Robotik-Baukastensystem aus Weimar gewinnt hochdotierten Preis

Kinematics - innovatives Start Up der Bauhaus-Universität - mit Hauptpreis von 30.000 € prämiert

Erfurt/Weimar, (PresseBox) - Innovative Bausteine für spielerisches Lernen haben in Thüringen Tradition: Generationen von Kindern haben bereits mit Anker-Bausteine, die aus Sand, Schlämmkreide und Leinöl gepresst und anschließend gebrannt wurden, gespielt. Bereits 1882 ließ der Unternehmer Adolf Richter die bunten, steinartigen Bauklötze in seiner pharmazeutischen Fabrik in Rudolstadt produzieren, um damit Kinder in aller Welt zu erfreuen. Mit den präzise geformten Einzelelementen lassen sich vielfältige Türme, Brücken oder Häuser bauen, aber bei beweglichen Objekten stößt der Spielzeugklassiker an seine Grenzen.

Bewegliche Bausteine bietet jedoch Kinematics - ein Gründungsprojekt an der Bauhaus-Universität Weimar. Kleine und große Kinder können damit nicht nur verschiedenste mobile Konstrukte, sondern auch bewegliche Geschöpfe wie Fabeltiere oder Roboter zusammenstecken. Bewegungsmodule ermöglichen bereits kleinen Kindern die intuitive Steuerung der mobilen Neuschöpfungen - ohne Programmierkenntnisse: einfaches Drehen und Kippen lassen eine "Raupe" in eine andere Richtung krabbeln, machen aus einem Flug- ein Laufobjekt oder erlauben einem Spielzeugauto selbständiges Vor- und Zurückfahren.

"Unsere neuartige Steuerungstechnik durch 'intelligente' Steckverbindungen ist nicht nur für Kinderzimmer, sondern auch für Fabrikhallen interessant," schildert Leonhard Oschütz, der während seiner Diplomarbeit zum Produktdesigner die Grundlagen für den Robotik-Baukasten gelegt hat, die Anwendungsmöglichkeiten, "unsere patentierte Technologie ermöglicht die Konstruktion neuartiger Robotik-Systeme, was bereits das Interesse in der Wirtschaft geweckt hat."

Daher hat Leonhard Oschütz in Zusammenarbeit mit der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena und mit finanzieller und ideeller Unterstützung durch die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) das mobile Baukastensystem weiterentwickelt. Und es gelang ihm sogar, Christian Guder, ebenfalls Produktdesigner, und den Diplom-Kaufmann Dr. Matthias Bürger zu überzeugen, ihre sicheren Stellen in der Wirtschaft aufzugeben und sich an die Gründung eines Unternehmens in Weimar, der zukünftigen Kinematics GmbH, zu wagen. Dazu haben sie mit Unterstützung der Bauhaus-Universität Weimar das angesehene exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums erlangen können, das ihnen ermöglicht, Kunden und Kooperationspartner zu finden, die Technologie weiter zu entwickeln und darüber hinaus einen überzeugenden Businessplan auszuarbeiten.

Dass sie dabei auf dem richtigen Weg sind, zeigt die Auszeichnung von Kinematics durch einen von fünf hochdotierten Hauptpreisen im Rahmen des Gründerwettbewerb IKT - für Infomations- und Kommunikationstechnologie, der am 03.09. auf der Internationalen Funkausstellung durch Wirtschaftsminister Rösler überreicht wurde.

"Ich bin sicher, dass das Gründungsprojekt auch als Unternehmen 'abheben' wird", betont Dr. Merle Fuchs, die als HEAD Coach des bei der STIFT angesiedelten Thüringer Netzwerks für innovative Gründungen das Projekt auf dem steinigen Weg zur Unternehmensgründung begleitet, "denn die Erfinder der Anker-Bausteine haben vorgemacht wie dies geht - es waren die erfolgreichen Gründer und Unternehmer Gustav und Otto Lilienthal, die ihre Technologie dem späteren Ankerbaustein-Produzenten Adolf Richter verkauft hatten. Anders als die Lilienthals beabsichtigen aber die drei Kinematics-Gründer, ihre Idee selbst zum wirtschaftlichen Erfolg zu führen - dazu wünschen wir viel Erfolg."

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