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Pressemitteilung BoxID: 129482 (WAN-IFRA)
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Communitys stärken die Bindung von Lesern an „ihre“ Zeitung

Ifra XMA Cross Media Awards 2007 – die Gewinner stehen fest

(PresseBox) (Darmstadt, ) Dieses Jahr war es eine denkbar knappe Entscheidung für die Jury der Ifra XMA Cross Media Awards (www.ifra.com/xma). "Die Gewinner können stolz sein, denn sie haben sich in einem extrem stark besetzten Teilnehmerfeld durchgesetzt", fasst Robert Cauthorn, CEO von CityTools/USA und Mitglied der XMA-Jury seine Erfahrungen zusammen.

50 unterschiedliche Projekte von Zeitungshäusern aus 18 Ländern waren von den Juroren zu bewerten. Der thematische Schwerpunkt des internationalen Medienpreises der Ifra lag in diesem Jahr auf der Bildung von Communitys und der Einbeziehung von Lesern in die Erstellung redaktioneller Inhalte, was man vielfach mit den Begriffen "Web 2.0" oder "Bürgerjournalismus" in Verbindung bringt.

Die Gewinner der Ifra XMA Cross Media Awards 2007

Kategorie A (kleine Zeitungen mit einer täglichen Auflage von unter 100 000 Exemplaren):

1. Platz: Bocholter-Borkener Volksblatt (XMA-Projekt: "BBV – immer und überall"), Bocholt, Deutschland.

Unter dem Motto "local first" produziert ein Team von Mitarbeitern aus den Bereichen Neue Medien, Redaktion und Technik "Unique Content" für die Zeitung, die Website, für Web-TV bis hin zu mobilen Diensten. Über die lokale Community dieQ.net sind Leser aus dem Verbreitungsgebiet eingebunden.

Kommentare der Jury:

Robert Cauthorn: "Ich denke, bei diesem Projekt gehen fast alle Schritte in die richtige Richtung. Abgesehen von dem ehrgeizigen Gesamtansatz ist es besonders beachtlich, dass ein solches Projekt von einem Verlag aus einem kleineren Marktsegment gestartet wurde. Das BBV-Management denkt wirklich in neuen und außergewöhnlichen Kategorien."

Dr. Mario Garcia: "Sehr lokal, sehr gezielt. Mir gefällt der Ansatz, mir gefällt, wie die verschiedenen Medien die Sache angehen und das Potenzial jedes einzelnen Mediums ausschöpfen."

Jochen Dieckow: "Konvergenz auf hyperlokaler Ebene. Es ist großartig, was ein kleines Medienhaus mit begrenzten Mitteln erreichen kann."

2. Platz: SaarbrückerVerlagService ("Saarland Community"), Saarbrücken, Deutschland.

Bereits 20 000 registrierte User nutzen die Saarland Community, um ihre persönlichen Profile anzulegen, Themen-Blogs zu führen, Videos einzustellen, Fotos hochzuladen und miteinander zu kommunizieren. Durch gezielte Aktionen werden Community-Inhalte in die Printprodukte zurückgespielt. Kommentare der Jury:

Robert Cauthorn: „Besonders das Bestreben dieser Website, im Lebensmittelpunkt der Nutzer zu stehen, ist genau das, was Zeitungen tun sollten.“

Dr. Mario Garcia: „Ein gezieltes und gekonntes Vorgehen. Ein gutes Print/Online-Zusammenspiel.”

Jochen Dieckow: „Sehr ansprechende und beliebte Community-Dienste.”

3. Platz: Heraldo de Aragón („Heraldo Abierto“),
Zaragoza, Spanien.
Ein spezieller Teil des Blattes ist dem Bürgerjournalismus gewidmet. Dieses offene Forum erfreut sich großer Beliebtheit; mehr als 1500 „Bürgerjournalisten“ liefern regelmäßig Beiträge für das Projekt.
Kommentare der Jury:

Robert Cauthorn: „Dieses Projekt ist ein hervorragender Anfang und besonders gefällt mir die Umsetzung im Printmedium. Die Zeitung setzt ihre Werte eindeutig an der richtigen Stelle ein und denkt auf neue Weise.“

Dr. Mario Garcia: „Heraldo Abierto bietet genau das, wonach die Leser/Nutzer von Nachrichtenmedien heute verlangen. Das Projekt ist kreativ im Sinne seines einfachen Ansatzes, die Leser zu „Akteuren“ zu machen. Publishing bedeutet heute Partizipation. Bei diesem Projekt wird genau dies auf breiter Basis realisiert.“

Mariko Horikawa: „Es ist ermutigend zu sehen, wie viele sich beteiligen, obwohl die gesamte Reichweite der eigentlichen Zeitung gar nicht so hoch ist.“

Kategorie B (mittlere Zeitungen mit einer täglichen Auflage zwischen 100 000 und 250 000 Exemplaren):

1. Platz: Dagbladet („Reisetips.no“), Oslo, Norwegen.

Die Online-Reise-Community des norwegischen Verlagshauses konnte kurz nach der Einführung bereits 30 000 Mitglieder zählen. Die besten Bilder und Kommentare der User werden namentlich gekennzeichnet und in der gedruckten Zeitung veröffentlicht. Spezielle Angebote machen die Plattform für Werbekunden attraktiv, die Klickraten der Bannerwerbung liegen fünfmal so hoch wie sonst üblich.

