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Pressemitteilung BoxID: 215998 (Thales Deutschland GmbH)
  • Thales Deutschland GmbH
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  • 71254 Ditzingen
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Thales hat die Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik der Odenwaldbahn nach der Inbetriebnahme des letzten Teilabschnittes (Süd-Ast) erfolgreich abgeschlossen

(PresseBox) (Stuttgart, ) Am 15.10.2008 hat Thales die dritte und somit letzte Baustufe zur Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik der Odenwaldbahn mit der Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks (ESTW) in Groß Umstadt - Wiebelsbach erfolgreich abgeschlossen.

Die Odenwaldbahn ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Hauptbahn, die den Odenwald mit dem Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt am Main, Hanau und Darmstadt) verbindet. Sie besteht aus den drei Teilabschnitten "West-Ast" von Darmstadt Nord nach Groß Umstadt - Wiebelsbach (Strecke 3554), "Nord-Ast" von Groß Umstadt - Wiebelsbach nach Hanau (Strecke 4113) und "Süd-Ast" von Eberbach nach Groß Umstadt - Wiebelsbach. Die Strecke wird seit 1882 durchgängig befahren. Sie durchquert den Odenwald und erschließt ihn so für den Schienenpersonennahverkehr. Somit hat die Strecke eine wichtige Bedeutung für die Infrastruktur des Odenwaldes.

Die Modernisierung der Odenwaldbahn erfolgte in drei Baustufen:

Die 1. Baustufe betraf den circa 25 km langen West-Ast mit der Errichtung der ESTW-Zentrale (ESTW-Z) Groß Umstadt - Wiebelsbach und der ausgelagerten Stellwerke (ESTW-A) in Reinheim, Ober Ramstadt und Darmstadt Ost mit der Relaisblockanpassung an das Stellwerk in Darmstadt Nord (SpDr S60). Diese Teilstrecke wurde am 21.10.2007 in Betrieb genommen.

Die 2. Baustufe umfasste den etwa 35 km langen Nord-Ast und beinhaltet die softwareseitig erweiterte ESTW-Z Groß Umstadt - Wiebelsbach. Das ESTW-A in Groß Umstadt wurde temporär als Relaisblock an die Zentrale angeschlossen. Weitere Bestandteile dieser Baustufe waren die Anpassung von Babenhausen (SpDrL30) und die Realisierung der beiden ESTW-A in Seligenstadt und Hainstadt. Das Stellwerk E43 in Hanau wurde mit Relaisblock an Hainstadt angepasst. Der Nord-Ast wurde am 30.03.2008 für den Betrieb freigegeben.

Letztendlich folgte die 3. und somit letzte Baustufe mit dem circa 53 km langen Süd-Ast. In der Schlussphase der Inbetriebnahme von Freitag, dem 03. Oktober bis Mittwoch, dem 15. Oktober 2008, wurde der Süd-Ast von Groß Umstadt - Wiebelsbach bis Erbach komplett gesperrt und ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Der Süd-Ast umfasst die ESTW-A in Höchst, Mümling-Grumbach, Bad König, Michelstadt und Erbach, die nun von Groß Umstadt - Wiebelsbach aus gesteuert werden. Der längste eingleisige Block Deutschlands mit einer Länge von fast 31 km wurde per EBL2000 vom Stellwerk in Eberbach (SpDrS60) an das Elektronische Stellwerk in Erbach angeschlossen. Ab Montag, dem 20. Oktober 2008, trat der neue Fahrplan in Kraft, der auch neue Zugverbindungen wie z.B. zusätzliche Spätzüge vorsieht.

Mit der Ablösung der mechanischen Stellwerke durch das Elektronische Stellwerk von Thales mit der Zentrale in Groß Umstadt - Wiebelsbach ist das Projekt "Modernisierung der Odenwaldbahn" nun abgeschlossen. Von nun an werden alle drei Teilstrecken aus der Zentrale in Groß Umstadt - Wiebelsbach gesteuert. Durch den Einsatz modernster Stellwerkstechnik konnte die Streckengeschwindigkeit von bisher 90 km/h auf nun bis zu 120 km/h erhöht werden.

Thales hat auf den drei Streckenabschnitten insgesamt über 530 Anschlusseinheiten installiert, unter anderem: 167 Signale, 41 Weichenantriebe und Gleissperren, 176 Achszählpunkte sowie 147 Freimeldeabschnitte. Des weiteren wurden insgesamt 12 Modulgebäude (1 ESTW-Z und 11 ESTW-A) und 24 neue DuoTrack-Kabelschränke errichtet.

Weitere Baumaßnahmen waren zusätzliche Haltepunkte sowie in mehreren Bahnhöfen die verbesserte Zugänglichkeiten und teilweise die Erneuerung der Bahnsteige. In Darmstadt Nord wurde eine neue Gleisverbindung gebaut, welche eine direkte Fahrt aus dem Odenwald nach Frankfurt am Main ermöglicht.

Die Odenwaldbahn ist auch ein Pilot-Projekt für das im Schienenfuß verlegte DuoTrack-Kabel (Lichtwellenleiter- und Kupferleitung in einem Kabel). Für diese neuartigen Kabel wurden von Thales neue Kabelschränke entwickelt, welche an jedem Bahnhofskopf montiert wurden.

Mit der Inbetriebnahme wurde ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung der Odenwaldbahn erreicht und sie wird somit zu einer der modernsten Schienenstrecken Deutschlands. Die Pendlerströme haben sich seit der Inbetriebnahme des West-Astes kontinuierlich erhöht.

Informationen über Thales und unser Produktportfolio finden Sie auch im Internet unter http://www.thalesgroup.com/security-services