KÄLTEFORUM 2018: Von Logistik-Kollaps bis E-Mobility

Teilnehmerrekord bei der Fachtagung für temperaturgeführte Logistik

(PresseBox) ( Bonn/Berlin, )
Die Partnerverbände Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen (VDKL) und Deutsches Tiefkühlinstitut (dti) luden am 6./ 7.  November 2018 zum 14. KÄLTEFORUM in die sächsische Landeshauptstadt Dresden ein. Mit über 200 Anmeldungen war die Veranstaltung schon frühzeitig ausgebucht und erreichte einen neuen Teilnehmerrekord. Die Fachtagung für temperaturgeführte Logistik konnte ihre Stellung als Pflichttermin eindrucksvoll unterstreichen. Warum das KÄLTEFORUM so beliebt ist: Der attraktive Mix aus Fachvorträgen zu Themen, die den Logistikprofis geradezu unter den Nägeln brennen und hochinteressante Einblicke durch Unternehmensbesichtigungen. Sehr geschätzt ist auch der persönliche und fachliche Austausch der Teilnehmer untereinander. Daher ist die kommunikative Abendveranstaltung immer das Highlight jedes KÄLTEFORUMS. Auch die integrierte Fachausstellung erreichte ein neues Niveau: 15 Unternehmen aus den Bereichen Bauen, Energie und Technik rund um die TK-Wirtschaft präsentierten ihr Produktportfolio. Zudem sorgten zahlreiche Sponsoren mit ihrem Beitrag für das Gelingen der Veranstaltung.

Die Verbandsgeschäftsführer Jan Peilnsteiner (VDKL) und Dr. Sabine Eichner (dti) führten die Teilnehmer am ersten Tag des 14. KÄLTEFORUMS gewohnt souverän durch das Tagungsprogramm.

Eröffnet wurde das KÄLTEFORUM in Dresden mit dem Fachvortrag von Christian Manderla (LogiPlan) und Dr. Roland Zimmerling (aio IT for Logistics), die Vorteile und Grenzen statischer und dynamischer Zeitfenster-managementsysteme als Lösungsansätze zur Vermeidung von Engpässen an der Rampe präsentierten. Die vorgestellte IT-Lösung könne für mehr Effizienz in der Abwicklung der Be- und Entladung sorgen, die Ankunftszeit der LKWs an der Rampe im Voraus berechnen und in Echtzeit, je nach Verkehrslage anpassen. Lange Wartezeiten und große Parkplätze für die wartenden LKWs könnten dadurch reduziert werden. Ein Hauptproblem bestehe aber weiter darin, dass der meiste Traffic an der Rampe um die Mittagszeit erfolge – diesen gilt es nach Möglichkeit zu entzerren.

 

 

Einen Einblick in die Möglichkeiten der vollautomatischen Mischpalettierung in der Tiefkühllogistik gewährte Dr. Christoph Meurer (Dematic). In seinem Vor-trag erläuterte er den automatisierten Weg von der Depalettierung und Ein-lagerung bis zur Kommissionierung der fertigen Marktpalette. Veranschaulicht wurde dies am Beispiel der Abläufe im Distributionszentrum der Dematic in Spanien und einem für Fleischprodukte konzipierten Tiefkühl-Shuttle in Austra-lien, das genau auf die TK-spezifischen Besonderheiten zugeschnitten ist.

Zeitfenstermanagement aus der Perspektive der NORDFROST präsentierte Christian Lürßen (IT-Leiter, NORDFROST) auf dem KÄLTEFORUM. Aufgrund immer knapper werdender Ressourcen beim Fahrpersonal, steigendem Frachtaufkommen und knapper Plätze an den Rampen, hat das Unternehmen ein eigenes Lösungskonzept entwickelt, von dem Verlader, Spediteur, Kühlhaus und Kunden gleichermaßen profitieren, indem die Abläufe effizienter gestaltet werden.

