Die gefährlichsten Länder für Journalisten 2010: Mexiko und Pakistan

(PresseBox) ( Darmstadt, )
2010 wurden weltweit sechsundsechzig Journalisten und andere Medienmitarbeiter wegen ihrer Berufsausübung getötet, wobei Mexiko und Pakistan die gefährlichsten Länder für Journalisten waren, wie der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) am Mittwoch bekannt gab.

Sowohl in Mexiko als auch in Pakistan wurden 2010 zehn Journalisten getötet, weil dort Angehörige dieses Berufsstandes bedingt durch den Drogenhandel (Mexiko) bzw. politischen Aufruhr (Pakistan) in die Schusslinie geraten sind. Zum Vergleich: 2009 waren es in Mexiko neun und in Pakistan acht gewaltsame Todesfälle.

Honduras hat sich ebenfalls als gefährliches Land für Journalisten erwiesen. Dort wurden 2010 acht Medienvertreter getötet, viele weitere erhielten Todesdrohungen. Die meisten der Journalisten, die ins Visier genommen wurden, hatten über organisierte Kriminalität, Drogenhandel und Landstreitigkeiten berichtet. Journalisten wurden auch Opfer der von Gewalt geprägten politischen Polarisierung zwischen den Gegnern des Militärputsches vom Juni 2009 und dessen Befürwortern.

Die Zahl der Todesopfer des Jahres 2010 wurde nach Untersuchung aller mutmaßlichen Ermordungen von Medienvertretern bekannt gegeben. Zum Vergleich die Zahlen der Vorjahre: 99 Todesopfer 2009, 70 Todesopfer 2008, 95 Todesopfer 2007, 110 Todesopfer 2006 und 58 Todesopfer 2005.

Abgesehen von den Gefahren, die mit der Berichterstattung über Kriege und bewaffnete Konflikte verbunden sind, werden Journalisten in vielen Ländern auch wegen ihrer Nachforschungen zu organisierter Kriminalität, Drogenhandel, Korruption und anderen Verbrechen verfolgt und getötet. In der überwiegenden Zahl der Fälle wird für ihre Ermordung niemand zur Verantwortung gezogen.

"Die Ermordung von Journalisten ist die ultimative Form der Zensur und ein direkter Angriff auf die Gesellschaft als solche. Doch viel zu oft entgehen diejenigen, die diese Verbrechen begehen, der strafrechtlichen Verfolgung", erklärte Christoph Riess, CEO des internationalen Presseverbandes WAN-IFRA.

"Diese Morde", so Riess, "sollten konsequent verfolgt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Journalisten müssen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ohne Furcht vor Gewalt ausüben können."

2010 wurden Journalisten und andere Medienmitarbeiter in 24 Ländern getötet: Afghanistan (1); Angola (2); Brasilien (1); Bulgarien (1); Demokratische Republik Kongo (1); Griechenland (1); Honduras (8); Indien (1); Indonesien(3); Irak (7); Jemen (1); Kamerun (1); Kolumbien (1); Mexiko (10); Nepal (2); Nigeria (3); Pakistan (10); Philippinen (3); Ruanda (1); Russland (1); Somalia (2); Thailand (2); Uganda (2) und Zypern (1).

Die vollständige Liste ist abrufbar unter http://www.wan-press.org/pfreedom/jkilled.php?id=5356

Mehrere Pressefreiheitsorganisationen dokumentieren die jährliche Anzahl der getöteten Journalisten. Diese Zahlen variieren in Abhängigkeit von den jeweils zugrunde gelegten Kriterien. Die von WAN-IFRA veröffentlichten Zahlen beinhalten alle Medienmitarbeiter, die im Rahmen eines Arbeitseinsatzes getötet oder wegen ihrer Arbeit verfolgt wurden. Sie beinhalten auch Fälle, bei denen das Motiv für die Ermordung nicht einwandfrei geklärt ist oder die offiziellen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind.
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