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Pressemitteilung BoxID: 236989 (Verbraucherzentrale Sachsen e.V.)
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Volltarif, Standardtarif oder Basistarif?

Verbraucherzentrale Sachsen informiert über die richtige Wahl für den Krankenversicherungstarif

(PresseBox) (Leipzig , ) Viele langjährig in der privaten Krankenversicherung Versicherte stöhnen unter der Last steigender Prämien. "Mit Einführung des neuen Basistarifs zum 01.01.2009 verbinden daher nicht wenige Betroffene die Hoffnung auf finanzielle Entlastung", sagt Andrea Hoffmann, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Doch nicht immer wird sich diese Erwartung erfüllen. Im Einzelfall kann auch ein Wechsel in den Standardtarif die bessere Entscheidung sein. Was für wen sinnvoll ist, lässt sich in einer persönlichen Beratung bei der Verbraucherzentrale Sachsen klären.

Gerade ältere Versicherungsnehmer mit durchschnittlichen gesetzlichen Renten wissen oft nicht mehr, wie sie ihre private Krankenversicherung bezahlen sollen. Bedürftig im Sinne des Sozialrechts - mit Anspruch auf Leistungen - sind die Betroffenen oft nicht. Eine monatliche Versicherungsprämie von 400 € und mehr können viele Senioren, die meist schon um die 70 sind, aber auch nicht mehr aufbringen. Ein Wechsel in den Basistarif hilft in diesen Fällen nicht, denn trotz Mitnahme der anteiligen Alterungsrückstellung wird die Prämie sogar noch höher ausfallen. Da nützt es den Betroffenen wenig, dass im Basistarif Leistungen enthalten sind, die gerade für sie wichtig sein könnten und die die private Krankenversicherung bisher nicht angeboten hat. Dazu gehört beispielsweise die Kostenübernahme für die häusliche Krankenpflege, für eine Haushaltshilfe oder für die ambulante Rehabilitation.

"Finanzieller Rettungsanker könnte für diese Betroffenen eher ein Wechsel in den ebenfalls einheitlichen Standardtarif sein", meint Hoffmann. Auch der Standardtarif ähnelt in seinem Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung, geht jedoch nicht so weit wie der Basistarif. Durch Vereinbarung eines entsprechenden Selbstbehaltes lässt sich die Monatsprämie so möglicherweise auf ca. 300 € drücken.

Damit bleibt noch die Frage, für wen jetzt der Wechsel von einem Volltarif in den Basistarif sinnvoll und lohnenswert sein könnte. Dazu ein Beispiel: Eine 52-jährige zahlt in ihrem Tarif derzeit 650 EURO Monatsprämie. Nach einem Wechsel in den Basistarif zahlt sie dort unter Anrechnung der Alterungsrückstellung möglicherweise noch 500 EURO im Monat. Bezogen auf die Leistungen im Basistarif sind für sie insbesondere das Krankentagegeld ab dem 43. Tag sowie die erweiterten Psychotherapieleistungen von Interesse. Ihr bisheriger Versicherer muss ihr außerdem noch eine Zusatzversicherung anbieten, in der die über den Basistarif hinausgehenden Alterungsrückstellungen angerechnet werden. So kann sie zum Beispiel noch die Chefarztbehandlung versichern. Kostet die Zusatzversicherung 50 EURO im Monat, spart sie im Vergleich zum ursprünglichen Vollkostentarif monatlich100 EURO.