SPEEDEL berichtet über Daten, die auf dem Medizinkogress "HYPERTENSION 2008" veröffentlicht wurden

Neue präklinische und klinische Daten für SPP635 und SPP301

(PresseBox) ( Basel/Schweiz und Bridgewater NJ/USA, )
Die Speedel Holding AG (SWX: SPPN) hat heute mitgeteilt, dass sie Daten für zwei Kandidaten ihrer Entwicklungspipeline auf dem Medizinkongress "Hypertension 2008" vorgestellt hat. "Hypertension 2008" war eine gemeinsame Tagung der "International Society of Hypertension" (ISH) und der "European Society of Hypertension" (ESH), die vom 14.-19. Juni 2008 in Berlin stattfand. Daten aus der Phase IIa Proof-of-Concept-Studie mit SPP635, einem Vertreter der nächsten Generation von Renininhibitoren des Unternehmens, zeigten eine starke Wirksamkeit und gute Verträglichkeit[2],[3]. Auf der Grundlage dieser Daten setzt Speedel die Entwicklungsarbeiten in Phase IIa bei Diabetikern mit leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck fort. Für den Entwicklungskandidaten SPP301 wurden die Ergebnisse verschiedener präklinischer Untersuchungen vorgestellt; SPP301 ist ein Endothelin A-Rezeptorantagonist, der sich in der klinischen Entwicklung für Patienten mit diabetischer Nierenkrankheit befindet[4],[5],[6].

Dr. Klaus Dembowsky, Geschäftsführer Speedel Experimenta, stellte fest: "Speedels präklinische und klinische Beiträge auf dieser bedeutenden wissenschaftlichen Tagung, die sich mit Bluthochdruck und seinen Begleiterkrankungen befasste, unterstreichen die wissenschaftliche Orientierung unseres Unternehmens. Speedel konzentriert sich auf Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Unser Ziel sind Innovationen, die zu verbesserten Behandlungsmöglichkeiten für Ärzte führen und dem Wohl ihrer Patienten dienen."

Präklinische und klinische Daten zu SPP635

Die klinische Studie, die im Rahmen von "Hypertension 2008" vorgestellt wurde, untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von SPP635. Es handelt sich um eine doppelblinde, plazebo-kontrollierte, randomisierte Studie mit zwei parallelen Gruppen[2]. Zwanzig Patienten mit leichter bis mittelschwerer Hypertonie erhielten 4 Wochen lang einmal täglich SPP635, während 15 Patienten Plazebo erhielten. Hauptsächliche Kriterien zur Beurteilung der Wirksamkeit waren der Blutdruck im Sitzen sowie der sogenannte 24-Stunden-Blutdruck (ABP).

Die Auswertung der 24-Stunden-Blutdruckverläufe (ABP) zeigt, dass SPP635 im Vergleich zu Plazebo deutlich den Blutdruck senkte - dies gilt für den systolischen wie den diastolischen Blutdruck, sowohl tagsüber als auch in der Nacht sowie über die gesamten 24 Stunden. Die Ergebnisse der Blutdruckmessung im Sitzen waren vergleichbar. Auf Basis dieser Daten wäre eine einmal tägliche Einnahme von SPP635 ausreichend. Die 4-wöchige Behandlung mit SPP635 wurde gut vertragen. Es gab keine Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen oder klinisch relevante Veränderungen von Laborwerten.

SPP635 senkte den 24-Stunden-Blutdruck (ABP; Mittelwert ± SEM) im Vergleich zu Plazebo (systolisch -12,5 ± 1,70 mmHg vs. +1,5 ± 1,59 mmHg, diastolisch -8,4 ± 1,09 mmHg vs. -0,1 ± 1,10 mmHg). Eine signifikante Blutdrucksenkung wurde nicht nur tagsüber erreicht (systolisch -14,4 ± 2,01 mmHg vs. +0,9 ± 2,17 mmHg, diastolisch -9,6 ±1,38 mmHg vs. -0,7 ± 1,55 mmHg), sondern auch während der Nacht (systolisch -9,7 ± 1,80 mmHg vs. +2,7 ± 2,17 mmHg, diastolisch -6,9 ± 1,20 mmHg vs. +2,4 ± 2,26 mmHg). Vergleichbare Ergebnisse wurden bei der Messung des Blutdrucks im Sitzen erreicht. Diese Daten zeigen, dass die Blutdrucksenkung durch den Renininhibitor SPP635 über 24 Stunden anhält. Die Wirkung auf den 24-Stunden-Blutdruck korrelierte mit einer signifikanten Abnahme der Plasmarenin-Aktivität bei den mit SPP635 behandelten Patienten.

