Hamburger Stromnetz für den Ausbau der E-Mobilität gut gerüstet

Studie belegt die gute Ausgangsbasis des Stromnetzes für die Umstellung auf E-Autos und Elektrobusse

(PresseBox) (Hamburg, ) Seit gestern ist sie veröffentlicht - die Metastudie Elektromobilität. Die Studie wurde gemeinschaftlich durch die Hamburger Hochbahn AG, die Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein GmbH und die Stromnetz Hamburg GmbH beauftragt und von dem Fachgebiet Elektrische Energiesysteme der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg erstellt. Sie zeigt die Auswirkungen auf das Stromnetz bei einer wachsenden Nutzung von Elekro-fahrzeugen, vor allem die Umstellung auf Elektrobusse in Hamburg. Hintergrund ist die steigende Bedeutung der Elektromobilität für das Hamburger Stromnetz in den Jahren bis 2030 und der damit verbundene zusätzliche jährliche Energiebedarf von ca. 5 bis 10 Prozent der heute verteilten jährlichen Energie.

Nach einer ersten Entwicklungsabschätzung rechnen die Experten in diesem Zeitraum mit einem Anstieg auf 100.000 Elektroautos in Hamburg und einem jährlichen Energiemehrbedarf von 0,5 Terrawattstunden (TWh/a). Für die Elektrifizierung des öffentlichen Personennahverkehrs mit ungefähr 1.600 E-Bussen und dem Neubau der U5 wird ein Energiebedarf von etwa 0,1 TWh/a erwartet. Die dafür notwendigen Anschlussleistungen für die Betriebshöfe der Hamburger Hochbahn und der VHH lassen sich nach den Berechnungen durch die Ertüchtigung von Umspannwerken und mit Hilfe eines intelligenten Lademanagements stabilisieren. Der prognostizierte Energiebedarf kann somit überschaubar gehalten werden, zumal die Stadt Hamburg heute einen jährlichen Gesamtverbrauch von 12,4 TWh aufweist.

„Im Fokus dieser Studie stand insbesondere die Auslastung unserer Umspannwerke durch die wachsende Ladeinfrastruktur. Die Ergebnisse sind wichtig und zeigen, dass das Hamburger Verteilungsnetz für den Hochlauf dieser Antriebstechnologie mit leichten Anpassungen grundsätzlich gut aufgestellt ist. Wesentlich ist jetzt die langfristige Festlegung technisch und wirtschaftlich optimierter Rahmenbedingungen für das Lademanagement. Laut Studie sind dann nur vier von insgesamt 53 Umspannwerken zur Deckung des Mehrbedarfs zu ertüchtigen. Ein Modernisierungsaufwand, den wir in den kommenden Jahren ohnehin in der Planung haben“, so Thomas Volk, technischer Geschäftsführer der Stromnetz Hamburg GmbH.

„Eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Umstellung des Busverkehrs ist die Leistungsfähigkeit des Stromverteilungsnetzes. Die Studie hat gezeigt, dass für die Versorgung der Busse mit innovativen Antrieben der HOCHBAHN nur der im Bau befindliche Busbetriebshof Gleisdreieck an das 110kV-Hoch-spannungsnetz angeschlossen werden muss. Für die bestehenden Busbetriebshöfe ist jeweils ein Anschluss an das 10kV-Mittelspannungsnetz ausreichend. Die Stromnetz Hamburg GmbH als auch die HOCHBAHN können nun die Planungen für die Netzanschlüsse der Busbetriebshöfe weiter konkretisieren, sagt Frank Steinhorst, Bereichsleiter Infrastruktur, HOCHBAHN.

Toralf Müller, Geschäftsführer der VHH ergänzt, „die Umstellung der kompletten Busflotte einer Millionenmetropole auf Elektromobilität stellt eine enorme Herausforderung dar. Eine Herausforderung, die wir angenommen haben und die wir meistern werden. Neben den geeigneten Bussen steht dabei die notwendige Infrastruktur in unserem Fokus. Dazu gehören unter anderem unsere Werkstätten, aber auch geschultes Fahrpersonal, ein intelligentes Betriebsleitsystem, eine zunehmende Digitalisierung und nicht zuletzt ein smartes Lademanagement, damit in Zusammenarbeit mit Stromnetz Hamburg aus einer Vision schon bald Realität werden kann. Zum Wohle Hamburgs, für ein sauberes, emissionsfreies und leises Bussystem in Hamburg“.

Einzelheiten zur Metastudie Elektromobilität finden sie unter: http://edoc.sub.uni-hamburg.de/hsu/volltexte/2017/3156/.

Im Energieportal Hamburg finden Sie zu diesem Thema weitere Erläuterungen und eine Übersichtskarte zu den Leistungsreserven des Hochspannungsnetzes in Hamburg: http://www.energieportal-hamburg.de/distribution/energieportal.

Die 1911 gegründete Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) befördert mit ihrem eigenen Fahrzeugpark aus mehr als 250    U-Bahnen und 800 Bussen über 1,2 Millionen Fahrgäste täglich. Dabei bedient die HOCHBAHN als einer von 34 Partnern im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) über 1.400 Haltestellen und ist das größte Verkehrsunternehmen im HVV-Einsatzgebiet. Rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bei der HOCHBAHN rund um die Uhr für einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr und bequeme, zukunftsorientierte Mobilität in Hamburg.
 
Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) ist mit ca. 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 62 Nationen und 555 Bussen auf 12 Betriebshöfen das zweitgrößte Busverkehrsunternehmen Norddeutschlands, mit Firmensitz in Hamburg. Das Busverkehrsunternehmen wurde bereits 1905 gegründet. Heute befördert die VHH GmbH über 100 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Der Jahresumsatz beträgt ca. 108 Millionen Euro. Auf aktuell 153 Buslinien setzt die VHH modernste, emissionsarme Diesel-, Diesel-Hybridbusse sowie batterieelektrisch angetriebene Busse ein.

Stromnetz Hamburg GmbH

Als Eigentümerin des Stromverteilungsnetzes und der dazugehörigen Netzanlagen sorgt die Stromnetz Hamburg GmbH, ein Unternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg, für die sichere und zuverlässige Stromversorgung der Stadt. Über das Netz werden rund 1,1 Millionen Haushalte und Gewerbetreibende mit Strom versorgt. Die Stromnetz Hamburg GmbH stellt für die Stromkunden den Anschluss und für Stromanbieter den Zugang zum Netz zur Verfügung. Durch das Hamburger Stromnetz fließen jährlich rund 12,3 Milliarden Kilowattstunden Strom.

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