Juli 2012: Mittelstand trotzt dem Sommerloch

IT-Mittelstandsindex

Kassel, (PresseBox) - Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40% zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu und techconsult den IT-Mittelstandsindex bereits seit vielen Jahren. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Statt dem jährlichen Sommerloch, zeigt der Mittelstand eine erfreuliche und konstante Wirtschaftslage. Erneut überwogen im Juli ähnlich viele Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen wie im Juni. Die zu Ende gehende Ferienzeit lässt die wirtschaftlichen Erwartungen für die kommenden drei Monate wieder leicht ansteigen. Die Nachfrage nach Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) zog im Juli weiter an. Der Index der Ausgabenplanungen für die kommenden drei Monate hält sein Niveau und zeigt, dass die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten deutlich dominieren.

Vom Sommerloch im Mittelstand kann keine Rede sein, die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen zeigte sich im Juli erfreulich. Der Index der realisierten Umsätze hielt auch im Juli, und damit zum dritten Mal in Folge, sein Niveau von 117 Zählern bei. Die Unternehmen mit gestiegenen Umsätzen waren weiterhin so stark in der Überzahl wie einen Monat zuvor. Der Ausklang der Ferienzeit lässt die wirtschaftlichen Erwartungen für die kommenden drei Monate deutlich steigen, gegenüber Juli kletterte der Index um acht Zähler auf einen Stand von 122 Punkten, somit bilden die Unternehmen und Organisationen mit steigenden Umsatzprognosen eine deutlichere Mehrheit, als noch einen Monat zuvor.

Im Vergleich zum Juli 2011 wird die wirtschaftliche Entwicklung sichtbar positiver bewertet. Der Indikator der realisierten Umsätze übertrifft den Wert des Vorjahres um 13 Punkte. Der Erwartungsindikator liegt nicht ganz so optimistisch wie im Vorjahr, er liegt neun Punkte unter dem Wert vom Juli 2011.

Der Mittelstand blickt optimistisch auf die nächsten drei Monate. Von allen Wirtschaftszweigen wird eine positive wirtschaftliche Entwicklung mit Umsatzsteigerungen prognostiziert. Überdurchschnittlich positiv blickt das Finanzgewerbe auf die kommenden drei Monate, aber auch der Handel, der sich mit Blick auf die neue Saison deutliche Umsatzsteigerungen erhofft. Weniger euphorisch zeigen sich die Öffentlichen Verwaltungen, deren Indikator liegt deutlich unter dem Durchschnitt. Dennoch gehen die Verwaltungen in den kommenden Monaten von mehrheitlich steigenden Einnahmen aus.

Die Ausgabenneigung hinsichtlich Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) stieg gegenüber Juli um 2 Punkte an. Der Index der realisierten Ausgaben erreichte somit einen Stand von 111 Punkten. Damit überwogen die Unternehmen mit gestiegenen Investitionen wenig stärker als im Monat zuvor. Die Prognose für die kommenden drei Monate zeigt sich stabil. Der Index gab geringfügig um einen Punkt nach und liegt aktuell bei 116 Zählern. Er signalisiert, dass die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten weiterhin deutlich dominieren werden.

Im Jahresvergleich liegt der Lageindex der IT-/TK-Ausgaben mit 111 Punkten auf ähnlichem Niveau wie im Juli 2011, nur einen Punkt höher. Die Ausgabenplanungen sind weniger optimistisch als ein Jahr zuvor, sie liegen acht Punkte unter dem Niveau vom Juli 2011.

Bis auf das Finanzgewerbe, tätigten alle Wirtschaftszweige im Juli überwiegend steigende IT-/TK-Ausgaben. Besonders ausgabenaffin präsentierten sich die Versorger und die Öffentlichen Verwaltungen. Während sich im Handel noch die Unternehmen mit steigenden und rückläufigen Ausgaben die Waage halten konnten, waren im Finanzgewerbe die Unternehmen mit steigenden Ausgaben deutlich in der Minderheit, wie der Indikator von nur 89 Punkten aussagt.

Die Aussichten für die kommenden drei Monate sind zuversichtlich, alle Branchen zeigen sich ausgabefreudig und signalisieren, ihre Budgets mehrheitlich gegenüber dem Vormonat zu erhöhen. Den größten Optimismus prognostizieren die Öffentlichen Verwaltungen und das Finanzgewerbe mit Planungsindikatoren von 160 bzw. 124 Punkten. Dienstleister und Versorger bleiben hinter dem Durchschnitt zurück, dennoch könnten laut Prognose auch hier die Unternehmen mit steigenden Ausgaben in der Mehrheit sein.

