Diskriminierung im Job: weniger Gehalt für Frauen, mangelndes Lob für Männer

Die aktuelle So arbeitet Deutschland-Studie von SThree zeigt: Impulse für Gleichberechtigung im Job ist Chefsache

(PresseBox) ( München, )
Weniger Geld, seltenere Beförderung und der Vorwurf der Quotenfrau: So sieht der Arbeitsalltag vieler Frauen in Deutschland aus, denn 60 Prozent wurden schon mal aufgrund ihres Geschlechts im Job benachteiligt. Dabei finden 91 Prozent, dass Diskriminierung im Beruf nichts verloren hat und rund jeder dritte Befragte sieht eine Erhöhung der Frauenerwebstätigkeit als wirksame Maßnahme gegen den Fachkräftemangel. Denn 89 Prozent spüren massive Auswirkungen der fehlenden Experten. Dies zeigen die Ergebnisse der siebten repräsentativen* So arbeitet Deutschland-Studie der Personalberatung SThree. Hierfür wurden in Zusammenarbeit mit Kantar 1.990 Angestellte und Freelancer aus der IT-, der Ingenieur-Branche sowie einem Querschnitt aller weiteren Branchen befragt. Die Umfrage beleuchtet: Wie arbeiten die Menschen in Deutschland heute – und was wünschen sie sich für morgen?

Realität in Deutschland: die diskriminierte „Quotenfrau“

Männer und Frauen sollten im Job gleichbehandelt werden – das finden 91 Prozent der Befragten. Ein wünschenswerter Anspruch, dem die Realität jedoch nicht standhält. Denn mehr als die Hälfte der Frauen (60 Prozent) wurde schonmal aufgrund ihres Geschlechtes benachteiligt, während umgekehrt 66 Prozent der Männer noch nie diskriminiert wurden. Doch Frauen trifft die Benachteiligung nicht nur ungleich stärker, sondern zudem auch noch in den einschlägigsten Bereichen. So zeigt sich ihre Diskriminierung vordergründig beim Gehalt (52 Prozent) und bei Beförderungen (31 Prozent). Männer erfahren hauptsächlich eine ungleiche Behandlung, wenn es um Lob und Anerkennung (20 Prozent) und die Projekt- und Aufgabenverteilung (15 Prozent) geht.

Doch sind im Recruiting die Frauen im Vorteil – und das vor allem aufgrund ihres Geschlechts? So denken zumindest knapp die Hälfte (47 Prozent), dass Mitarbeiterinnen in Unternehmen eingestellt werden, um eine Frauenquote zu erfüllen.
„Unsere aktuelle Studie zeigt, das Bewusstsein für Gleichberechtigung ist da – doch im Arbeitsalltag leider noch nicht angekommen. Hier sind Führungskräfte gefragt: Gleichberechtigung im Job ist Chefsache und muss vom Management gelebt werden“, so Timo Lehne, Geschäftsführer von SThree. Dem stimmen 70 Prozent der Befragten zu und fordern, dass Impulse hierfür von der Führungsebene kommen müssen. Zu den Top-3-Maßnahmen für mehr Chancengleichheit zählen: objektive Leistungsbewertungen (65 Prozent), eine entsprechende Unternehmenskultur, die Chancengleichheit fördert (56 Prozent) sowie die flexible Gestaltung des Arbeitsalltags (41 Prozent).

Kampf gegen den Fachkräftemangel: Alte Strukturen aufbrechen

Mythos oder Realität? Der Fachkräftemangel sorgt schon länger für kontroverse Diskussionen. „Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt: Durch die Corona-Pandemie haben sich die Verhältnisse verschoben – der bis dahin stark Bewerber-zentrierte Markt wandelt sich gerade wieder zugunsten der Arbeitgeber. Dies ist natürlich eine Momentaufnahme in einer extremen Situation und klar ist, dass der Fachkräftemangel jetzt nicht einfach über Nacht vom Tisch ist“, erläutert Timo Lehne. Das spüren auch die Befragten: Laut der aktuellen So arbeitet Deutschland-Studie bemerken lediglich elf Prozent keine Auswirkungen aufgrund fehlender Experten auf dem Arbeitsmarkt. Der deutlichen Mehrheit sind die gravierenden Folgen für die deutsche Wirtschaft bewusst: Sie zeigen sich durch fehlendes Wissen (52 Prozent), verminderte Arbeitsqualität (49 Prozent) und ein schlechtes Betriebsklima (48 Prozent).

Doch wie kann Deutschland dem Fachkräftemangel entgegenwirken?

Die Integration von Quereinsteigern (49 Prozent), Ausbau des Angebots für Ausbildungsberufe (38 Prozent) und die Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit (36 Prozent) zählen laut So arbeitet Deutschland-Studie zu erfolgsversprechenden Maßnahmen. Die Erhöhung des Renteneintrittalters findet hingegen kaum Anklang bei den Befragten (vier Prozent). „Deutschland muss eine Antwort auf den Fachkräftemangel haben, damit wir weiterhin hohen Qualitätsstandards gerecht werden und Innovationen vorantreiben können. Dabei gilt es auf verschiedene Lösungsansätze zu setzen wie die Integration von Fachkräften aus dem Ausland und Quereinsteigern sowie die bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben, damit Väter und Mütter gleichermaßen arbeiten gehen können“, erklärt Timo Lehne.

Arbeitszeit: Kontrolle ist besser als Vertrauen

Ob Stempeluhr, digitale Tools oder eine Excel-Liste: Die Erfassung der Arbeitszeit ist bei gut einem Drittel (36 Prozent) derzeit nicht an der Tagesordnung. Dabei befürwortet mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) eine Arbeitszeiterfassung, da 47 Prozent bei Vertrauensarbeitszeit die Gefahr der Selbstausbeutung sehen. Und obwohl die Arbeitswelt immer agiler wird und die Menschen immer selbstbestimmter arbeiten, scheint nach wie vor die Uhrzeit den Feierabend einzuläuten. Laut aktueller Ergebnisse kennzeichnet bei 55 Prozent der Befragten die Uhrzeit das Ende des Arbeitstages – was dem Wunsch von mehr als der Hälfte (52 Prozent) widerspricht. Diese sind überzeugt, dass die Erledigung der täglichen Aufgaben den Feierabend definieren sollte.

Die repräsentative Studie So arbeitet Deutschland ist eine regelmäßige Untersuchung der Personalberatung SThree. Sie betrachtet die Wunscharbeitswelt deutscher Arbeitnehmer und Freelancer und vergleicht diese mit deren Wirklichkeit. Regelmäßig Updates dazu sowie ein Whitepaper finden Sie auch unter so-arbeitet-deutschland.com sowie auf unserem Instagram Account So_arbeitet_Deutschland.

*Die verwendeten Daten der repräsentativen So arbeitet Deutschland-Studie beruhen auf einer Online-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar, an der 1.990 Personen (1.149 Festangestellte und 841 Freelancer) aus der IT-Branche, dem Ingenieurwesen sowie einem Querschnitt aller weiteren Branchen in Deutschland im Februar 2020 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden derart gewichtet, dass die Anteile abhängig und freiberuflich Beschäftigter in der IT, dem Engineering sowie den verbleibenden Beschäftigungszweigen als Ganzes den realen Größenverhältnissen entsprechen.
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