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Pressemitteilung BoxID: 321727 (Universität Bremen)
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Neue Sicherheitslabore für Bremer Umweltmikrobiologie

Ökologische Auswirkungen von Genfood werden geprüft: Beispiel Genreis

(PresseBox) (Bremen, ) Alle reden von Genfood, doch was ist mit den Böden, auf denen es wächst? Der Arbeitsbereich der Bodenkunde unter der Leitung von Professor Rolf Tippkötter an der Universität Bremen hat nun neue Sicherheitslabore erhalten, um unter anderem zu untersuchen, wie sich die Anpflanzung von Genreis auf Böden auswirkt. Die Universität Bremen richtet mit der molekularen Bodenmikrobiologie eine neue Fachrichtung in einer hochmodernen, fächerübergreifenden Disziplin mit internationalem Ansehen ein. „Durch die neue Ausstattung wird die mikrobiologische Umweltforschung an der Universität Bremen deutlich gestärkt. Das hohe Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Einrichtung der Labore ist beste Voraussetzung für die weitere dynamische Entwicklung dieses Gebiets“, betont Uni-Kanzler Gerd-Rüdiger Kück.

Die neuen Sicherheitslabore bedeuten einen Fortschritt für kooperative Arbeiten zwischen der Boden- und der Umweltmikrobiologie der Universität Bremen. Dr. Thilo Eickhorst, Projektleiter der gentechnischen Arbeiten, untersucht auf internationaler Ebene vor allem die Auswirkungen der gentechnischen Manipulation von Reis (GM-Reis) auf im Boden lebende Organismen. Aufgrund der schwierigen Ernährungslage und der Drohung von Hungerkatastrophen in Asien hält er Genreis – auf der Basis von natürlichen Genen – für vertretbar, um Schädlinge abzuwehren und damit ausreichend Erntemengen sicher zu stellen. Dennoch sei zu prüfen, ob und in welchem Ausmaß diese Gene über die Reispflanze auf Bodenorganismen übergehen oder etwa in humosen Substanzen oder geeigneten Mineralen im Boden akkumuliert werden.

Der Einsatz von entsprechenden Pflanzenzuchtschränken und hochmoderner Laborausstattung ermöglicht in den neu eingerichteten Laboren die Aufzucht von Reis unter simulierten Klimabedingungen, so dass weite Fahrten in die Reisanbaugebiete nur noch in Ausnahmefällen notwendig werden. Mit diesen Möglichkeiten vor Ort in Bremen wurden kürzlich auch DNA-Extraktionen (Fingerprint Analysen) in Reisböden durchgeführt, die vor allem die Bestandsaufnahme von Archaeen zum Ziel hatte. Diese den Bakterien verwandten Mikroorganismen sind häufig für die Produktion von Methan im Boden verantwortlich. Des Weiteren nutzen die Bremer Bodenkundler weiterentwickelte DNA-basierte Verfahren zur Erforschung von Pilzen in Reisböden. Diesen kommt eine entscheidende Aufgabe beim Abbau von Reisstroh zugute, das bisher größtenteils verbrannt wird.

Zur Prüfung der mikrobiologischen Auswirkungen des Anbaus von Genfood ist Professor Tippkötter eine Kooperation mit dem großen chinesischen Reisforschungsinstitut Haide Institute of Tropical Agricultural Resources (HITAR) eingegangen. Das internationale Renommee der Bodenforschung der Universität Bremen belegt auch die Kooperation mit dem Institute of Resources, Ecosystems and Environment der Nanjing Agricultural University. Zusammen werden weitere bodenmikrobiologische Untersuchungen zur Regulierung methanproduzierender Archeen durchgeführt.