Eine präklinische Studie untersuchte pharmakokinetische und pharmakodynamische Eigenschaften von SPP635[3]. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen einige Vorteile: eine lange Halbwertszeit (3,6 h bzw. 8 h) und eine hohe orale Bioverfügbarkeit (87% bzw. 50%) bei Ratten bzw. Hunden sowie eine gute Wirksamkeit hinsichtlich Blutdrucksenkung und Vorbeugung vor Nierenschäden im Tiermodell. Diese Eigenschaften qualifizieren SPP635 für die klinische Entwicklung im Bereich von Bluthochdruck und Endorganschutz, z.B. für den Einsatz bei diabetischer Nierenkrankheit.

SPP635 gehört zu der nächsten Generation von Renininhibitoren, die Speedels Flaggschiff SPP100 folgt; SPP100 (Aliskiren; Rasilez/Tekturna[1]) wurde an Novartis auslizenziert und ist inzwischen in den USA, in der Europäischen Union und vielen anderen Ländern zugelassen. SPP635 ist die am weitesten fortgeschrittene Verbindung in der SPP600-Reihe und ist einer von mehreren neuen Renininhibitoren, die von Speedel Experimenta, der Forschungseinheit des Unternehmens, entdeckt wurden. Die klinische Entwicklung von SPP635 wird bei Diabetikern mit leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck fortgesetzt. Zur Zeit läuft eine Studie in Europa, deren Ergebnisse in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 erwartet werden.

Präklinische Daten zu SPP301

In einer Untersuchung an Ratten wurde zum ersten Mal gezeigt, dass der Endothelin A-Rezeptorantagonist SPP301 (Avosentan) zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Gefässen in das umliegende Gewebe führen kann[5]. Der Flüssigkeitsaustritt wurde anhand von Veränderungen des Hämatokrit verfolgt. Er könnte eine der Ursachen für die Ödembildung sein, die in der ASCEND-Studie bei Patienten mit diabetischer Nierenkrankheit unter Behandlung mit SPP301 beobachtet wurde. Von besonderer Bedeutung ist, dass nach dieser Studie der Flüssigkeitsaustritt aus den Gefässen konzentrationsabhängig ist und nur bei höchsten Konzentrationen auftritt. Diese Daten sind die Grundlage für eine neue klinische Phase II-Studie bei Patienten mit diabetischer Nierenkrankheit mit niedrigeren Dosierungen von SPP301, um so die Flüssigkeisansammlung und Ödembildung zu vermeiden.

Die Ergebnisse einer weiteren Studie mit SPP301 (Avosentan) in einem Mausmodell der diabetischen Nierenkrankheit zeigen einen ausgeprägten Effekt auf die Albuminurie[6]. Nach Behandlung der diabetischen Mäuse über 20 Wochen war die Albuminurie (krankhafte Ausscheidung von Albumin im Urin) deutlich reduziert. Diese Wirkung war dosisabhängig; gleichzeitig verbesserten sich die Anzeichen für strukturelle Schäden, der Kollagengehalt nahm ab und die Expression von pro-fibrotischen Genen im Nierengewebe war vermindert. Bei der höchsten Dosierung waren alle Veränderungen hoch signifikant (p < 0,05). Im Vergleich zu einem Angiotensin-Konversionsenzym (ACE)-Hemmer (Quinapril) zeigte sich im Trend eine stärkere Wirksamkeit für die höchste Dosierung von SPP301. Diese Daten sind ein erster Hinweis darauf, dass die Abnahme der Albuminurie bei Patienten, die mit SPP301 behandelt werden, auf einer deutlichen Verminderung der fibrotischen Veränderungen beruhen könnte, die der diabetischen Nierenkrankheit zugrunde liegen.

