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Pressemitteilung BoxID: 161313 (Stadtwerke München GmbH)
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Steigende Fahrgastzahlen: MVG plant Taktverdichtungen

Angebot wird ausgeweitet

(PresseBox) (München, ) Im Jahr 2007 ist das Fahrgastaufkommen bei U-Bahn, Bus und Tram erneut erfreulich gestiegen. Zwar liegen die endgültigen Zahlen noch nicht vor; die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) rechnet aufgrund der Einnahmenentwicklung aber mit einer weiteren Steigerung um 1 bis 2 Prozent gegenüber dem WM-Jahr 2006. In welcher Höhe auch immer: In jedem Fall wurde auch 2007 ein neuer Fahrgastrekord erreicht.

Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung: "Auch das Leistungsangebot der MVG wurde 2007 erneut gesteigert, nämlich um 2,7 Prozent. In den letzten fünf Jahren haben wir damit das Leistungsangebot bei U-Bahn, Bus und Tram insgesamt um mehr als 10 Prozent erweitert! Dennoch wird es nun infolge des Fahrgastzuwachses auf einzelnen Linienabschnitten zu bestimmten Tageszeiten zunehmend enger. Orientiert an Zählungsergebnissen hat die MVG deshalb verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Platzangebots kurzfristig umgesetzt und weitere Maßnahmen geprüft, die wir nun, nach erfolgter Stellungnahme der Bezirksausschüsse, mit dem nächsten Fahrplan realisieren wollen."

Die folgende Übersicht zeigt, was bisher umgesetzt wurde und was für die kommende Fahrplanperiode ab Dezember dieses Jahres geplant ist:

Buslinien

Bei den MVG-Buslinien kommt es schon im aktuell gültigen Fahrplan zu einzelnen Verdichtungen. Hier wurde und wird vor allem versucht, die Bus-Einsatzplanung weiter zu optimieren, um zusätzlichen Fahrzeugbedarf in der Spitzenstunde, der besonders teuer ist und entsprechend auf die Fahrpreiskalkulation durchschlägt, möglichst zu vermeiden. Trotzdem wurde auch der Spitzeneinsatz seit Anfang 2008 bereits um weitere zwei Busse aufgestockt.

Bereits ab Oktober dieses Jahres ist vorgesehen:

- Auf der StadtBus-Linie 132 (Landshuter Allee - Rotenhanstraße) wird von Montag bis Samstag tagsüber auf dem Abschnitt Landshuter Allee - Heimeranplatz ein durchgehender 10-Minuten-Takt eingeführt.

Ab Dezember sind im Busbereich folgende Maßnahmen geplant:

- Zur Entlastung der MetroBus-Linie 51 soll die StadtBus-Linie 151 von Laim über Romanplatz und Maria-Ward-Straße zum Westfriedhof verlängert werden. Zusammen mit der MetroBus-Linie 51 besteht dann zwischen Drygalski Allee und Nederlinger Straße zu den Hauptverkehrszeiten ein durchgehender 5-Minuten-Takt. Durch die Verlängerung zum Westfriedhof wird außerdem eine neue tangentiale Direktverbindung zwischen den Stadtteilen geschaffen. Die StadtBus- Linien 164 und 165 werden zwischen Nederlinger Straße und Westfriedhof entlastet.

- Die MetroBus-Linie 56 (Schloss Blutenburg - Fürstenried West) soll zur Hauptverkehrszeit morgens auf ihrer gesamten Länge wegen gestiegener Nachfrage im 7-7-6-Minuten-Takt statt wie bisher alle 10 Minuten verkehren.

- Ein 5-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit ist für die MetroBus- Linie 60 zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Max-Wönner- Straße vorgesehen.

- Die StadtBus-Linie 133 (Rotkreuzplatz - Forstenrieder Allee) soll zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Aidenbachstraße und Gulbranssonstraße jeweils in der Hauptverkehrsrichtung auf einen 5-Minuten- Takt verdichtet werden. Das heißt: Morgens fahren die Verstärkerbusse von der Gulbranssonstraße zur Aidenbachstraße, nachmittags in der Gegenrichtung.

