Gut, aber noch nicht gut genug

Erste Ergebnisse des VDE|FNN-Tests intelligenter Messsysteme

Frankfurt am Main, (PresseBox) - .

- Rund 800 Fachexperten diskutieren auf dem VDE|FNN-Fachkongress Zählen - Messen - Prüfen (ZMP) die Zukunft intelligenter Messsysteme
- Als Highlight präsentiert VDE|FNN erste Ergebnisse der koordinierten Testphase zur Einführung intelligenter Messsysteme

Ohne die Einführung intelligenter Messsysteme gibt es keine Digitalisierung der Energiewende in Deutschland. So lautet das Fazit des ersten Tages des Fachkongresses Zählen - Messen - Prüfen (ZMP) des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) heute in Leipzig. Rund 800 Fachexperten aus dem In- und Ausland diskutieren noch bis morgen Lösungen und Herausforderungen beim Rollout digitaler Energiemesstechnik.

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE begrüßt den Einstieg in den Rollout intelligenter Messsysteme, der mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende Anfang 2017 begonnen hat. Der Fokus der Arbeiten im VDE|FNN verschiebt sich derzeit von der Standardisierung interoperabler Geräte hin zur Qualitätssicherung. "Zuverlässigkeit ist das A und O für die Akzeptanz des intelligenten Messsystems", so FNN-Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Küppers in seiner Keynote. "Die VDE|FNN-Arbeiten zur Qualitätssicherung setzen daher an allen Stellen des Prozesses an: von den Spezifikationen, über die koordinierte Testphase bis hin zu einem Qualitätssiegel", so Dr. Küppers weiter.

Als Highlight präsentierte VDE|FNN erste Ergebnisse der seit 2015 laufenden koordinierten Testphase. Es handelt sich um den größten branchenweiten Praxistest für neue Komponenten, deren Einführung im Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende geregelt ist. Die Ergebnisse der ersten Teststufe, den Labortests, liegen jetzt vor. Hier wurden moderne Messeinrichtungen (also digitale Stromzähler) und Smart-Meter-Gateways im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Gateway-Administratoren gemäß vorab definierter Testfälle untersucht. Ziel war, das Maß der Interoperabilität der verschiedenen Komponenten zu ermitteln.

Getestet wurden 13 verschiedene Kombinationen dieser Komponenten und damit ein Großteil der derzeit am Markt erhältlichen Produkte. Über ein Jahr wurden 101 definierte Testfälle an den Geräten und vor allem der verschiedenen Gerätekombinationen geprüft. Insgesamt ließen sich so 2.222 Tests durchführen. 45 Prozent der Testfälle verliefen positiv, rund 25 Prozent waren wegen fehlender Voraussetzungen nicht durchführbar, weniger als 5 Prozent sind fehlgeschlagen. Somit war die Mehrzahl der Tests erfolgreich. Gleichzeitig zeigte sich, dass die erforderliche Marktreife für einen branchenweiten Rollout noch nicht erreicht ist. "Angesichts der Komplexität der Aufgabenstellung stimmen die gewonnenen Erkenntnisse und das erzielte Ergebnis positiv", so Peter Zayer, Vorsitzender des Lenkungskreises Zähl- und Messwesen im VDE|FNN. Die erzielten Resultate machten weiter deutlich, wie notwendig diese aufwendigen Tests sind. Eine Interoperabilität im Sinne einer "Plug & Play"-Lösung sei noch nicht erreicht. "Da alle Komponenten einschließlich der Schnittstellen vollkommen neu entwickelt wurden, war absehbar, dass die für einen erfolgreichen Rollout dringend benötigte Interoperabilität eines fortlaufenden Entwicklungsprozesses bedarf", so Zayer weiter.

Die Durchführung der koordinierten Testphase erfolgt in einem Konsortium aus VDE|FNN und 16 Unternehmen der Energiewirtschaft. Fast alle derzeit am Markt erhältlichen Systeme und Komponenten werden in die Tests einbezogen. Die gewonnen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Standardisierung bei VDE|FNN ein.

Die zweite Stufe der Testphase ist bereits gestartet. Dabei werden mit einer kleineren Anzahl an Netzkunden Geräte und Prozesse über ihren gesamten Lebenszyklus getestet. Im dritten Schritt sollen dann große Feldtests durchgeführt werden. Hier soll das Gesamtsystem bei mehreren tausend oder zehntausenden Kunden seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Die ZMP findet in diesem Jahr bereits zum elften Mal statt und ist der größte bundesweite Fachkongress zu allen Fragen rund um das intelligente Messsystem und die Themen Zählen, Messen, Prüfen. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE ist Träger des Kongresses.

Weitere Informationen: www.vde.com/fnn-testphase

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) erarbeitet VDE-Anwendungsregeln und technische Hinweise für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Übertragungs- und Verteilungsnetze. Mitglieder sind Unternehmen, Organisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden. www.vde.com/fnn

VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik ist mit 36.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen) und 1.200 Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. Die Themenschwerpunkte des Verbandes reichen von der Energiewende über Industrie 4.0, Smart Traffic und Smart Living bis hin zur IT-Sicherheit. Der VDE setzt sich insbesondere für die Forschungs- und Nachwuchsförderung sowie den Verbraucherschutz ein. Das VDE-Zeichen, das 67 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Hauptsitz des VDE ist Frankfurt am Main.

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