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Pressemitteilung BoxID: 319809 (Universität Kassel)
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Klima-Forschung für Europa: Uni Kassel ist Teil des European Institute of Innovation and Technology

(PresseBox) (Kassel/Darmstadt/Wiesbaden, ) "Die Uni Kassel spielt nun auch in der erstmals aufgestellten Formation der Klima-Europa-Liga", freut sich Kassels Universitätspräsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, nachdem die Universität Kassel Teil des von der EU neu gegründeten Europäischen Instituts für Innovation und Technologie wurde. Die Europäische Union hat das Institute of Innovation and Technology (EIT) gegründet, um innovative Forschungsergebnisse künftig rascher in die Umsetzung zu bringen und damit zugleich das Wachstum der Wirtschaft und gesellschaftlichen Wohlstand zu fördern. Dies soll dadurch erreicht werden, dass europaweit exzellente Forschungsinstitutionen und Innovationscluster unter dem EIT-Dach zu so genannten "Knowledge and Innovation Communities" (KICs) zusammengefasst werden. Eines der zentralen Themen, für die KICs gebildet werden sollen, sind die Herausforderungen des Klimawandels.

Als eines der ersten drei KICs wurde das Climate KIC durch das EIT-Governing Board ausgewählt. 20 europäische Konsortien hatten sich um die Aufnahme in das europäische Institut beworben, drei Konsortien waren erfolgreich - darunter das Konsortium, an dem Hessen und die Universität Kassel beteiligt sind. Hier arbeiten sechs europäische Metropolregionen, die TU Darmstadt und die Universität Kassel als hessische Universitäten, die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), die Paris-Tech, die Universitäten Delft/Utrecht, das Imperial College London mit zehn Partnern aus der Wirtschaft, wie Shell, Thales, SAP und Bayer zusammen.

Der Beitrag der Region Hessen liegt vor allem in der Forschung und Entwicklung von Klimaanpassung, erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz von Gebäuden und wird von der Technischen Universität Darmstadt koordiniert. Für das gesamte Climate KIC-Programm wurde eine Förderung von 120 Millionen Euro bis 2013 beantragt. Weitere Förderungen werden durch eine Kombination nationaler und regionaler Förderungen erwartet.

Mehr als 120 Millionen Euro Fördermittel werden erwartet

"Der Erfolg bei der Bewerbung zeigt, dass es richtig und gut war, 2009 in Kassel das Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA) zu gründen. Damit wurden die umfassenden Fachkompetenzen und Erfahrungen der Uni Kassel zum Thema Klima gebündelt, mit dem KLIMZUG-Projekt die Region Nordhessen einbezogen und weit nach außen sichtbar gemacht," so Universitätsvizepräsident Prof. Dr. Alexander Roßnagel. Er erwartet daraus auch einen Wettbewerbsvorteil für die Uni beim Antrag um Forschungsgelder von der EU und nationalen Geldgebern. "Das CliMA gehört nun zur "Klima-Abteilung' des Europäischen Instituts und wir können die bereits vorhandenen hervorragenden Forschungsprojekte zum Ausgangspunkt für weitere Mitteleinwerbungen nehmen", wie Roßnagel, der auch Mit-Gründer und Sprecher des CliMA ist, weiter ausführt.

Komplexe Organisationsstruktur

Hessen ist Kernpartner eines Konsortiums mit dem Titel "Regional Innovation Implementation Community - Promoting the Low-Emission Economy", kurz RIC/PLEE. Es ist ein europäischer Zusammenschluss von Hessen mit den Regionen Emilia Romagna, Zentral-Ungarn, Valencia, West Midlands/Birmingham und Wroclaw. Jede Region bringt ihre Schlüssel-Entwicklungsträger ein, also Universitäten, Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen sowie regionale und lokale Behörden. Das RIC/PLEE ist zentraler Teil des Climate KIC.

Im Rahmen des Climate KIC arbeiten die Partner an vier Forschungs- und Innovationsprogrammen zu den Themen "Klimaforschung", "Reduktion von der Emission von Treibhausgasen aus Städten", "Erneuerbare Prozesse mit Biomasse" und "Integrierter Wasserhaushalt". Dazu sollen die Partner Instrumente und Produkte entwickeln und damit Forschungsergebnisse schneller und systematischer in marktfähige Lösungen umsetzen. Zu den Aufgaben zählen die Verbesserung des Erdsystem-Monitorings für die Klimaforschung sowie die Entwicklung von Lösungen für eine kohlenstoffdioxidarme Wirtschaftsweise. Gleichzeitig wird das Climate KIC mit einem umfangreichen Programm zur beruflichen und universitären Aus- und Weiterbildung im Klimaschutz die Verbindung zwischen Forschung und Praxis herstellen. Dieses so genannte "Pioneers into Practice"-Programm wird mit einem jährlichen Budget von fünf Millionen Euro ausgestattet sein.