiterentwicklung auch in den Auf- und Ausbau von wichtigen Fachkompetenzen,“ betonte Dr. Engelmann. Die meisten neuen Kolleginnen und Kollegen arbeiten in den neuen Geschäftsfeldern, stärken die Elektronikkompetenz des Unternehmens oder tragen zum Kapazitätsausbau von Dachsystemen vor allem im Mexiko und China bei.

Neue Organisation zur Stärkung der Zukunftsausrichtung

Im Rahmen des Pressegesprächs informierte Dr. Engelmann auch über das neue formale Rückgrat von Webasto – eine globale Matrixorganisation. Damit gliedert sich die Unternehmensgruppe seit Anfang 2019 in drei global tätige Geschäftsbereiche:


Roof & Components: Entwicklung und Produktion von Schiebe-, Panorama- und Cabriodächern
Energy & Components: Entwicklung und Produktion von Batteriesystemen, Ladelösungen sowie elektrischen und kraftstoffbetriebenen Heizsystemen.


Beide Bereiche arbeiten sehr eng zusammen, da sie die gleichen Zielgruppen bedienen: die Hersteller von Pkw und Nfz.


Der dritte Bereich, Customized Solutions, bietet Lösungen und Services auf Basis der Webasto Produktpalette an – für Endkunden, Handelspartner sowie Spezialfahrzeughersteller.


Die neue Organisation wird im Wesentlichen durch zwei Aspekte bestimmt: zum einen die Stärkung des Kundenfokus – mit global aufgestellten Kundengruppen, die über alle Geschäftsbereiche hinweg verantwortlich sind. Zum anderen wird der Erhalt des traditionell starken Produktfokus von Webasto – sowohl im Kerngeschäft als auch in den neuen Geschäftsfeldern – fortgeführt. „Mit der neuen Organisation können wir besser als bisher, bestehende Strukturen für den schnellen Auf- und Ausbau der neuen Geschäftsfelder einsetzen“, erläuterte Engelmann. „Außerdem können wir durch die flexible, globale Nutzung von Ressourcen Synergien realisieren.“

Nach der Einführung der neuen Organisationsstruktur Anfang 2019 liegt ein wichtiger Fokus auf dem Ausbau der Standardisierung. Die langjährigen, guten Erfahrungen im Geschäftsbereich für Dachsysteme sind hier die Blaupause. Ein weiterer Vorteil der Matrixorganisation: Die engere formale Zusammenarbeit fördert auch den intensiveren persönlichen Austausch von Know-how und Best Practices in der Unternehmensgruppe. Diese erfolgreiche Arbeitsweise aus dem Kerngeschäft kann nun einfacher auf die neuen Produktbereiche übertragen werden. „Davon profitieren auch unsere Kunden mit kurzen Entwicklungszeiten und einem hohen Reifegrad der Produkte“, sagte Engelmann. „Ein weiteres Fokusthema ist für uns die Stärkung und noch bessere Integration der Mechatronik-Kompetenz über alle Bereiche hinweg. Die Anzahl der Steuerungseinheiten im Fahrzeug wird in den nächsten Jahren exponentiell steigen. Daher bringen wir unser Mechanik- und Elektronik-Know-how enger zusammen, um bis 2025 ein mechatronisch denkendes und handelndes Unternehmen zu werden“, führte Engelmann aus.

Ausblick

Die Prognose für das laufende Jahr knüpft an die Vorjahresentwicklung an. Der Umsatz des ersten Quartals 2019 entsprach wechselkursbereinigt dem Vorjahresniveau. Die Umsatzrendite lag aufgrund der hohen Zukunftsinvestitionen bereits zu Beginn des Jahres unter der des Vorjahresquartals.

Vor dem Hintergrund der Investitionen in die neuen Geschäftsfelder und der Akquisition der Joint-Venture-Anteile vom langjährigen südkoreanischen Partner Donghee geht Webasto für das Gesamtjahr 2019 von einem Umsatzplus sowie einer Umsatzrendite leicht unter Vorjahresniveau aus.

Gesteigert werden konnte erneut der Auftragsbestand. Er liegt aktuell bei 22,8 Milliarden Euro, wovon rund 2,6 Milliarden Euro auf die neuen Technologien entfallen. Das beeinflusst die mittelfristige Umsatzprognose positiv. „Wir steuern mit Schwung und Innovationskraft in die mobile Zukunft und wollen bis 2025 unseren Umsatz verdoppeln“, fasste Engelmann die Pläne des Systempartners zusammen.
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