Ein Highlight im Besichtigungsprogramm stellte der Besuch im hochmodernen Zentrallager Berbersdorf der EDEKA Regionalgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen dar. Ulrich Günther (Betriebsleiter Logistik, Berbersdorf) stellte den Teilnehmern den Standort vor und führte durch den Betrieb. Bereits dreieinhalb Jahre nach Inbetriebnahme gäbe es schon Planungen, den Standort auszubauen. Dies liege laut Günther vor allem an den erfolgreichen Einzelhändlern und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den ostdeutschen Regionen. Mit 49.000 Quadratmetern ist Berbersdorf das zweitgrößte Lager in der Region. Auch Günther thematisierte in seinem Vortrag den Fachkräftemangel, der die gesamte Logistikbranche beeinflusse. Vorrangig betreffe dies die Mitarbeiter des Leitstands, die Kenntnisse über Prozessabläufe und IT mitbringen müssen. Die Bedingungen bei EDEKA seien durchaus attraktiv, so dass es im Kommissionier- und Fahrerbereich noch nicht an Mitarbeitern fehle. Allerdings kommen diese zunehmend aus osteuropäischen Ländern – begünstigt durch die geografische Lage im Osten Deutschlands.

Dr. Carsten Krebs (Leiter Kommunikation, Gläserne Manufaktur) stimmte die Zuhörer auf die Besichtigung der Gläsernen Manufaktur von VW in Dresden ein. Die gesetzlichen CO2-Vorgaben werden der E-Mobilität bis 2030 einen großen Schwung geben, bis dahin werden 40% der Fahrzeugflotte von VW mit E-Antrieben ausgerüstet sein. In seiner Präsentation stellte Krebs die neuen E-Modelle von Volkswagen vor, die das Unternehmen bis 2025 an die Spitze im elektrischen Zeitalter der Auto-Mobilität bringen sollen.

Er stellte anschaulich dar, wie sich die automobile Welt bereits gewandelt hat und sich mit Carsharing-Anbietern und Mobility-Plattformen wie beispielsweise Uber weiter verändern wird. Den Fertigungsprozess des E-Golf konnten die Teilnehmer am nächsten Tag hautnah miterleben bei einem Rundgang in der Gläsernen Manufaktur.

Im Vortragsprogramm stellte Karl-Heinz Neu (KUBIKx) vor, wie sich die Logistikbranche mit innovativen Konzepten weiter entwickeln kann und muss. Von der Muttergesellschaft Schmitz Cargobull gegründet, entwickelt das Unternehmen an zwei Standorten – dem whyit-Campus in Münster und dem AHOY-Space in Berlin – mit Techniken der digitalen Disruption interdisziplinär neue Ansätze, die den Kunden helfen können, den drohenden Logistik-Kollaps zu verhindern. Ein erstes konkretes Projekt aus der Ideenschmiede wird der „Fleetloop“ sein, eine anbieterübergreifende Vermiet-Plattform für Nutzfahr-zeuge. Neu forderte die Branche zu engerer Zusammenarbeit auf.

Der Digitalexperte Dr. Tu-Lam Pham (digital IQ) zeigte den Zuhörern nicht nur die aktuellen E-Commerce-Trends aus USA und China, sondern stellte eindrucksvoll dar, wie sich das Medien- und Einkaufsverhalten zukünftig rasant verändern werde. Das klassische Fernsehen werde von der jungen Generation so gut wie gar nicht mehr genutzt. Unternehmen müssen sich also fragen, wie sie ihre zukünftigen Kunden erreichen und über welche Kanäle Werbung noch Sinn mache. Auf E-Commerce-Plattformen wie Amazon werden Produktvorschläge künftig bei Suchanfragen nach Rankings aufgelistet, die durch Werbeschaltungen gesteuert werden. Attraktive Verpackungsdesigns funktionieren online nicht. Hier müssen alte Strukturen aufgebrochen und Wege neu gedacht werden.

 
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