CfM-Kongress in München rundum gelungen

Sokrates-Preis 2018 für Reinhard Greger und William Ury

(PresseBox) ( Köln, )
Auf Einladung der Centrale für Mediation (CfM) aus dem Otto Schmidt Verlag und des Munich Center for Dispute Resolution (MuCDR) kamen im April 2019 rund 20 Referenten zum mittlerweile 18. Mediations-Kongress nach München. Brillante Redner, innovative Ansätze und spannende Praxisbeispiele sorgten dafür, dass der Kongress den rund 150 Teilnehmern in besonders positiver Erinnerung bleiben wird. Am Rande des Kongresses verlieh die CfM die Mediationspreise 2018. Erstmalig wurde der Sokrates-Preis für Mediation doppelt vergeben.

Gelungener Mix aus rechtlichen, mediations- und gesellschaftspolitischen Themen

Der 18. Mediations-Kongress der CfM fand im April in München statt und fühlte unter dem Motto „Konfliktmanagement der Zukunft“ den drängendsten Fragen der konsensualen Konfliktlösung auf den Zahn: Wie hat sich der private und gesellschaftliche Umgang der Menschen miteinander in den letzten Jahren verändert? Streiten wir heute anders als gestern? Ziel der diesjährigen Tagungsleiter Prof. Dr. Beate Gsell und Dr. Martin Fries war es, auch den Bogen zu wichtigen gesellschaftspolitischen Aspekten zu spannen. Daraus resultierte ein breiter Mix aus rechtlichen, mediationspolitischen sowie gesellschaftspolitischen Fragenstellungen. Dieser unverfälschte Blick über den Tellerrand ist bei den Teilnehmern sehr gut angekommen.

Intensiv beleuchtet wurde die Schnittstelle zwischen außergerichtlicher Streitbeilegung und Digitalisierung. Projektleiterin Corry van Zeeland stellte den Teilnehmern das Potential mediativer Techniken in Verbindung mit digitalen Möglichkeiten am Beispiel der Online-Plattform "rechtwijzer.nl" vor, welche in den Niederlanden bereits seit einigen Jahren erfolgreich im Einsatz ist. Ein weiteres digitales Highlight wurde erst wenige Stunden vor dem Kongress livegeschaltet. Rechtsanwalt Dr. Ulrich Hagel präsentierte zum Abschluss des Kongresses ein vielversprechendes Tool zur technologieunterstützten Wahl des im Einzelfall bestpassendsten ADR-Verfahrens im B2BBereich, das in mehrjähriger Arbeit des Round Table für Mediation und Konfliktmanagement (RTMKM) entwickelt wurde.

Weitere Impulse zum Blick über den Tellerrand gaben die Bundestagsabgeordnete Renate Künast und die Genderforscherin Prof. Dr. Isabell Welpe. Renate Künast lieferte eindrucksvolle Einsichten in die Verrohung der gesellschaftlichen Debattenkultur. Ausdrücklich warnte sie vor der angestrebten systematischen Zersetzung der demokratischen Ordnung durch das erstarkte rechtsextreme Spektrum und andere radikalisierte Bewegungen. Isabell Welpe demonstrierte lebendig und anschaulich anhand zahlreicher Studien die Anfälligkeit für Stereotype, die zur unterschiedlichen Bewertung von Leistungen und damit zum Gender-Pay-Gap führen.

Diskutiert wurden auch berufsrechtliche und berufsethische Themen. Dazu zählte die von Prof. Dr. Thomas Riehm unter die Lupe genommene Haftungsfrage des Anwaltsmediators, die sich seit einer BGH-Entscheidung aus dem letzten Jahr in neuem Licht stellt. Dr. Markus Troja nahm sich – in Anlehnung an Breithaupts „dunklen Seiten der Empathie“ – den „dunklen Seiten der Mediation“ an und zeigte anhand zahlreicher Beispiele aus seiner langjährigen Berufserfahrung (Missbrauchs- )Gefahren und Gegenstrategien für den praktizierenden Mediator auf. Die Kongressbeiträge werden in der August-Ausgabe der Zeitschrift für Konfliktmanagement (ZKM) veröffentlicht werden. Die ZKM ist als reines Zeitschriftenabonnement erhältlich. Der weit überwiegende Teil der Leserschaft bezieht die ZKM jedoch im Rahmen der Mitgliedsleistungen der CfM und hat darüber u.a. auch Zugang zum Extranet sowie zur Online-Datenbank der ZKM.

