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Pressemitteilung BoxID: 237520 (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE))
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Wie der Körper Fette verarbeitet

Interdisziplinäres Forschungsprojekt

(PresseBox) (Hamburg, ) Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), der Universität Hamburg und des Heinrich-Pette-Instituts haben herausgefunden, dass es mit Hilfe von Nanoteilchen möglich ist, den Weg der Nahrungsfette im Körper direkt zu verfolgen. In Zukunft, hoffen die Wissenschaftler, können dadurch beim Menschen Risiken für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkannt werden. Ihre Ergebnisse haben die Hamburger Wissenschaftler jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Nature Nanotechnology (Volume 4) veröffentlicht.

Die Nanotechnologie hat Innovationen in vielen Bereichen des Alltags ermöglicht, vom UV-Schutz in Sonnencremes über die Oberflächenbeschichtungen von Flugzeugen bis hin zum fälschungssicheren Geldschein. Mit dieser Technologie können Teilchen von 1 bis 100 Nanometer erzeugt werden (1 Nanometer ist ungefähr 70.000 Mal dünner als ein menschliches Haar), die mit ihren besonderen Eigenschaften in der Medizin zum Beispiel als Trägermoleküle für Medikamente oder zur Markierung von Tumoren benutzt werden können.

In einem interdisziplinären Verbundprojekt zwischen der Zellbiologie und Radiologie am UKE, dem Institut für Physikalische Chemie der Universität Hamburg, dem Heinrich-Pette Institut in Hamburg und der Technischen Universität Dresden konnten Oliver Bruns und Jörg Heeren, Institut für Biochemie und Molekularbiologie II, spezielle Nanoteilchen zur Markierung von Lipoproteinen nutzen.

Lipoproteine transportieren die Fette in unserem Blut, wobei Defekte in diesem Transportsystem zur Entstehung von Gefäßerkrankungen und Herzinfarkt führen.

Die Hamburger Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es mit Hilfe dieser von Ulrich Tromsdorf, Institut für Physikalische Chemie der Universität Hamburg, hergestellten Nanoteilchen möglich ist, den Weg der Nahrungsfette im Körper direkt zu verfolgen. Die Nanoteilchen wurden dazu speziell funktionalisiert, so dass sie außergewöhnlich gute Kontrastmittel für die Magnetresonanz- Tomographie darstellen. Mit diesem bildgebenden Verfahren konnte Harald Ittrich, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im UKE, sogar erstmals die quantitative Bestimmung von Nanoteilchen im Körper durchgeführt werden. Dies war möglich, da die Kontraststärke der mit den Lipoproteinen assoziierten Nanoteilchen nicht nur sehr hoch ist sondern auch konstant bleibt. Bislang waren die Wissenschaftler auf die Entnahme vieler Blutproben angewiesen und sehr schnelle Vorgänge, wie die Aufnahme von Nahrungsfetten in die Leber, konnten nicht in Echtzeit verfolgt werden.