Karstadt-Geschäftsführung verweigert Beschäftigten tarifliche Existenzsicherung

(PresseBox) ( Berlin, )
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Ausstieg von Karstadt aus der Tarifbindung des Einzelhandels aufs Schärfste.

"Zahlreiche neue Marken einzuführen und gleichzeitig 2.000 Arbeitsplätze abzubauen zulasten von gutem Service und kompetenter Beratung war bereits ein falsches Signal an die Beschäftigten und Kunden", konstatiert Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. "Mit dem Ausstieg aus der Tarifbindung stolpert das Karstadt-Management nun in seine nächste Fehlentscheidung. Die Karstädterinnen und Karstädter haben seit 2004 mehr als 650 Millionen Euro in ihr Unternehmen investiert, der Milliardär Nicolas Berggruen dagegen so gut wie nichts", so Nutzenberger. Es sei ein Skandal, wenn Berggruen nun einen Beitrag in die personellen Ressourcen von Karstadt verweigere - zumal die Kosten für eine angemessene Lohn- und Gehaltssteigerung lediglich einen minimalen Bruchteil dessen ausmachten, was die Beschäftigten in den letzten Jahren gegeben hätten, um das Unternehmen zu retten.

Ab sofort und für einen Zeitraum von zwei Jahren sollen laut Ankündigung der Karstadt-Geschäftsführung die Entgelttarifverträge für die Beschäftigten ausgesetzt werden.

"Das bedeutet in der Konsequenz, dass die Geschäftsführung den rund 20.000 Karstädtern die tarifliche Existenzsicherung verweigert", unterstreicht die Gewerkschafterin. Dabei seien Tarifverträge ein unverzichtbares Gut, das Unternehmerwillkür etwa bei der Bezahlung verhindere und existenzsichernde Mindeststandards garantiere.

"Eigentum verpflichtet - Investor Nicolas Berggruen, der sich gern für seine nachhaltigen Investments feiern lässt, täte gut daran, nicht an den Grundfesten der berechtigten Arbeitnehmeransprüche zu rütteln. Daran werden ihn seine Beschäftigten jetzt eindringlich erinnern", unterstreicht Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Darüber hinaus habe Karstadt in unverantwortlicher Weise die Kündigung aller Manteltarifverträge mit Ausnahme von Hamburg durch den Handelsverband maßgeblich mit betrieben, wolle aber nun selber angeblich an den Manteltarifverträgen festhalten. "Ob es sich abermals um ein Lippenbekenntnis handelt, wird sich zeigen", warnt Nutzenberger. Denn die Karstadt-Geschäftsführung habe mit der heutigen Ankündigung das Vertrauen seiner Beschäftigten endgültig verspielt und müsse sich fragen lassen, was denn ihr Wort überhaupt wert sei. "Die Menschen können nach zehn Jahren, in denen sie auf Millionen verzichtet haben, den Versprechungen einer Geschäftsführung, keinen Glauben mehr schenken. Die Beschäftigten brauchen und erwarten zu Recht eine planbare Zukunftsperspektive - und dazu gehört ein verbindlicher Tarifvertrag statt leerer Versprechungen", so die Gewerkschafterin.
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