Hardware war im Juli beim Mittelstand wieder sehr gefragt. Der Indikator der Hardware Ausgaben machte im Juli einen Sprung nach oben und stieg gegenüber dem Vormonat um acht Punkte auf insgesamt 112 Zähler an. Damit waren die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben wieder wesentlich deutlicher in der Überzahl. Die Investitionsplanungen konnten ihr hohes Niveau vom Juni nicht halten, sie gaben fünf Punkte nach und liegen aktuell ebenfalls bei 112 Punkten. Der Indikator signalisiert damit, dass in den in den kommenden drei Monaten die Unternehmen mit expansiven Investitionsabsichten überwiegen könnten.

Der Jahresvergleich spiegelt eine relativ konstant positive Entwicklung über 12 Monate hinweg wider. Die realisierten Investitionen befinden sich auf dem Niveau des Vorjahres. Die geplanten Hardware Ausgaben gaben gegenüber Juli 2011 vier Punkte nach.

Im Juli überwogen in allen Wirtschaftszweigen die Unternehmen mit gestiegenen Hardware-Investitionen. Vorreiter waren in erster Linie Dienstleister und Versorger, ihre Indizes liegen über dem Marktdurchschnitt. Alle übrigen Wirtschaftssektoren liegen im Durchschnitt bzw. marginal darunter.

Der Blick auf die kommenden drei Monate deutet in allen Wirtschaftszweigen auf eine zunehmende Ausgabentätigkeit hin. Geprägt wird dies maßgeblich durch das Finanzgewerbe, deren Planungsindex auf 160 Punkte kletterte. Deutlich unter dem Durchschnitt bleiben Versorger und Dienstleistungsunternehmen.

Nach einer leichten Sommerflaute zog der Software-Markt im Juli gegenüber Juni marginal an. Der Indikator für die Software Ausgaben erhöhte sich um zwei Punkte. Mit einem Index von 105 Punkten waren die Unternehmen mit expandierenden Software Ausgaben stärker in der Überzahl als noch einen Monat zuvor.

Auch für die Investitionsplanungen ist eine steigende Tendenz sichtbar: Ihr Indikator liegt bei 111 Punkten und damit einen Punkt über dem Wert vom Vormonat. Die Prognose zeigt, dass in den kommenden Monaten die Unternehmen mit expansiven Ausgabenplanungen wieder deutlicher überwiegen könnten.

Im Jahresvergleich reichen sowohl Ausgabentätigkeit als auch die Prognose nicht ganz an die Vorjahreswerte heran. Bei den getätigten Ausgaben bleibt der Index zwei Punkte hinter dem Vorjahresniveau zurück. Die Investitionsplanungen liegen drei Punkte unter dem Level vom Juli 2011.

Die Ausgaben für Kommunikationsprodukte zogen im Juli gegenüber Juni wieder an. Der Index der aktuellen Ausgaben lag bei 104 Punkten und somit fünf Punkte über dem Wert des Vormonats. Damit konnten sich die Unternehmen mit gestiegenen Investitionen durchsetzen und waren, gegenüber denen mit rückläufigen Ausgaben, in der Überzahl.

Der Vorjahresvergleich zeigt, dass sich der Kommunikationsmarkt, auch im Vergleich zu anderen Ausgabenbereichen, über Monate hinweg auf einem relativ moderaten Pegel bewegt. Die aktuelle Ausgabenbereitschaft liegt einen Punkt über dem Wert vom Juli 2011, der Indikator der Ausgabenprognose bleibt drei Punkte hinter dem Vorjahreswert zurück.

Der Vorjahresvergleich zeigt, dass sich der Kommunikationsmarkt, auch im Vergleich zu anderen Ausgabenbereichen, über Monate hinweg auf einem relativ moderaten Pegel bewegt. Die aktuelle Ausgabenbereitschaft liegt einen Punkt über dem Wert vom Juli 2011, der Indikator der Ausgabenprognose bleibt drei Punkte hinter dem Vorjahreswert zurück.

Die Nachfrage nach IT- und TK-Dienstleistungen gab im Juli gegenüber Juni leicht nach, der Indikator liegt bei 104 Punkten und somit gegenüber dem Vormonat einen Punkt niedriger. Die Firmen mit gestiegenen Service-Ausgaben setzten sich weiterhin gegenüber denen mit rückläufigen Budgets durch.

Nach Einschätzung der mittelständischen Unternehmen wird sich auch in den kommenden Monaten eine positive Entwicklung fortsetzen. Im Index der Ausgabenplanungen zeigen sich optimistische Marktaussichten. Der Indikator für die kommenden drei Monate stieg um zwei Punkte auf insgesamt 109 Zähler.

Im Jahresvergleich bleiben sowohl Ausgabentätigkeit als auch die Prognose gegenüber dem relativ hohen Niveau des Vorjahres zurück. Beide Indikatoren liegen jeweils drei Punkte unter ihren Werten vom Juli 2011.

Der IT-Mittelstandsindex ist ein Projekt von Fujitsu und techconsult.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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