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VDI-Präsident Braun: Gütesiegel setzt Maßstäbe für Ingenieure und Unternehmen

TÜV Rheinland und VDI nachrichten vergaben auf der Hannover Messe die ersten Zertifikate für "Ausgezeichnete Ingenieur-Arbeitgeber"

(PresseBox) (Hannover, ) "Solche Unternehmen braucht das Land, die ihre Mitarbeiter nicht nur ordentlich bezahlen, sondern sich auch vorbildlich um die beruflichen und sozialen Belange ihrer Ingenieure kümmern": Mit diesen Worten übergab am Dienstag VDI-Präsident Professor Bruno O. Braun auf der Hannover Messe die ersten beiden Zertifikate "Ausgezeichneter Arbeitgeber für Ingenieure" an die süddeutschen Ingenieurdienstleister engineering people aus Ulm und EnDes aus Stuttgart. Beide Unternehmen haben sich einer umfangreichen Prüfung unterzogen, zu der auch eine anonyme Befragung der Mitarbeiter gehörte. Braun, der die Zertifikate gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden des TÜV Rheinland, Friedrich Hecker, übergab, hob die Bedeutung des neuen Prüfsiegels für Ingenieure und Unternehmen gleichermaßen hervor. "Es ist an der Zeit, dass sich im Wettbewerb die Unternehmen profilieren können, die sich durch vorbildliches Personalmanagement, überdurchschnittliche Angebote für ihre Mitarbeiter und hohe ethische Standards auszeichnen. Dieses Gütesiegel setzt Maßstäbe für Ingenieure und Unternehmen."

Gerade jetzt, wo der Ingenieurmangel wieder zunehme, sei es für Unternehmen eine Chance, sich im Wettbewerb um Fachkräfte als guter Arbeitgeber hervorzuheben, betonte VDI-Präsident Braun. "Mit fast 50.000 offenen Stellen für Ingenieure ist es unverzichtbar, als Arbeitgeber Maßstäbe zu setzen und auf die Bedürfnisse von Ingenieuren einzugehen. Das verbessert die Chancen, die richtigen Fachkräfte zu finden, ganz erheblich."

Das neue Gütesiegel haben VDI nachrichten und TÜV Rheinland gemeinsam entwickelt. Dabei werden in einem aufwändigen Verfahren zunächst alle im Unternehmen beschäftigten Ingenieure anonym zu ihren Präferenzen und zur Situation im Unternehmen befragt. Auf Basis dieser Daten werden die Unternehmen von Auditoren des TÜV Rheinland besucht und vor Ort überprüft. Unter anderem werden Personalmanagement, Organisation und Prozesse, Ethik und Unternehmenskultur, der Umgang mit Entlassungen und die Personalentwicklung beurteilt. "Unsere Gutachter prüfen, welche entsprechenden Prozesse ein Unternehmen plant und umsetzt und beurteilen die Wirksamkeit der Maßnahmen", betonte TÜV Rheinland-Chef Hecker. "Dabei spielen auch Faktoren wie Arbeitsklima, die Möglichkeit, Familie und Beruf zu verbinden, klar strukturierte Aufgaben in einem Unternehmen und Aufstiegschancen eine große Rolle."

Insbesondere die anonyme Befragung der Mitarbeiter sei ein wichtiges Instrument, um nicht nur Stärken, sondern auch unbekannte Schwächen aufzudecken, so Hecker. "Wir wissen, dass die ersten beiden zertifizierten Unternehmen engineering people und EnDes durch den Zertifizierungsprozess, der wie ein Blick in den Spiegel wirkt, wichtige Erkenntnisse gewonnen haben, um sich weiter zu verbessern."

Winfried Keppler, Inhaber und Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft engineering people mit Sitz in Ulm, sagte in Hannover: "Wir sind sehr stolz darauf, dass unser hoher Anspruch, den wir an Betriebsklima, den Umgang mit unseren Mitarbeitern und an unsere Leistungen stellen, auch von renommierten Experten wie dem TÜV Rheinland bestätigt wird. Obwohl wir erst 2003 gegründet wurden und als Ingenieurdienstleister mit Vorurteilen zu kämpfen haben, bestätigt das gute Prüfergebnis, dass man Projekteinsätze auch so organisieren kann, dass die Mitarbeiter sehr zufrieden sind." Dabei bestätigt Keppler, dass man durch die Zertifizierung neue Erkenntnisse gewinnen kann. So wurde durch die Befragung deutlich, dass nicht alle Qualifizierungsangebote im Unternehmen bekannt sind. "Wir werden deshalb nicht nur unsere Mitarbeiter verstärkt und laufend auf diese Angebote hinweisen, sondern einzelne aktiv ansprechen. Zudem haben wir aktuell ein Seminarprogramm zu den Themen Kommunikation, Präsentation, Moderation und Projektmanagement aufgelegt, das von den Mitarbeitern kostenlos belegt werden kann", so Keppler. Eine bereits laufende Umfrage soll zeigen, welche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote die Ingenieure im Unternehmen wünschen.

Auch Gunnar Paul, Geschäftsführer der EnDes GmbH in Stuttgart, freute sich über die bestandene Prüfung. "Mit dem Zertifikat von VDI nachrichten und TÜV Rheinland wollen wir Ingenieuren signalisieren, dass wir ein guter Arbeitgeber sind und uns vorbildlich um unsere Mitarbeiter kümmern. Gerade als Ingenieurdienstleister ist uns das Signal wichtig, dass wir mehr tun als andere. Wir stellen Ingenieure auf Dauer ein und nicht in Abhängigkeit von Projekten." EnDes suche die langfristige Bindung und finanziere Ingenieuren, die fünf Jahre im Unternehmen sind, ein MBA-Studium. Gute Angebote für die Mitarbeiter schlagen sich laut Gunnar Paul in besseren Leistungen nieder. "Nur zufriedene Mitarbeiter erreichen gute und vorbildliche Ergebnisse für unsere Kunden." Das Siegel helfe nun, dies auch stärker nach außen zu tragen.

Hintergrund:

Die Zertifizierung erfolgt je nach Unternehmensgröße in drei Kategorien, entscheidend ist die Anzahl der beschäftigten Ingenieure. Kategorie 1 umfasst Unternehmen mit bis zu 50 Ingenieuren, Kategorie 2 Betriebe mit 50 bis 150 Ingenieuren, Kategorie 3 alle Unternehmen, die mehr als 150 Ingenieure beschäftigen. Verliehen wird das Zertifikat für drei Jahre, muss allerdings jährlich durch eine Überprüfung vor Ort bestätigt werden. Informationen zur Zertifizierung finden Sie unter http://www.ingenieurkarriere.de/zertifizierung