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Pressemitteilung BoxID: 236478 (Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA))
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Nutzfahrzeuge: Inlandsmarkt verliert erneut kräftig - Unternehmen passen Produktionspläne an

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) Die deutschen Nutzfahrzeughersteller haben auch im Januar 2008 einen erheblichen Nachfragerückgang auf dem Inlandsmarkt hinnehmen müssen. Mit einem Zulassungsminus von 29 Prozent hat sich die schwache Inlandskonjunktur des Schlussquartals 2008 im neuen Jahr nicht nur fortgesetzt, sondern noch einmal beschleunigt. Mit 12.300 neu zugelassenen Transportern wurde das Niveau des Vorjahresmonats um 31 Prozent unterschritten, in der schweren Klasse über 6t sank der Absatz um 26 Prozent auf gut 6.000 Einheiten. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), betonte: "Die deutsche Nutzfahrzeugindustrie befindet sich in einem zyklischen Abschwung, der durch die Finanzkrise dramatisch verstärkt wird. Zusätzlich sind unsere Kunden im Speditions- und Transportgewerbe durch die Mauterhöhung zum 1. Januar 2009 extrem belastet, die zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kam."

Sowohl in der Transporterklasse (-31 Prozent) als auch im Segment der schweren Fahrzeuge (-72 Prozent) wurden deutlich weniger Aufträge inländischer Kunden entgegengenommen. Nach dem sehr schwachen zweiten Halbjahr 2008 ist auch aktuell keine Entspannung bei den Ordereingängen zu verspüren.

Der Export gab im Januar ebenfalls erheblich nach. Mit 11.760 Einheiten wurden so viele Fahrzeuge wie zuletzt 1995 ausgeführt. Der Bestelleingang aus dem Ausland setzt den Negativtrend der letzten Monate fort. Insgesamt gaben die Auslandsorder um 61 Prozent nach.

Die deutschen Hersteller von Transportern und schweren Lkw haben vor diesem Hintergrund die Fertigung deutlich zurückgefahren. Insgesamt produzierten die Unternehmen mit 20.330 Einheiten 47 Prozent weniger Nutzfahrzeuge in ihren deutschen Werken.

Bei den deutschen Herstellern von Anhängern und Aufbauten - die führend auf dem europäischen Markt sind - waren die Auftragseingänge bereits seit Beginn des Jahres 2008 zweistellig rückläufig und sind in den letzten Monaten mit einem Minus von teilweise über 90 Prozent regelrecht eingebrochen. Dieser Rückgang kommt bei den Neuzulassungszahlen von schweren Anhängern erst mit Verzögerung an, allerdings gingen diese bereits im Schlussquartal 2008 um ein Drittel zurück. Im Januar betrug das Zulassungsminus sogar 50 Prozent.

Der dramatisch schwächere Auftragseingang schlägt sich derzeit auch voll in der Auslastung der Produktionskapazitäten der heimischen Anhänger- und Aufbautenhersteller nieder, die ihre Fertigung in den letzten Monaten durchschnittlich um über 70 Prozent, im Januar vereinzelt sogar um 90 Prozent zurückgefahren haben.

"Die deutsche Nutzfahrzeugbranche steht im Jahr 2009 vor extremen Herausforderungen. Die global anerkannte Technologieführerschaft der Unternehmen ist in diesen Zeiten der Schlüssel, um die Krise zu meistern. Wir brauchen nun schnell eine effiziente Ausgestaltung des Kredit- und Bürgschaftsprogramms, um die Lieferkette und damit die Innovationskraft der Gesamtbranche zu erhalten", betonte Wissmann.