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Pressemitteilung BoxID: 90198 (Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA))
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VDA: Klimaschutz kann auf Biokraftstoffe nicht verzichten

Deutschland ist bei der CO2-Minderung im Straßenverkehr führend

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) "Wem - wie der DUH - die Vorteile von Biokraftstoffen für die CO2-Reduzierung offensichtlich egal sind, der kann auch nicht für sich in Anspruch nehmen, die Chancen des Klimaschutzes voll zu nutzen", kommentierte der Verband der Automobilindustrie (VDA) die jüngsten DUH-Vorschläge. "Der Umweltgruppe ist es offenbar entgangen, dass die EU-Kommission im Rahmen ihrer Strategiegruppe CARS 21 Biokraftstoffe als wichtigen Bestandteil des Integrated Approach zur CO2-Minderung anerkannt hat." Auch EU-Kommissar Verheugen vertrete zu Recht diesen Ansatz.

Die Forderung der DUH nach einer höheren Firmenwagensteuer diene ganz offensichtlich weniger dem Umweltschutz, sondern spiele auf der "Klaviatur des Sozialneids" mit dem Ziel der selektiven Intervention gegen deutsche Marken. "Das ist Produktlenkung pur", so der VDA.

Das Papier der DUH zeige außerdem, dass sich die Autoren mit der britischen Firmenwagensteuer inhaltlich nicht mit der gebotenen Sorgfalt auseinander gesetzt haben, sonst wäre ihnen nicht nur aufgefallen, dass es in Großbritannien keine CO2-Obergrenze für Firmenwagen gibt, sondern auch, dass die Einnahmen in Großbritannien - laut Bericht der britischen Regierung - seit Einführung der neuen Firmenwagensteuer sogar gesunken sind. Die versprochene Entlastung des Staatshaushalts erweise sich damit als "leeres Versprechen an die Finanzminister auf Kosten der Bürger".

Viel wirkungsvoller - auch für das Klima - sei eine Kfz-Steuer, die für alle Halter Anreize für mehr Kraftstoffeffizienz setze, betont der VDA. Der richtige Weg hierfür sei eine CO2-Komponente in der Kfz-Steuer, bei der jedes Gramm CO2 den gleichen Preis bekomme, un-abhängig davon, wer der Halter ist. "Der Umwelt ist es egal, ob die CO2-Emission von einem Firmenwagen eines Außendienstmitarbeiters oder von einem privaten Familien-Van kommt."

"Klimapolitik im Verkehr sollte keine Industriepolitik sein, sondern muss kosteneffizient und wettbewerbsneutral sein. Sie darf nicht einseitig Wachstum und Beschäftigung der deutschen Automobilindustrie gefährden, zumal Deutschland derzeit eines der ganz wenigen Länder in Europa ist, das seine Klimaschutzziele erreicht - und das vor allem durch den Verkehrssektor", betonte der VDA.

"Wir erwarten, dass gerade auch das Jahr der deutschen EU-Ratspräsidentschaft dazu genutzt wird, zu untersuchen, welche sinnvollen Optionen zur CO2-Minderung bestehen, welche Auswirkungen sie auf die Automobilindustrie haben und wie viel CO2-Einsparung jeder investierte Euro bringt", so der VDA.

"Falsch gemachte europäische Klimapolitik ist das letzte, was der Standort Deutschland gebrauchen kann. Einheits-Verbrauchsvorgaben mit der Rasenmäher-Methode würden das Land am härtesten treffen. Die weltweite Führerschaft bei Premiumprodukten hat uns den Titel ‚Exportweltmeister' und ‚Patentweltmeister' zugleich eingebracht und überhaupt erst ermöglicht, jeden zweiten Arbeitsplatz in der deutschen Automobilindustrie daran zu knüpfen. Klimapolitik darf nicht zur Industriepolitik zu Lasten Deutschlands werden", so der VDA.

Die Neuregelung zur CO2-Minderung müsse diskriminierungsfrei ausgestaltet sein, so der VDA: "Premium-Hersteller können nicht mit der Kleinwagen-Elle gemessen werden. Schließlich kann auch ein Einfamilienhaus nicht den gleichen Energieverbrauch haben wie ein 1-Zimmer-Appartement. Und niemand käme auf die Idee, nur von den Einfamilienhausbesitzern so lange mehr Wärmedämmung zu verlangen, bis diese den Energieverbrauch einer 1-Zimmer-Wohnung haben - und damit deren Besitzer zu bescheinigen, dass sie nichts mehr tun müssten."

Stattdessen müsse eine Lösung gefunden werden, die in jedem Segment und für jedes Fahrzeug eine Steigerung der Verbrauchseffizienz fordere. Der VDA: "Es geht um technologische Effizienz bei jedem Fahrzeug in jedem Segment. Für das Klima zählt jedes eingesparte Gramm CO2 gleich."

Der VDA wies darauf hin, dass allein der Straßenverkehr seit Ende der neunziger Jahre über 15 Mio. Tonnen eingespart hat - trotz höheren Fahrzeugbestands und gestiegener Fahrleistung. Deutschland schneide im EU-Vergleich bei den CO2-Emissionen des Verkehrs am besten ab und sei das einzige Land in Europa, in dem seit 1999 die CO2-Emissionen im Straßenverkehr kräftig sinken. Der VDA: "Wir haben die Trendumkehr schneller geschafft als die anderen EU-Länder - vor allem durch effizientere Fahrzeuge und eine optimierte Verkehrslogistik. Auch deshalb brauchen wir keine Rezepte aus anderen EU-Ländern zu kopieren, bei denen die CO2-Emissionen - im Gegensatz zu Deutschland - seit 1999 gerade einmal stagnieren."

Heute holt ein moderner Pkw aus deutscher Produktion aus einem Liter Kraftstoff fast 60 Prozent mehr Leistung heraus als 1990 und kann mit der gleichen Kraftstoffmenge über 40 Prozent mehr Gewicht bewegen. Damit haben die deutschen Hersteller auf dem deutschen Markt deutlich stärkere Effizienzsteigerungen erreicht als der Durchschnitt der in Deutschland abgesetzten ausländischen Marken und auch mehr als ihre europäischen und außereuropäischen Wettbewerber.

Der VDA betonte, dass sich die CO2-Bilanz der deutschen Neufahrzeuge sehen lassen könne. Heute gibt es 334 Modelle deutscher Marken, die weniger als 6,5 Liter Kraftstoff auf 100 km verbrauchen (oder weniger als 154 g/km CO2 emittieren). Davon liegen über 50 Mo-delle sogar unter 5 Liter (120 g/km CO2). Erste Modelle mit 3,9 oder gar 3,5 Liter Verbrauch (102 bzw. 90 g/km CO2) sind auf dem Markt. Jeder zweite verkaufte neue Pkw deutscher Marken verbraucht weniger als 6,5 Liter auf 100 Kilometer - das sind fünfmal mehr Fahrzeu-ge als vor zehn Jahren. Am Fahrzeugangebot fehlt es nicht. "Umso notwendiger ist es, dass jetzt die Politik schnell handelt und die Kraftfahrzeugsteuer auf CO2 umstellt und damit die Kaufentscheidung der Bürger von Hubraum auf CO2 fokussiert", so der VDA.

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