- Mit Eröffnung des Tunnels an der Richard-Strauss-Straße wird die StadtBus-Linie 144 (Scheidplatz - Giesing Bf.) deutlich pünktlicher und schneller. Dadurch ist es möglich, dass keine Fahrt mehr am Karl-Preis-Platz wenden muss, sondern grundsätzlich alle Fahrten bis Giesing Bf. geführt werden können. Damit kann die StadtBus-Linie 144 Montag bis Freitag tagsüber auch zwischen Karl-Preis-Platz und Giesing Bf. im attraktiven 10-Minuten-Takt verkehren.

- Auf der StadtBus-Linie 164 (Augustenfelder Straße - Westfriedhof) werden Maßnahmen zur abschnittsweisen Erhöhung des Platzangebotes geprüft.

- Die StadtBus-Linie 168 (Wastl-Witt-Straße - Laim) soll wegen gestiegener Fahrgastzahlen während der Hauptverkehrszeit morgens künftig im 7-7-6-Minuten-Takt statt wie bisher alle 10 Minuten fahren. Außerdem wird sie anstelle der heutigen StadtBus-Linie 151 zum Neubaugebiet Nymphenburg Süd verlängert.

- Eine Taktverdichtung ist außerdem in Trudering geplant: Die Stadt- Bus-Linie 192 (Neuperlach Zentrum - Trudering Bf.) soll auf dem Abschnitt Markgrafenstraße - Trudering Bf. zu den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt statt wie bisher alle 20 Minuten fahren.

Tramlinien

Bei der Tram wurde bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember der Einsatz der insgesamt 23 vierteiligen Züge mit entsprechend größerem Platzangebot weiter optimiert. Diese Züge werden jeweils so auf die wichtigsten Linien verteilt, dass möglichst immer die am stärksten belasteten Linienkurse mit den größeren Zügen bedient werden können. Zur mittelfristigen Verbesserung wird derzeit untersucht, ob ein Teil der dreiteiligen Züge aus den 90er Jahren verlängert werden könnte.

- Bei der Tram 27 wird geplant, den 71/2-Minuten-Takt an Wochentagen abends bis ca. 20 Uhr zu verlängern.

U-Bahnlinien

Bei der U-Bahn sind kurzfristige Maßnahmen besonders schwierig, weil die Leistungsfähigkeit nicht allein von der Zahl der eingesetzten Züge, sondern auch von der Streckenleistungsfähigkeit, der Verteilung der Fahrgäste im Zug und der Aufenthaltszeit am Bahnsteig abhängt. Hier wird deshalb unter anderem untersucht, ob durch eine andere Sitzanordnung bei den älteren Zügen mehr Stauraum und Stehplatzfläche in den Eingangsbereichen möglich ist - auch damit der Fahrgastwechsel an hoch belasteten U-Bahnhöfen zügiger abläuft.

Konkret plant die MVG jetzt Taktverdichtungen im Tagesverkehr auf einzelnen besonders belasteten Streckenabschnitten. Grund ist zum einen, dass die Fahrgastzahlen gerade auch außerhalb der morgendlichen Verkehrsspitze steigen. Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen: flexiblere Arbeitszeiten, geänderte Ladenöffnungszeiten, die Zunahme des touristischen Verkehrs, aber auch die steigende Beliebtheit der preisgünstigen IsarCard9Uhr, die montags bis freitags erst ab 9 Uhr gilt. Zum anderen sind im Tagesverkehr Verdichtungen auch leichter realisierbar. Auf Initiative der MVG wird deshalb der Preis der IsarCard9Uhr im Zuge der MVVTarifanpassung zum 1. Juli 2008 auch nur ganz gering angehoben, damit also relativ attraktiver. Damit soll für alle diejenigen, die in der Wahl ihrer Arbeitszeit flexibel sind, ein zusätzlicher Anreiz geschaffen werden, erst nach 9 Uhr zu fahren, um damit die Verkehrsspitze zu entlasten.

Im Einzelnen sind im U-Bahnbereich folgende Maßnahmen vorgesehen:

- U-Bahnlinie U1: Der heute schon morgens zwischen Sendlinger Tor und Westfriedhof bestehende 5-Minuten-Takt wird bis ca. 9.30 Uhr verlängert. Montag bis Donnerstag wird der abendliche 5-Minuten- Takt bis 19.30 Uhr verlängert.

