Mehrwertdienste-Anbieter sehen optimistisch in die Zukunfte

Wachstumstreiber Kundenservice – Kritik an Regulierer und Diskriminierung im Mobilfunk

Köln, (PresseBox) - VATM-Pressegespräch: Branchen-Experten gaben Auskunft zu 0180, 0900 und Co.

Auf dem deutschen Mehrtwertdienstemarkt werden aktuell rund dreieinhalb Milliarden Euro umgesetzt, wobei die Nutzung zu gleichen Teilen aus Festnetz und Mobilfunk erfolgt. Die Branche beschäftigt heute direkt und indirekt mehrere 10.000 Mitarbeiter und trägt mit mittlerweile acht Prozent erheblich zu Refinanzierung des Medienbereiches bei. Mit diesem kurzen Überblick zur wirtschaftlichen Bedeutung eröffnete Renatus Zilles, Vorsitzender der Geschäftsführung der NEXT ID GmbH und als Präsidiumsmitglied im VATM für die Mehrwertdienste verantwortlich, das gestrige Pressegespräch „Service, Qualität und Innovation: Wie sieht die Zukunft der Mehrwertdienste aus?“ des Verbands in Köln. Neben Zilles referierten zu diesem Thema auch Omar Khorshed, Vorstandsvorsitzender der acoreus AG, Wendelin Meyer-Mölck, Geschäftsführer der DTMS GmbH, und Christian Plätke, Geschäftsführer der IN-telegence GmbH & Co. KG.

Ein grundsätzlich positives Fazit der Umstellung der 0190er-Rufnummern auf 0900 zog Meyer-Mölck. Die frühere Intransparenz für den Verbraucher sei angesichts der mit 0900 eingeführten Preisansagepflicht, der Angabe einer ladungsfähigen Adresse des Rufnummern-Emittenten und flexibler Tarifierungsmöglichkeiten vom Tisch. Da die Ziffer „9“ aber nach wie vor bei vielen Verbrauchern negativ vorbelastet sei, müsse hier weiter Aufklärungsarbeit betrieben werden. Die Zufriedenheit der Verbraucher mit den 0900er-Rufnummern sei unabhängig von der jeweiligen Entgelthöhe, vielmehr entscheide darüber das Preis-/Leistungsverhältnis.

Eine hohe Verbraucherakzeptanz stellte Plätke für die 0180er-Rufnummern fest. Diese seien ein gutes Instrument zur Mitfinanzierung der Kosten etwa für Beratung und Support. Jedoch finde hier in der öffentlichen Wahrnehmung teilweise eine sachfremde Vermischung mit unerlaubten Werbeanrufen statt. Das Angebot an für den Anrufer kostenfreien 0800er-Rufnummern gehe immer weiter zurück, so Plätke weiter. Hintergrund sei, dass die Unternehmen, die sich dieser Rufnummern bedienten, dann zunehmend auch die Gesprächskosten von Anrufern aus dem Mobilfunk tragen müssten. Das könnten sich immer weniger Unternehmen leisten. Verbraucherbeschwerden hinsichtlich zu hoher Preise bei der Nutzung von Mehrwertdiensten über den Mobilfunk stellten alle Gesprächsteilnehmer fest. Ursache hierfür sei, dass einige Mobilfunk-Netzbetreiber deftige Aufschläge auf die Preise für die Nutzung von Mehrwertdiensten erhöben, die im Vergleich zum Festnetz in Einzelfällen zu bis zu 50 Prozent höheren Preisen führten.

Für den Bereich der Auskunftsdienste erläuterte Zilles, dass die derzeit 76 Betreiber von 118xy-Rufnummern angesichts der kostenfreien Verfügbarkeit von Adressinformationen im Internet allesamt auch die Weitervermittlung auf andere Services im Angebot hätten. Bei einer solchen Weitervermittlung müsse aber in jedem Fall eine Preisansage erfolgen. Die Zahl von Verbraucherbeschwerden im Bereich der Auskunftsdienste und deren Weitervermittlung tendiere seit Jahren gegen Null. Kritisch äußerte sich Zilles für die gesamte Branche zu den Bestrebungen der Bundesnetzagentur, über eine Änderung der Zuteilungsregeln von 118xy-Rufnummern eine inhaltliche Regulierung dieser Dienste vorzunehmen. Dagegen laufe die gesamte Branche Sturm.

Einen hohen Nutzen für die Verbraucher sieht Khorshed im Zusammenwachsen von Telefonie und Internet in der neuen All-IP-Welt. So seien bislang etwa die Zahlmethoden bei den Mehrwertdiensten deutlich sicherer als im Internet. Dort sei heute oftmals nicht klar, wer zum Beispiel bei Bestellungen überhaupt der Vertragspartner sei. Bei den Mehrwertdiensten hingegen sei dies transparent geregelt. Um diese Vorteile auf die Next Generation Networks zu übertragen, müsse der Verbraucher unabhängig vom jeweiligen Endgerät und vom gerade genutzten Netzzugang auch in der All-IP-Welt klar identifizierbar sein.

Einig waren sich die Experten darüber, dass der Trend zur Nutzung von Service-Rufnummern weitergehen wird. Zweistellige Prozentzuwächse bei den Gesprächsminuten sprächen hier eine klare Sprache. Angesichts der Entwicklung vieler Wirtschaftszweige hin zu zentralen Service- und Vertriebsstrukturen sei ein weiterer Ausbau von Call Centern zu erwarten. Diese müssten künftig verstärkt die Aufgaben von Filialnetzen mit übernehmen. Zur Steigerung der Akzeptanz der Service-Rufnummern müsse das Preis-/Leistungsverhältnis weiter verbessert werden. Dies sei etwa über eine bessere Beratung, die Verkürzung von Wartezeiten und automatisierte wiederholbare Prozesse zum Beispiel bei einer Kontostandsabfrage möglich.

Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM)

Im VATM sind mehr als 80 der im deutschen Markt operativ tätigen Telekommunikations- und Dienstleistungsunternehmen aktiv. Alle stehen im direkten Wettbewerb zum Ex-Monopolisten Deutsche Telekom AG und engagieren sich für mehr Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt - zugunsten von Innovationen, Investitionen und Beschäftigung. Seit der Marktöffnung im Jahr 1998 haben die Wettbewerber im Festnetz- und Mobilfunkbereich Investitionen in Höhe von rund 35 Mrd. € vorgenommen.

Unmittelbar sichern die neuen Festnetz- und Mobilfunkunternehmen über 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland sowie zusätzlich etwa 50 % der Beschäftigung in den Zulieferbetrieben.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Weitere Informationen zum Thema "Kommunikation":

2018 wird das Jahr der Videokonferenz

Ob im Pri­vat­le­ben, für das Ge­schäfts­mee­ting oder zur Opti­mie­rung des Kun­den­ser­vices: Vi­deo­kon­fe­ren­zen sind mitt­ler­wei­le nicht mehr weg­zu­den­ken. Selbst die Ge­sund­heits­bran­che hat das Tool für sich ent­deckt: Arzt­be­su­che sol­len künf­tig ver­mehrt per Vi­deo ab­ge­hal­ten wer­den.

Weiterlesen

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.