PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 331723 (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE))
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
  • Martinistr. 52
  • 20251 Hamburg
  • http://www.uke.de
  • Ansprechpartner
  • Stefan Baldus
  • +49 (40) 7410-55320

Ein Eiweiß aus Leukozyten löst Vorhofflimmern aus

UKE-Studie

(PresseBox) (Hamburg, ) UKE-Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass ein bestimmtes Eiweiß für Vorhofflimmern verantwortlich ist. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe am Universitären Herzzentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) werden in der renommierte Fachzeitschrift Nature Medicine publiziert. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung des Menschen, rund 300.000 Menschen leiden allein in Deutschland an dieser Erkrankung.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Stefan Baldus, Klinik für allgemeine und interventionelle Kardiologie am Universitären Herzzentrum des UKE, konnte einen bisher nicht gekannten, bedeutsamen Mechanismus für die Entstehung von Vorhofflimmern nachweisen. Sie haben gezeigt, dass ein Eiweiß aus Leukozyten - Myeloperoxidase - von zentraler Bedeutung für die Auslösbarkeit der Rhythmusstörung ist.

Myeloperoxidase ist ein Enzym mit primärer Bedeutung in der Infektabwehr beim Menschen. Es bindet sich an den Herzmuskel im Vorhof des Herzens und begünstigt dort die Ablagerung und den Umbau von Bindegewebe - die Folge ist eine unkoordinierte elektrische Erregungsausbreitung im Vorhof und damit die Entstehung von Vorhofflimmern. Während Mäuse, denen dieses Eiweiß fehlt, geschützt waren vor der Entstehung von Vorhofflimmern, wiesen Patienten mit Vorhofflimmern erhöhte Spiegel dieses Enzyms im Blut und im Vorhof selbst auf.

Zukünftige Untersuchungen müssen zeigen, ob eine gerichtete Blockade dieses Enzyms die Entstehung von Vorhofflimmern beeinflussen kann.