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Ökonom: Akademikerabgabe statt Studiengebühren

Dohmen: Studienfinanzierung an das spätere Einkommen koppeln

(PresseBox) (Berlin, ) Die Finanzierungslücken durch Streichung von Studiengebühren könnten durch eine Akademikerabgabe geschlossen werden. Der Bildungsökonom Dieter Dohmen hat in den neuen VDI nachrichten eine solche Abgabe vorgeschlagen, die erst bei Aufnahme einer Berufstätigkeit in Abhängigkeit von der Einkommenshöhe erhoben werden sollte. Dohmen, der das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Berlin leitet, hält es für richtig, die finanzielle Belastung während des Studiums, wenn das Geld knapp ist, zu reduzieren.

Deshalb sei es eine Lösung, die Studiengebühren in Abhängigkeit von den Kosten des Studiums und des späteren Einkommens zu erheben. "Will man eine zusätzliche finanzielle Belastung der Studierenden während des Studiums und anschließend eine übermäßige Einkommensbelastung vermeiden, dann sollte die Beteiligung an den Studienkosten nicht als normaler Kredit, sondern abhängig vom später erzielten Einkommen erfolgen", so Dohmen in den VDI nachrichten. "Ein Lösungsansatz könnte von 3,6?% des künftigen Einkommens für einen Bachelor- und weiteren 2,4?% für ein Masterstudium ausgehen. Für ein Bachelor- und Masterstudium wären 6 % vom künftigen Einkommen zu zahlen. Dies würde bedeuten, dass etwa jemand mit einem Einkommen von 2.000?€ monatlich 120?€ und jemand mit einem Einkommen von 5.000?€ dann 300?€ zahlt."

Dohmen weiter: "Der Rückzahlungszeitraum, der politisch festzulegen wäre, entscheidet über die Höhe der nachträglich gezahlten "Studiengebühren". Über sieben Jahre kämen in dem Beispiel 10.000?€ bzw. 25.000?€ zusammen. Dies dürfte ausreichen, um die Gebühren relativ problemlos zu refinanzieren, inklusive faktischer Verzinsung und Ausfallumlage." Dieses Systeme berücksichtige auch soziale Faktoren. "Wer mehr verdient, zahlt auch mehr - wer weniger verdient, zahlt weniger." Kindererziehung und Pflege der Eltern seien in diesem Modell automatisch und besser integriert als in allen bestehenden Darlehensmodellen. "Auch die unterschiedlichen Einkommen von Männern und Frauen - und damit die unterschiedlichen Renditen bei gleichen Studienkosten - werden somit automatisch berücksichtigt."

Das Konzept finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/DDohmen