Willis Towers Watson Survey: Kein Ende der steigenden Health-Care-Benefit-Kosten in Sicht

Köln, (PresseBox) - Weltweit steigen die Kosten im betrieblichen Gesundheitsmanagement, und eine Besserung scheint bislang nicht in Sicht. Dies zeigt die global durchgeführte Befragung „Global Medical Trends 2017“ von Willis Towers Watson, für die 231 führende Krankenversicherer aus 79 Ländern befragt wurden. Die Versicherer nennen Krankenhauskosten, ambulante und stationäre Behandlungen, fortschrittliche Medizintechnologien sowie die intensive Verabreichung und übermäßige Verschreibung von Medikamenten als die wesentlichen Faktoren, die die Gesundheitskosten in die Höhe treiben.    

Die Umfrage in 2017 ergab, dass die Krankenversicherer den Kostenanstieg im Gesundheitssegment  auf rund 7,8 Prozent schätzen, gegenüber 7,3 Prozent im Vorjahr. Ein Blick auf die Regionen verdeutlicht, dass Lateinamerika die höchste Steigerung erwartet (11,5 Prozent) gefolgt vom Nahen Osten und Afrika (9,8 Prozent). Europa hingegen erwartet den vergleichsweise niedrigsten Kostenanstieg mit (4,5 Prozent). 

Bei der Frage nach einer Perspektive für die zeitnahe Kosteneindämmung, sind die Versicherer nicht sehr optimistisch. In allen Regionen erwartet die Mehrheit der Befragten einen „höheren“ oder „signifikant höheren“ Trend der medizinischen Kosten in den nächsten drei Jahren. Versicherer aus Nahost und Afrika sehen den Trend etwas positiver: Hier erwarten 53 Prozent der Befragten, dass sich bei den Kosten auch in den kommenden Jahren ein ähnlicher Anstieg wie in den Vorjahren abzeichnet.

Rund zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten führen die hohen Kosten im Bereich MedTech als den signifikantesten kostentreibenden Faktor an, auf den Arbeitgeber und Lieferanten keinen Einfluss haben. 40 Prozent nennen die Gewinnabsichten der Anbieter als Grund. Drei von vier Versicherern (74 Prozent) geben die übermäßige Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen auf Empfehlung der behandelnden Ärzte als größten Kostentreiber an. „Mehr als die Hälfte der Befragten befürchten, dass viele Arbeitnehmer die Kosten selbst in die Höhe treiben, indem nicht die richtigen Fachärzte konsultiert werden“, sagt Tanja Löhrke, Head of Health & Benefits bei Willis Towers Watson. „Unter dem Gesichtspunkt der Kostenkontrolle betrifft dies nicht ausschließlich lokale Absicherungen, sondern auch den Bereich der Expatriate-Absicherung. Die Behandlungskosten im Ausland können die Behandlungskosten in Deutschland um ein Vielfaches übertreffen. Umso entscheidender ist ein adäquater Service vor Ort unter Berücksichtigung entsprechender Assistanceleistungen – sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber“, so Löhrke. „In boomenden Ländern ist die Steigerung der Kosten beträchtlich.“

Laut der Studie bieten immer mehr Arbeitgeber Vorsorgemaßnahmen an und geben den Arbeitnehmern die Möglichkeit ihre eigene Gesundheit zu verantworten. Weltweit bieten vier von zehn der Befragten bereits Well-Being-Programme an, in Europa ist es sogar jeder zweite. Der Trend zeigt auch zukünftig einen Ausbau dieser Programme. „Auch in Deutschland rücken Vorsorgemaßnahmen stetig in den Vordergrund, ob in Form von Gesundheitstagen oder anderen Präventionsmaßnahmen. Die Services in diesem Segment sind sehr innovativ und vielfältig“, sagt Löhrke. „Die unterschiedlichen unternehmenseigenen Strategien können hierbei in idealerweise Weise berücksichtigt werden.“

Auch die betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt an Dynamik. 65 Prozent der Studienteilnehmer bieten persönliche Gesundheitsrisikobewertungen an, weitere 16 Prozent planen dies für das kommende Jahr. Medizinische Zweitgutachten werden bereits von 71 Prozent offeriert, 11 Prozent entwerfen derzeit ein diesbezügliches Konzept zur zeitnahen Umsetzung. Das Thema Lifestyle- und Gesundheitsaufklärung wird bereits von 53 Prozent der Krankenversicherer betrieben, diese Zahl wird im kommenden Jahr auf rund 70 Prozent geschätzt. „Der Trend der Verlinkung zwischen Gesundheit, Stress und finanziellen Unsicherheiten hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Neben der reinen Absicherung treten wie zum Beispiel Themen wie die richtige Arztwahl, verkürzte Wartezeiten bei der Terminierung oder „Financial Well-Being“ zu Tage.

Weitere Studienergebnisse:


Nichtübertragbare Krankheiten: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen sind weltweit die Top-3-Erkrankungen. Die Befragten erwarten diesbezüglich keine Veränderung in den nächsten fünf Jahren.
Umgang mit den Trendannahmen: 66 Prozent nutzen Contracted Networks, während 65 Prozent eine Vorabgenehmigung für geplante stationäre Leistungen verlangen, um  die Kosten zu managen. Knapp 60 Prozent begrenzen gewisse medizinische Leistungen von vorneherein.
Umgang mit Stress: Aufgrund der Annahme, dass das Stress-Level für Arbeitnehmer weiterhin steigt, implementieren bereits 61 Prozent der Versicherer weltweit die Behandlung von psychischen Krankheiten und Stress in ihrem Standard-Krankenversicherungs-Programm.


→ Die gesamte Studie finden Sie hier zum Download. 

Über die Umfrage
Das Willis Towers Watson „Global Medical Trend Survey“ wurde im Oktober und November 2016 durchgeführt und spiegelt die Antworten von 231 führenden Krankenversicherern aus 79 Ländern wieder. 

Towers Watson

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