In einer Studie an transgenen Ratten mit einem stark aktivierten Renin-Angiotensin-System wurden die Wirkungen des Angiotensin-Rezeptor-Blockers (ARB) Valsartan und SPP301 (Avosentan) auf Nierenschäden durch Bluthochdruck untersucht[4]. Die eingesetzten transgenen Ratten exprimieren menschliches Renin und Angiotensinogen; sie zeichnen sich durch einen stark erhöhten Blutdruck, Nierenschäden mit Albuminurie und eine hohe Sterblichkeit aus. Beide Wirkstoffe, die oral verabreicht wurden, verminderten die Sterblichkeit der Tiere, senkten die Albuminurie und reduzierten Schäden des Nierengewebes. Es ist daher anzunehmen, dass bei diesen Tieren sowohl Angiotensin II als auch Endothelin für die Nierenschäden verantwortlich sind. Wenn beide Wirkstoffe gleichzeitig verabreicht wurden, zeigte sich ein deutlich additiver Effekt auf Albuminurie, Nierenschäden und Sterblichkeit. Die Ergebnisse dieser Studie sprechen dafür, dass Angiotensin II und Endothelin auf unterschiedlichen Wegen zu Schäden führen und dass bei Patienten mit diabetischer Nierenkrankheit möglicherweise Vorteile durch eine gleichzeitige Einnahme zu erwarten sind.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Pressemitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die erhebliche Risiken und Unsicherheitsfaktoren bergen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf unseren derzeitigen Erwartungen und Prognosen zukünftiger Ereignisse. Alle Aussagen - mit Ausnahme der Aussagen zu historischen Fakten - zu unserer Strategie, zukünftigen Aktivitäten, der zukünftigen Finanzlage, zukünftigen Einkünften, projizierten Kosten, Zukunftsaussichten, sowie Plänen und Zielen des Managements sind zukunftsgerichtete Aussagen. Begriffe wie "voraussichtlich", "möglich", sowie "könnte" oder "wird" und ähnliche Ausdrücke sollen zukunftsorientierte Aussagen kennzeichnen, auch wenn nicht alle zukunftsorientierten Aussagen auf diese Weise kenntlich gemacht sind. Es ist möglich, dass es uns oder unseren Partnern nicht gelingt, diese Pläne, Vorhaben oder Erwartungen, die in diesen zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben werden, zu realisieren, daher sollten Sie keine unangemessenen Erwartungen hieran haben. Es kann nicht garantiert werden, dass die tatsächlichen Ergebnisse unserer Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten sowie das Betriebsergebnis nicht doch grundlegend von diesen Erwartungen abweichen. Faktoren, die Abweichungen tatsächlicher Ergebnisse von den Erwartungen beeinflussen können, sind unter anderem: dass es uns oder unseren Partnern nicht gelingt, sichere und wirksame Produkte zu entwickeln; dass es uns oder unseren Partnern nicht gelingt, positive Ergebnisse in den klinischen Studien zu erzielen; dass es uns oder unseren Partnern nicht gelingt, die Marktzulassung und Marktakzeptanz für unsere Produktkandidaten zu erlangen; dass es uns nicht gelingt, zukünftige Kooperationen und Lizenzvereinbarungen abzuschließen; die Auswirkungen des Wettbewerbs und technologischer Veränderungen; bestehende und zukünftige Verordnungen, die unsere Geschäftstätigkeiten beeinflussen; Änderungen in der behördlichen Aufsicht der pharmazeutischen Produktentwicklung; die zukünftige Abdeckung unserer Patentrechte oder der Patentrechte Dritter; die Auswirkungen eventueller zukünftiger Rechtsstreitigkeiten; allgemeine wirtschaftliche und geschäftliche Rahmenbedingungen, auf internationaler als auch auf brancheninterner Ebene, einschließlich Wechselkursschwankungen und unsere zukünftigen Finanzierungspläne.

[1] Rasilez/Tekturna® sind Markennamen von Novartis
[2] Hengelage T, Herold P, Jensen C, Baltatu OC. Efficacy and safety of the oral renin inhibitor SPP635 once daily in patients with mild to moderate hypertension.
[3] Zaugg CE, Louie P, Dembowsky K, Jensen C, Baltatu OC. Preclinical pharmacokinetic and pharmacodynamic characterization of SPP635, a new direct renin inhibitor.
[4] Baltatu OC, Zaugg CE, Bader M, Dembowsky K. Additive kidney protective effects of an angiotensin receptor antagonist combined with the endothelin type A receptor antagonist SPP301 in a rat model of malignant hypertension.
[5] Maillard MP, Wang Q, Baltatu OC, Burnier M. Do endothelin receptor antagonists induce edema through an extravasation of fluids? Evidence from an experiment in bi-nephrectomized rats.
[6] Jandeleit-Dahm K, Watson A, SoroPaavonen A, Allen T, Thomas M, Schumacher C, Cooper M. The novel endothelin receptor A (ET-A) antagonist SPP 301 attenuates albuminuria and renal structural injury in streptozotocin- induced diabetic apoE knockout mice.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.