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Zeitarbeit: Unternehmen fordern von Bundesregierung rasche Einführung des Mindestlohns

USG-People fürchtet osteuropäische Billigkonkurrenz ab Mai 2011

(PresseBox) (Düsseldorf, ) Die Zeitarbeitsbranche fordert von der Bundesregierung die rasche Einführung eines Mindestlohnes. Andernfalls erwartet die Branche ab Mai nächsten Jahres, wenn die EU die volle Freizügigkeit einführt, Billigkonkurrenz aus Osteuropa. "Wir müssen unbedingt verhindern, dass es im Zuge der Freizügigkeit innerhalb der EU ab Mai 2011 zu einem Wettbewerb um die niedrigsten Tariflöhne kommt, indem zum Beispiel ein Zeitarbeitsunternehmen aus Osteuropa Mitarbeiter in Deutschland zu ausländischen Tarifverträgen überlässt", warnt Marcus Schulz, Geschäftsführer der Zeitarbeitsfirma USG-People, einem der vier Branchenriesen in Europa. "Ich will keine Angebote von ausländischen Wettbewerbern sehen, bei denen ein Stundenlohn von 3 € gezahlt wird. Unsere Kunden werden einen Mindestlohn auf Basis des bestehenden Tarifvertrages des Bundesverbandes Zeitarbeit und des Deutschen Gewerkschaftsbundes mittragen." Schulz hat wenig Verständnis dafür, dass der Mindestlohn noch nicht eingeführt ist. "Ein Mindestlohn für unsere Branche wird zu mehr Akzeptanz beitragen. Die Menschen verstehen nicht, warum es so schwer ist, die Aufnahme in das Entsendegesetz endlich umzusetzen und damit verbindliche Mindestlöhne für unsere Branche einzuführen."

Neben der Bezahlung sieht USG-People aber auch beim Umgang mit den Mitarbeitern Handlungsbedarf in der Branche, die unter ihrem schlechten Ruf leidet. "Wir brauchen einheitliche Regeln für den fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Diese sollten von den Verbänden BZA und IGZ gemeinsam mit unserem Tarifpartner erarbeitet werden. Ein Gütesiegel verpflichtet zur Einhaltung."

Die Forderung aus der FDP, Leih- und Stammkräfte gleich zu bezahlen, hält Schulz dagegen für nicht machbar. "Equal Pay ab dem ersten Tag wird die Beschäftigungschancen vieler Menschen erheblich reduzieren, Unternehmen ins Ausland drängen und die Zeitarbeit bürokratisieren. Zudem führt dieses Modell dazu, dass unsere Mitarbeiter bei wechselnden Einsätzen erheblichen Entgeltschwankungen ausgesetzt wären - nicht immer zugunsten unserer Mitarbeiter. Einer Diskussion über Equal Pay nach einer angemessenen Einarbeitungszeit stehen wir jedoch aufgeschlossen gegenüber."

USG-People ist einer der großen Personaldienstleister in Europa. Das Unternehmen mit Sitz in München betreibt 1.436 Niederlassungen in zehn europäischen Ländern.

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/MSchulz