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Pressemitteilung BoxID: 592849 (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE))
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Wissenschaftler-Ehepaar aus dem UKE erhält Wilhelm-Warner-Preis für Krebsforschung

Auszeichnung für Hirntumorforschungen

(PresseBox) (Hamburg, ) Die Mediziner Prof. Dr. Manfred Westphal, Direktor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), und Prof. Dr. Katrin Lamszus, wissenschaftliche Leiterin des Labors für Hirntumorbiologie am UKE, werden mit dem Wilhelm-Warner-Preis für Krebsforschung 2012 ausgezeichnet. Die UKE-Wissenschaftler erhalten den mit 10.000 Euro dotierten Preis für ihre wichtigen Beiträge zur Grundlagenforschung und Therapieentwicklung bei Hirntumoren.

Hirntumoren machen durchschnittlich zwei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Trotz großer medizinischer Fortschritte sind die Heilungschancen für Patienten mit bösartigen Verläufen immer noch schlecht. "Verantwortlich dafür ist der oft diffuse Wuchs der Tumoren und ihre Lage im Gehirn", erklärt Prof. Westphal. "Wir arbeiten seit langem an der Entwicklung neuer Therapieoptionen, um die Prognose bei diesen bösartigen Tumoren zu verbessern." Zahlreiche multizentrische klinische Studien wurden in den letzten Jahren zum Teil auch unter Leitung der Klinik für Neurochirurgie durchgeführt. Zum internationalen Behandlungsstandard beim häufigsten bösartigen Hirntumor, dem Glioblastom, gehört heute eine unter gewissen Voraussetzungen anwendbare lokale, intraoperative Chemotherapie, die in einer vom UKE geleiteten internationalen Studie getestet wurde. "Darüber hinaus haben wir Modelle entwickelt, die es ermöglichen, die Stammzellen zu untersuchen, die für das aggressive Wachstum der Tumoren verantwortlich sind", sagt Prof. Westphal.

Seit Gründung des Labors für Hirntumorbiologie am UKE im Jahr 1984 wurden zahlreiche richtungweisende Erkenntnisse über die genetischen Ursprünge von Tumoren, ihre Verbreitung im Gehirn und den Zusammenhang zwischen Tumorwachstum und Blutgefäßneubildungen gewonnen und in Fachmagazinen veröffentlicht. "Im Fokus der Grundlagenarbeit steht die Erforschung von Tumorstammzellen - den Ursprungszellen von Hirntumoren", erläutert Laborleiterin Prof. Lamszus. Problematisch für Ärzte und Wissenschaftler: Tumorstammzellen sind normalen neuralen Stammzellen, aus denen im Gehirn gesunde, regenerative Prozesse entstehen, sehr ähnlich. Das erschwert eine spezifische Therapie erheblich. "Diese feinen, geringen Unterschiede zwischen kranken und gesunden Zellen im Gehirn zu entschlüsseln, wird zukünftig entscheidend sein für die Entwicklung selektiver und effektiver Therapien bei Hirntumoren", sagt Prof. Lamszus.

Mit dem Wilhelm-Warner-Preis werden jedes Jahr namhafte Wissenschaftler im Bereich der Krebsforschung ausgezeichnet. Am 3. Mai wird der Preis im Rahmen eines Festakts im Hubertus Wald Tumorzentrum übergeben (Beginn: 17 Uhr). Zum ersten Mal erhält ihn ein Forscher-Ehepaar: Prof. Lamszus und Prof. Westphal sind verheiratet und haben zwei Kinder.