Kommentare der Jury:

Robert Cauthorn: "Die Zeitungen haben lange Zeit nicht verstanden, welche Möglichkeiten sie im Reisebereich haben, und dieses Projekt ist hier sicherlich beispielhaft. (…) Die Ersteller dieser Website haben sich gründlich Gedanken darüber gemacht, wo ein Bedarf vorhanden ist."

Sven-Olof Bodenfors: "Eine treibende Kraft bilden der integrierte aktuelle Reiseziel-Wetterdienst sowie die Links zu den Werbekunden wie Fluggesellschaften, Hotels und Versicherungen."

Jochen Dieckow: "Gute Integration von anderen Diensten wie Landkarten und Videos. Neben dem Community-Effekt beinhaltet dies sicherlich auch einen kommerziellen Aspekt."

2. Platz: La Nación ("Schaffung von Communitys"), Buenos Aires, Argentinien.

Das Projekt zeigt La Nacións Strategie für die Schaffung von themenbezogenen Communitys, die stark auf die Interaktion mit den Lesern über alle Kanäle des Medienhauses aufbaut. Die Strategie umfasst die gedruckte Zeitung La Nación, die Website LaNacion.com, Igooh (eine spezielle Website für Bürgerjournalismus), die La Nación-Stiftung und das Kundenbindungsprogramm Club La Nación.

Kommentare der Jury:

Robert Cauthorn: "Die aufgeschlossene Herangehensweise des Redaktionsteams und die Bereitschaft des Publikums, so aktiv mitzuwirken, sind bewundernswerte Züge."

Dr. Mario Garcia: "Sie ziehen nicht nur Leser vom Print- zum Online-Medium (was noch der einfachere Part ist), sondern nutzen auch jede Gelegenheit, die guten Informationen/Erfahrungen aus dem Web ins Printmedium zu übertragen. (…) Buenisimo."

3. Platz: Südkurier Medienhaus ("Südkurier Debatte"), Konstanz, Deutschland.

Durch bewusste Polarisierung in Pro und Kontra gelingt es dem Südkurier, seine Leserschaft zu aktivieren und den Meinungsaustausch untereinander in Gang zu setzen. Prominente Gastautoren geben Statements ab, welche die Diskussion beleben. Internet-Beiträge werden im gedruckten Medium aufgegriffen.

Kommentare der Jury:

Volker Schütz: "Im Internet gibt es unzählige Communitys, in denen tausende Themen diskutiert werden. Hier wird die Debatte nicht nur online geführt, sondern zusätzlich auch an prominenter Stelle im Heft: Auf Seite 1! Mehr Aufmerksamkeit lässt sich für eine Online-Community nicht erzeugen."

Dr. Mario Garcia: "Besonders guter Einsatz von Grafiken, Statistiken und visuell gut aufeinander abgestimmte Verbindung von Print und Online. Bravo, Südkurier!"

Jochen Dieckow: "Gute Integration von Expertenstandpunkten und Lesermeinungen."

Kategorie C (große Zeitungen mit einer täglichen Auflage von über 250 000 Exemplaren):

1. Platz: Agora/Gazeta Wyborcza ("Kampagne: Rettet Rospuda"), Warschau, Polen.

Gazeta Wyborcza lancierte eine landesweite multimediale Kampagne zur Rettung des Rospuda-Tales, eines einzigartigen Naturschutzgebietes, durch das die Regierung eine Autobahn führen wollte. Der kombinierte Einsatz von gedruckter Zeitung, Weblogs, Podcasts, Mobilisierung von Lesern und organisierten Protestmärschen führte letztlich dazu, dass die Regierung den Bau der Autobahn stoppen musste.

Kommentare der Jury:

Robert Cauthorn: "Agora verdient hohe Anerkennung dafür, der Zeitung wieder Leidenschaft verliehen und die Community auf breiter Ebene angesprochen zu haben. Die bei dieser Kampagne geschaffenen Bindungen werden sicherlich von langer Dauer sein."

Jochen Dieckow: "Ein sehr prestigeträchtiges Projekt mit hoher Wirkung. Zusatzpunkt für die Einbindung vieler verschiedener Plattformen und Kanäle."

