Wie sprechen wir über die "Gen-Tomate"?

Forschungsverbund und Ausstellung "Die Sprache der Biofakte"

München, (PresseBox) - Lebende Natur oder unbelebte Technik – diesen Unterschied hat die Biotechnologie mit ihren Eingriffen in Tiere und Pflanzen verwischt. Um das hybride Wesen der sogenannten Biofakte deutlich zu machen, entstanden Bezeichnungen wie „Klon-Schaf“ und „Gen-Tomate“. Das gesellschaftliche Verständnis dahinter untersucht der Forschungsverbund „Die Sprache der Biofakte“, der am Munich Center for Technology in Society der Technischen Universität München (TUM) koordiniert wird. Studierende haben eine Ausstellung zum Thema erstellt, die vom 4. bis 12. März an der TUM zu sehen ist.

Technische Objekte werden vom Menschen hergestellt, lebende Objekte gehen aus natürlichen Prozessen hervor, und beide lassen sich klar voneinander unterscheiden – diese Auffassung hat ihre Gültigkeit verloren. Biofakte nennt die Technikphilosophie biotechnologisch gestaltete Lebewesen, beispielsweise gentechnisch veränderte Pflanzen. Vielen Menschen haben Angst vor ihren (möglichen) Wirkungen oder lehnen sie aus grundsätzlichen Erwägungen ab. Heftige gesellschaftliche Kontroversen sind die Folge.

Zur Unsicherheit trägt bei, dass die technologischen Eingriffe den Biofakten von außen zumeist nicht anzusehen sind. Umso bedeutender ist die Sprache, die die Gesellschaft für die Hybride findet, um sie verstehen und über sie verhandeln zu können.

Konflikte über Landwirtschaft und Ernährung besser verstehen

Der Forschungsverbund „Die Sprache der Biofakte“ will ein Gerüst schaffen, um die Rolle der Biofakte in technisierten Gesellschaften analysieren zu können. Besonderes Gewicht hat dabei die Frage, wie über Biofakte kommuniziert wird. Damit will der Verbund zu einem besseren Verständnis der gesellschaftlichen Konflikte im Bereich Landwirtschaft und Ernährung beitragen.

In dem bundesweiten Forschungsverbund arbeiten Forscherinnen und Forscher aus Geschichtswissenschaft, Philosophie, Soziologie und Industrial Design. Er wird von der Professur für Technikgeschichte am Munich Center for Technology in Society der TUM koordiniert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Ausstellung „Biofakt: Natürlich. Technisch.“

Studierende der TUM-Masterstudiengänge Industrial Design und Architektur haben die Ausstellung „Biofakt: Natürlich. Technisch.“ erstellt. Sie thematisiert unter anderem die Techniken für Züchtung und Anbau von Nutzpflanzen, ihren Konsum und das geistige Eigentum an Organismen.

Termin:


4. - 12. 3. 2017, 12 bis 20 Uhr
Technische Universität München (TUM)
Immatrikulationshalle
Arcisstraße 21
80333 München

Eintritt frei

Ausstellung im Rahmen der Munich Creative Business Week

Mehr Informationen: http://www.biofakte.de/

Technische Universität München

Die Technische Universität München (TUM) ist mit mehr als 500 Professorinnen und Professoren, rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 40.000 Studierenden eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit einem Campus in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands.

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