- U-Bahnlinie U2: Diese vor allem im Nordabschnitt stark ausgelastete Linie wird künftig bereits ab ca. 12.30 Uhr zwischen Innenstadt und Milbertshofen im 5-Minuten-Takt fahren, um ein größeres Platzangebot zu schaffen; der 5-Minuten-Takt morgens und abends bleibt natürlich unverändert.

- U-Bahnlinie U3: Der morgendliche 5-Minuten-Takt wird zwischen Münchner Freiheit und Sendlinger Tor (einzelne Verstärkerzüge auch darüber hinaus) bis ca. 9.30 Uhr verlängert.

- U-Bahnlinie U5: Der morgendliche 5-Minuten-Takt wird auf der ganzen Linie bis ca. 9.30 Uhr verlängert.

- U-Bahnlinie U6: Zwischen Münchner Freiheit und Harras verkehrt schon bisher ab ca. 12.30 Uhr eine Verstärkerlinie. Diese wird künftig montags bis freitags durchgehend zwischen den Hauptverkehrszeiten, also zwischen 9 und 15 Uhr, eingesetzt. Damit erhöht sich das Angebot auch am Vormittag um 50 Prozent. In diesem Abschnitt gibt es somit auf der U6 künftig einen ganztägig durchgehenden 5- Minuten-Takt.

Im Abschnitt Implerstraße - Münchner Freiheit kommt natürlich noch die U3 hinzu, so dass dort untertags dann durchschnittlich alle 3 1/3 Minuten eine U-Bahn fährt. In den Spitzenzeiten vor 9.30 Uhr und nach 15 Uhr bleibt es beim bisherigen 5-Minuten-Takt auf U3 und U6; auf dem gemeinsamen Abschnitt ergibt sich hieraus wie bisher ein 21/2-Minuten-Takt.

Der abendliche 5-Minuten-Takt auf der U6 wird montags bis donnerstags bis ca. 20 Uhr verlängert.

Die Verstärkerlinie zwischen Münchner Freiheit und Harras kommt zusätzlich auch am Samstag zwischen ca. 10 und 19 Uhr zum Einsatz, um dem gestiegenen Einkaufsverkehr mehr Platz zu bieten; auch in dieser Zeit gibt es hier also künftig einen 5-Minuten-Takt bzw.
- im gemeinsamen Abschnitt mit der U3 - durchschnittlich alle 3 1/3- Minuten einen Zug.

Herbert König: "Insgesamt wird durch diese Maßnahmen das Leistungsangebot der MVG erneut um weitere 2 Prozent ausgeweitet. Für diese Fahrplanverbesserungen sind auch zusätzliche Fahrer erforderlich. Die Muttergesellschaft der MVG, die Stadtwerke München GmbH, plant deshalb, alleine für die Fahrplanausweitungen bei der U-Bahn sechs neue UBahn- Fahrer einzustellen; der Mehrbedarf an Busfahrern steht noch nicht fest."

König weiter: "Allein schon diese Leistungsausweitung wird den Betriebsaufwand der MVG um ca. 3 Millionen Euro jährlich erhöhen. Wir finanzieren das teilweise aus den Mehreinnahmen durch den Fahrgastzuwachs, teilweise aus den Mehreinnahmen durch die Tarifanpassung zum 1. Juli. Ohne letztere wäre diese Leistungsverbesserung nicht in diesem Umfang möglich gewesen. Unsere Kunden müssen also nicht nur mehr bezahlen, weil die Kosten leider steigen; sie bekommen auch mehr Angebot. Tariferhöhungen sind nie erfreulich, aber die Fahrpreise müssen nun mal das Angebot finanzieren. Lohnsteigerungen wie z. B. jetzt bei den Lokführern der Bahn oder massive Dieselpreiserhöhungen für den Bus wirken sich zwangsläufig auf das Fahrpreisniveau aus. Leistungseinschränkungen zur Kompensation der Kostensteigerungen wären aber angesichts der Fahrgastzuwächse mit Sicherheit der falsche Weg."