2. Platz: PrisaCom/El País ("Talente"), Madrid, Spanien.

EP3.es ist ein multimediales Magazin für junge Leute, das in elpais.com integriert ist. Die Plattform präsentiert junge Künstler (Grafiker, Fotografen, Musiker etc.) und besteht neben einem eigenen Online-Bereich auch aus einer gedruckten Sonderbeilage zur Zeitung. Audio- und Videoinhalte spielen eine große Rolle beim Webauftritt, um die spezifische Internetsprache zu treffen.

Kommentare der Jury:

Dr. Mario Garcia: "Dies ist ein absolut perfektes Projekt: visuell ansprechend und optimal auf das junge Publikum ausgerichtet; Inhalte von ungeheurer Anziehungskraft (das Konzept, Talente zu entdecken und sie anderen vorzustellen), die Kombination von Print/Online/Digital."

Jochen Dieckow: "Dies ist ein hervorragendes Konzept, die Kreativität des Publikums zu fördern."

3. Platz: Telegraph Media Group ("My Telegraph"), London, Großbritannien.

Dieses Projekt führt personalisierte News-Dienste und Blogs zusammen. Leser können sich ihre eigene Blog-Seite zusammenstellen und per RSS-Feeds Inhalte zu ausgewählten Themen einbinden. Sie tragen auf der Plattform my.telegraph.co.uk aktiv zu den Inhalten bei und interagieren mit anderen registrierten Nutzern.

Kommentare der Jury:

Robert Cauthorn: "Einfach gesagt ist dies die beste Form des Bloggings, die je von einer Zeitung in der ganzen Welt umgesetzt wurde. Einfach spitze."

Dr. Mario Garcia: "Eindrucksvoller Fortschritt von Print zu Web; großartige Möglichkeit, die Leser der ‚Jeder ist ein Journalist’-Generation einzubeziehen."

Jochen Dieckow: "Integrativ, kommunikativ und emotional."

Mariko Horikawa: "Das Telegraph-Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie Print und Digital nebeneinander bestehen und sich sogar gegenseitig unterstützen können."

Die Gewinner werden auf der IfraExpo 2007 in Wien geehrt. Im Rahmen einer Sonderschau auf rund 160 m² werden die Preisträger und Sponsoren des diesjährigen XMA-Wettbewerbs präsentiert. Die Ifra Cross Media Awards 2007 werden gesponsert von Atex und Protec sowie unterstützt von EidosMedia, Escenic, Josh, nStein und Polopoly. Medienpartner sind Ifra zeitungstechnik und Horizont.

Auf der Ifra-Website unter www.ifra.com/xma sind alle eingereichten Projekte (einschließlich der Siegerprojekte) dargestellt. Auch im Jahr 2008 werden die Ifra XMA Cross Media Awards wieder vergeben. Der Fokus wird dann auf "Crossmedia-Werbung" in Zeitungen und deren digitalen Ausgaben liegen.

WAN-IFRA

IFRA (www.ifra.com) ist die weltweite Forschungs- und Serviceorganisation für die Zeitungsindustrie. Seit 1961 ist der Verband mit Hauptsitz in der Wissenschaftsstadt Darmstadt die Plattform für Entscheider aus der Zeitungswelt. Ihre Dienstleistungen bietet IFRA vorrangig ihren mehr als 3100 Mitgliedern in rund 80 Ländern an. Ein aus Verlegern zusammengesetzter Vorstand sowie zentrale, regionale und fachliche Mitgliederkomitees lenken die Aktivitäten der internationalen Zeitungsgemeinschaft. Grundlage hierfür bildet die Forschungsarbeit der IFRA, aus der Standardisierungsprojekte sowie internationale und regionale Ausstellungen, Konferenzen, Workshops, Studienreisen und Trainingsveranstaltungen sowie Newsplex-Beratung und internationale Wettbewerbe resultieren. Die jährlich in europäischen Großstädten veranstaltete Leitmesse "IFRA Expo - Das Jahresereignis der Zeitungsindustrie" gilt als die weltweit wichtigste Fachausstellung für Zeitungsunternehmen und deren Partner. Die IFRA Expo 2008 wird vom 27. bis 30. Oktober in Amsterdam unter dem Motto "Get the Big Picture!" stattfinden (www.ifraexpo.com). IFRAs internationales Magazin für Zeitungsstrategie, Business und Technologie IFRA Magazine erscheint in mehreren Sprachen als voll integrierte Print/Online-Publikation (www.iframagazine.com). IFRA betreibt darüber hinaus mit IFRA Search eine vertikale Suchmaschine für die Zeitungsindustrie (www.ifrasearch.com).