Zahl der Geschäftsneugründungen in Deutschland hinkt anderen Staaten hinterher

(PresseBox) ( Berlin, )
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- Anzahl von Geschäftsgründungen in den letzten fünf Jahren um 3 % gefallen
- Studie von UHY, einem internationalen Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaternetzwerk

Die Anzahl von Geschäftsgründungen in Deutschland liegt im Vergleich hinter vielen anderen Ländern zurück, wie eine Studie von UHY, einem internationalen Wirt-schaftsprüfer- und Steuerberaternetzwerk, enthüllt.

UHY-Experten analysierten Zahlen der Geschäftsgründungen über die letzten fünf Jahre in 19 Ländern ihres internationalen Netzwerks, einschließlich der G8, aber auch bedeutender Schwellenländer wie die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China).*

In Deutschland ist die Zahl der Neugründungen auf Basis der Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn während der letzten fünf Jahre im Durchschnitt jährlich um 3 % zurückgegangen. Dem steht ein jährliches Wachstum von 0,4 % in den führenden Industriestaaten gegenüber. Insgesamt liegt Deutschland auf Platz 14 im internationalen Vergleich der Geschäftsgründungen aller untersuchten Staaten. 2010 wurden in Deutschland 417.644 neue Betriebe gegründet, gegenüber 471.249 im Jahr 2006.

Sowohl Frankreich als auch das Vereinigte Königreich übertrafen Deutschland in der Zahl der Geschäftsgründungen über die letzten fünf Jahre. Allerdings zeichnet sich in Deutschland eine Trendwende ab, da im letzten Jahr die Zahl der Gründungen um 1,2 % gestiegen ist.

Weltweit haben Geschäftsgründer mit niedriger Nachfrage und begrenztem Zugang zu Bankkrediten zu kämpfen. UHY zufolge haben politische Entscheidungsträger auf der ganzen Welt Schritte eingeleitet, um die Unternehmertätigkeit während der Fi-nanzkrise anzukurbeln. Diese Maßnahmen hatten sehr unterschiedliche Erfolge:

Während in manchen Staaten die Zahl der Neugründungen in zweistelliger Höhe gewachsen ist, sind Geschäftsneugründungen in anderen um zweistellige Prozent-punkte gefallen.

Das Land mit dem größten Wachstum an Neugründungen ist Russland, einer der sogenannten BRIC-Staaten, wo man ein jährliches Wachstum von 25,6 % bei der Gründung neuer Betriebe in den letzten fünf Jahren beobachten konnte. Beinahe 3,2 Millionen neue Unternehmen wurden 2010 in Russland gegründet, gegenüber 1,3 Millionen im Jahr 2006.

Das Land mit der größten Abnahme bei Geschäftsneugründungen ist Spanien. Die jährliche Zuwachsrate beträgt dort über die letzten fünf Jahre -14,6 %. 76.622 neue Unternehmen wurden 2010 in Spanien gegründet, 2006 waren es noch 143.859.

John Wolfgang, Vorsitzender von UHY, kommentiert: "Der Unterschied zwischen In-dustrieländern und Schwellenländern ist bemerkenswert, wobei bei der Hälfte aller in unserer Studie untersuchten Länder die Geschäftsneugründungen abgenommen haben. Die BRIC-Staaten sind sämtlich in der oberen Hälfte, während von den G8 nur Kanada, Frankreich und Russland einen Zuwachs bei der Gründung neuer Un-ternehmen über die letzten fünf Jahre feststellen konnten."

Er fügt hinzu: "Kleinbetriebe werden gemeinhin als Motor für Wachstum und Be-schäftigung angesehen und sind deswegen entscheidend für wirtschaftlichen Wohl-stand. Viele Regierungen - besonders westliche - stehen unter Druck, die Steuerein-nahmen zu erhöhen, um öffentliche Schulden abzubauen. Die Steuerlast wird über-proportional von kleinen Betrieben getragen, die nicht wie große Unternehmen ihre wirtschaftlichen Aktivitäten in Steueroasen verlagern können."

Die Studie zeigt, dass unter den G8-Staaten Frankreich die höchste Zuwachsrate bei Betriebsneugründungen hat. Das liegt an dem neuen Modell 'Auto Entrepreneur', welches in 2009 eingeführt wurde. Es handelt sich dabei um Kleinstbetriebe mit Umsätzen unter EUR 80.000 für Werksunternehmen und unter EUR 32.000 für Dienstleistungsunternehmen.

'Auto Entrepreneur'-Betriebe sind von der Gewerbeertragsteuer für die ersten zwei Jahre freigestellt und haben erheblich vereinfachten Zugang zu öffentlichen För-dermaßnahmen.

Reinhold Lauer, Vorstand der UHY Deutschland AG, erläutert: "Obwohl die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren besser funktioniert hat als die vieler anderer Indust-riestaaten, gibt es immer noch beträchtliche Hürden für das Unternehmertum, ins-besondere bei Neugründungen. Dabei ist es gerade für Deutschland wichtig, das Klima für Neugründungen zu verbessern, denn wir sind nicht das Land der Rohstoffe, sondern das Land der Ideen. Die UHY Deutschland AG hat sich diesem Problem gestellt und verfügt über besondere Expertise bei der Betreuung von Neugründun-gen. Dies betrifft die Mitwirkung bei der Erstellung von Businessplänen, Beratung bei der Einwerbung von Fördermitteln und bei der Beschaffung der Finanzierung. Insbe-sondere ausländische Investoren sind immer wieder überrascht, dass im ostdeut-schen Fördergebiet bis zu 50 % der Investitionen durch staatliche Zuschüsse finan-ziert werden können."

* Daten stammen aus offiziellen Quellen. Bei der Mehrzahl der Länder wurden Daten nur für Gesellschaften erhoben. Für jedes Land wurden aktuelle Zahlen der letzten fünf Jahre verwendet, 2006 bis 2010. Für Deutschland stammen die Daten aus den Statistiken des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn.
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