Sokrates Preis für Mediation 2018 doppelt vergeben

Außerdem verlieh die Centrale für Mediation im Rahmen des diesjährigen Kongresses den Sokrates- Preis 2018. Erstmalig wurde der renommierte Mediationspreis doppelt vergeben: Der nationale Preisträger ist Reinhard Greger, der internationale Preisträger William Ury.

Mit dem Sokrates-Preis werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die als Mediator, Lehrer oder Wissenschaftler Herausragendes in der Mediation und im Konflikt-Management geleistet haben. Anlass für die Auszeichnung kann ein gelungenes großes Mediations-Projekt, eine wichtige Publikation oder auch das Lebenswerk einer Mediatorin oder eines Mediators sein. Reinhard Greger hat sowohl als Lehrer, als Forscher und durch sein Engagement in der Praxis Herausragendes im Bereich der alternativen Konfliktlösung geleistet. Die Stimme von Greger hat deshalb besonderes Gewicht, weil er als ehemaliger BGH-Richter und ordentlicher Universitätsprofessor sowohl die Rechtspraxis als auch die Rechtswissenschaft auf überzeugende Weise repräsentiert. Ein wesentlicher Beitrag des Preisträgers bestand fraglos darin, die alternative Konfliktlösung in der allgemeinen Dogmatik des materiellen und prozessualen Rechts zu verankern, so die Begründung der Preisjury.

Auch Person und Werk des renommierten Verhandlungsexperten und Harvard-Professors William Ury bedürfen keiner ausführlichen Einführung; keine mit dem Feld ADR befasste Person wird sich über die Vergabe des Sokrates-Preises an den Mitautor des konstituierenden Werks „Getting to Yes“ (1981) wundern – höchstens über den späten Zeitpunkt seiner Verleihung. William Ury, der nicht zur Preisverleihung anreisen konnte, bedankte sich via Videobotschaft. Mit dem Mediations-Wissenschaftspreis 2018 wurde Prof. Dr. David D. Loschelder ausgezeichnet; der Förderpreis 2018 ging an Sarah J.K. Rauber.

Die Mediationspreise werden seit dem Jahr 2000 regelmäßig von der CfM verliehen. Initiator und Förderer der Mediationspreise ist die Stiftung Apfelbaum – Partner für ein ZusammenWachsen von LebnesWelten.

Centrale für Mediation (CfM)/Verlag Dr. Otto Schmidt

Die Centrale für Mediation ist ein verbandsunabhängiges fachübergreifendes Informationsportal rund um das Themenspektrum der außergerichtlichen Streitbeilegung. Sie bietet hochwertige Fachinformationen und Services für alle Akteure im Bereich außergerichtliche Streitbeilegung – Mediatoren, Rechtsanwälte, Unternehmensjuristen, (Steuer-)Berater, Richter sowie sonstige Konfliktexperten. Die seit der Gründung 1998 ständig weiterentwickelte Produktpalette umfasst Periodika (u.a. die Zeitschrift für Konfliktmanagement), Bücher sowie digitale Angebote. Bereits seit 2000 ist sie mit einem qualifizierten Aus- und Fortbildungsprogramm am Markt vertreten, das seit einigen Jahren auch Online-Seminare umfasst. Weitere Informationen zur Centrale für Mediation sowie den Hintergründen der verliehenen Mediationspreise finden Sie hier www.centrale-fuermediation. de
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