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Pressemitteilung BoxID: 609165 (VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.)
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Netzausbau mit heißen Seilen

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) .
- VDE|FNN informiert mit neuem technischen Hinweis Freileitungsbetreiber über Besonderheiten beim Einsatz von Hochtemperaturleitern

- In Deutschland bislang nur wenig Praxiserfahrung mit neueren Leiterseilen

- Vor allem bestehende Freileitungen können dank Hochtemperaturleitern mit höherer Übertragungsfähigkeit betrieben werden, jedoch steigen die Verluste

Weiträumige Stromtransite werden vor dem Hintergrund einer zunehmend dezentralen Energieerzeugung, des lokalen Ausbaus von Wind- und Solarenergie und eines wachsenden europäischen Stromhandels immer notwendiger. In vielen Netzausbauszenarien spielen Hochtemperaturleiter deswegen eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen eine bis zu 90 Prozent höhere Strombelastbarkeit als vergleichbare Standardleiter. Das Nachrüsten vorhandener Stromtrassen mit den sogenannten "heißen Seilen" kann deren Übertragungsfähigkeit also deutlich steigern. Bislang mangelt es in Deutschland an praktischen Erfahrungen bezüglich des Einsatzes neuerer Hochtemperaturleiter. Um Errichtern und Betreibern von Freileitungen die Verwendung dieser Technologie zu vereinfachen, hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) jetzt einen entsprechenden Leitfaden veröffentlicht. Der technische Hinweis "Einsatz von Hochtemperaturleitern" fasst bisherige Erkenntnisse zusammen und klärt auf, inwieweit sich bestehende Normen und Berechnungsmodelle auf die neuen Leitertypen übertragen lassen.

Besonderheiten beim Einsatz und Übersicht verfügbarer Leitertypen

Hochtemperaturleiter dürfen bis zu 210 Grad Celsius heiß werden, ohne Schaden zu nehmen. Ihre Strombelastbarkeit ist deswegen höher als bei Standardleitern, die bei gleichem Querschnitt mit Temperaturen bis 80 Grad Celsius betrieben werden. Auf Grund der überproportional zunehmenden stromabhängigen Verluste eignen sich Hochtemperaturleiter eher für kurze Leitungsabschnitte oder für Leitungen mit nur zeitweise auftretenden starken Belastungen. Ob das dadurch gewonnene Übertragungspotenzial im Netz vollständig genutzt werden kann, muss jeweils einzelfallabhängig geprüft werden. Einschränkungen können sich etwa durch Stabilitätskriterien ergeben. Außerdem ist der höhere Blindleistungsbedarf zu berücksichtigen. Zusätzlich kann durch Einsatz neuer Kernmaterialien erreicht werden, dass der Durchhang der Leiter im erlaubten Bereich bleibt.

Übertragbarkeit von bestehenden Normen und Berechnungsmodellen

Der Hinweis stellt die Besonderheiten beim Einsatz der Hochtemperaturleiter in Bezug auf die relevanten Normen für Freileitungen und deren Komponenten dar. Die existierenden Modelle lassen sich nicht ohne Einschränkungen auf Hochtemperaturleiter übertragen. Der technische Hinweis zeigt daher auf, was es bei der Übertragung von Modellen zu beachten gilt und verweist auf entsprechende wissenschaftliche Veröffentlichungen. Eine Überprüfung der Modelle und ihre eventuelle Anpassung sind derzeit in Arbeit.

Weitere Informationen zum technischen Hinweis "Einsatz von Hochtemperaturleitern" sowie eine Downloadmöglichkeit gibt es unter: www.vde.com/fnn-htl

Über FNN

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) ist der zuständige Ausschuss für die Erarbeitung von VDE-Anwendungsregeln und technischen Hinweisen für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Übertragungs- und Verteilungsnetze. FNN ist ein Ausschuss des VDE mit eigenem Fördererkreis und Geschäftsstelle und fördert als moderne, gemeinnützige Expertenplattform den Erfahrungsaustausch und trägt zur Weiterentwicklung von Netztechnik und Netzbetrieb sowie des Zähl- und Messwesens bei. Mitglieder sind Unternehmen, Organisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden mit besonderem Interesse an den Themengebieten Netztechnik/Netzbetrieb. Im Fokus stehen dabei die technischen Anforderungen an Betriebsmittel und Anlagen, an die bedarfsgerechte Vorhaltung und den Ausbau von Netzen, die technische Sicherheit unter anderem bei Auslegung und Netzplanung sowie operative Aspekte beim sicheren und zuverlässigen Betrieb von Netzen.

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