Berufsbildungskongress der Bauwirtschaft: "Neue Impulse für die Berufsausbildung"

Wiesbaden, (PresseBox) - Die Tarifvertragsparteien der deutschen Bauwirtschaft begrüßten unter dem Titel "Neue Impulse für die Berufsausbildung" Bildungsexperten und -praktiker zum Berufsbildungskongress der Bauwirtschaft bei SOKA-BAU in Wiesbaden.

Sowohl Klaus-Dieter Fromm, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses beim Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), als auch Dietmar Schäfers, stellvertretender Vorsitzender der IG BAU, betonten in ihrer Begrüßung die vergleichsweise günstige Entwicklung der Ausbildungszahlen in der Bauwirtschaft, die aber dennoch nicht ausreiche, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Dr. Christoph Schleer vom SINUS-Institut stellte in seinem Vortrag dar, dass es nicht eine einheitliche Generation von Jugendlichen gibt, sondern verschiedene soziale Milieus, die im Rahmen der Fachkräftegewinnung jeweils unterschiedlich angesprochen werden müssten. Dr. Guido Birkner vom F.A.Z.-Fachverlag FRANKFURT BUSINESS MEDIA stellte anschließend die in Kooperation mit SOKA-BAU durchgeführte zweite Studie „Ausbildung als Zukunft der Bauwirtschaft“ vor, in deren Rahmen Auszubildende und junge Fachkräfte zu ihren beruflichen Wünschen, Erfahrungen und Zielen befragt wurden. An den Ergebnissen wurde deutlich, dass „weiche“ Faktoren bei der Berufs- und Arbeitgeberwahl eine zunehmend stärkere Rolle spielen, z. B. die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Martin Karnein, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und geschäftsführender Gesellschafter der Bernhard Heckmann GmbH & Co. KG, und Norbert Kees, ZDB, Vorsitzender des Bayerischen Landesausschusses für Berufsbildung, stellten vor, welche Maßnahmen sie zur Facharbeitergewinnung ergreifen. Beide stellten heraus, wie wichtig eine enge Betreuung, aber auch die eigene Begeisterung für die Bauberufe für die Auszubildenden ist. Martin Lieneke von der Bundesagentur für Arbeit führte anschließend aus, wie Betriebe auf Ausbildungsbewerber zugehen können, um für Bau-Ausbildungsberufe zu werben. Dazu gehören z. B. die intensive Kooperation mit Schulen und das Angebot von Praktika. In der darauf folgenden Podiumsdiskussion stellte Werner Luther, Geschäftsführer der Eigner Bauunternehmung, heraus, dass in vielen Fällen nicht nur die Auszubildenden, sondern auch deren Eltern für die Bauberufe begeistert werden müssen. Mitglieder des ZDB-Nationalteams, amtierende und vergangene Europameister und Teilnehmer an den Euro Skills, zeigten, dass die richtige Motivation auch für internationale Erfolge sorgen kann.

Der erste Kongresstag fand im Ausbildungszentrum ibW (Innovation Bildung Wiesbaden) seinen Abschluss. Professor Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, ging in seiner Rede auf die Rekrutierungsprobleme von Kleinbetrieben ein. Dabei betonte er die Bedeutung der bedarfsgerechten Unterstützung der Betriebe.

Zu Beginn des zweiten Kongresstages begrüßte Martin Karnein als Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) die Teilnehmer und betonte wie wichtig das Engagement in der Ausbildung für die Zukunft der Bauwirtschaft ist. Anschließend stellten Dr. Bernd Garstka und Ulrich Goos vom Berufsförderungswerk der Bauindustrie in Nordrhein-Westfalen sowie Markus Weitzmann vom Bildungszentrum Holzbau in Biberach Praxisbeispiele aus der Zusammenarbeit von überbetrieblicher Bildungsstätte und Berufsschule dar. Dabei bietet die engere Verzahnung von Theorie und Praxis mehrere Vorteile, z. B. können Ausbildungsinhalte und Lehrmethoden sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Schließlich stellte Marcel Macherey, Referent Qualifizierungsförderung bei SOKA-BAU, das Pilotprojekt Berufsstart Bau vor, in dessen Rahmen Jugendliche an eine Berufsausbildung in der Bauwirtschaft herangeführt werden. Eine erste Zwischen-Evaluation des Projektes hat positive Ergebnisse gezeigt.

SOKA-BAU Vorstandsmitglied Manfred Purps schloss den Berufsbildungskongress mit einer Zusammenfassung der neu gewonnenen Erkenntnisse, darunter auch die Einsicht, dass es keinen Grund gebe, grundsätzliche Kritik an dem Ausbildungssystem in der Bauwirtschaft zu üben. Vielmehr sei während des Kongresses bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, wie wichtig es ist, Auszubildende für die Bauberufe zu begeistern.

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