Handlungsbedarf für koordiniertes Vorgehen von Wasserstraße und Schiene

Handlungsbedarf für koordiniertes Vorgehen von Wasserstraße und Schiene

Bonn, (PresseBox) - Mitglieder, Vorstand und Geschäftsführung des Vereins zur Förderung des Kurzstreckenseeverkehrs e.V., dem Betreiber des ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (spc), zeigten sich auf der Mitgliederversammlung am 27. April 2017 in Hamburg zufrieden mit der Vereinsentwicklung. Die Mitgliederzahl konnte im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert werden. Turnusgemäß standen auf der Versammlung auch Vorstandswahlen an.

Der bisherige Vorstand wurde einstimmig entlastet und anschließend einstimmig in den Ämtern für die kommenden zwei Jahre bestätigt (namentliche Auflistung am Ende der Pressemitteilung).

„Wir freuen uns sehr über die große Zustimmung unserer Mitglieder und werten dies als Bestätigung der Arbeit des Vorstands, der Geschäftsführung und des spc-Teams“, äußerte sich der im Amt bestätigte Vorstandsvorsitzende Knut Sander. „Diesen Rückenwind werden wir nutzen, um das spc weiterzuentwickeln. Dazu gibt es eine Reihe von Ideen, die wir in naher Zukunft umzusetzen wollen“, so Sander weiter.

Ausweitung der 44-t-Regelung

In seinem Jahresbericht ging spc-Geschäftsführer Markus Nölke auf eine Reihe von Faktoren ein, die sich auf den Modal Split auswirken oder auswirken könnten. So setzt sich das spc für eine Ausweitung der im Kombinierten Verkehr (KV) bestehenden 44-t-Regelung auf den Massengutverkehr ein. Zurzeit gilt diese Ausnahme nur im Vor- und Nachlauf für den Behälterverkehr. „Eine Ausdehnung auf Massengüter würde die Verkehrsträger Wasserstraße und Schiene stärken“, erwartet Nölke.

Vernetzung für „Runden Tisch“ Schienengüterverkehr empfohlen

Thematisiert hat Nölke auch den vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eingesetzten „Runden Tisch" zur Stärkung des Schienengüterverkehrs. Die dort diskutierten Überlegungen, beispielsweise die Trassenpreise und Abgaben für Strom und erneuerbare Energien zu senken, dürften nicht dazu führen, dass nur ein alternativer Verkehrsträger gestärkt werde. „Schiff und Schiene dürfen sich nicht gegenseitig die Ladung abnehmen. Dann wird sich der Modal Split nur einseitig verändern“, ist Nölke sicher. Daher empfiehlt das spc den Teilnehmern des „Runden Tischs“, Akteure und Repräsentanten der Wasserstraßen an solchen Gesprächen zu beteiligen.

Sowohl die Wasserstraßen mit dem Kurzstreckensee- und Binnenschiffsverkehr, als auch die Schiene müssen die Marktanteile steigern. In diesem Zusammenhang lehnt Nölke Verlagerungen mit Hilfe ruinöser Preise ab. „Es ist keinem geholfen, wenn durch einen ruinösen Preiskampf zwischen den Verkehrsträgern lediglich die Kosten in den Keller gehen. Dadurch sinken die Chancen auf Rückverlagerungen“, versichert Nölke. Das Ziel müsse vielmehr sein, nachhaltige und zukunftsorientierte Logistiklösungen zu fördern. Insbesondere der Kurzstreckenseeverkehr nimmt dabei laut Nölke eine Vorreiterrolle ein. Mit der Umsetzung der SECA-Vorschriften zum 1. Januar 2015 habe die Branche dazu beigetragen, dass im Bereich des Umweltschutzes ein weiterer Meilenstein erreicht wurde.

Digitale Transportplattformen

Auch die zahlreichen neuen digitalen Plattformen werden vom spc beobachtet. Für Nölke sind viele zu einseitig auf den LKW fokussiert. Es ist nur das Ziel, leichter, schneller und günstiger an LKW-Transporte zu kommen. Das wird überwiegend dem Straßengüterverkehr Mengen zuspielen. Oft als innovativ verkauft, haben solche Plattformen für Nölke aber nur dann einen echten Mehrwert, wenn Multimodalität stärker berücksichtigt wird. Nur ein einseitiger Preisbenchmark ist zu wenig.

Ausblick auf spc-Veranstaltungen

Im Rahmen der nächsten Aktivitäten wird sich das spc auf der Messe transport logistic vom 9. bis 12. Mai 2017 in München in Halle B4 Stand 203 präsentieren, gefolgt von einem Auftritt auf dem Forum Chemielogistik der Bundesvereinigung Logistik (BVL) am 17. und 18. Mai in Ludwigshafen.

Für 2018 laufen schon die ersten Planungen. So wurde auf der Mitgliederversammlung das Datum der 3. ShortSeaShipping Days bekanntgegeben. Diese werden vom 20. bis 21. Juni 2018 wieder in der Musik- und Kongresshalle in Lübeck stattfinden.

Zusammensetzung des Vorstands

Der Vorstand des Trägervereins setzt sich in den nächsten zwei Jahren wie folgt zusammen:


Knut Sander, geschäftsführender Gesellschafter Robert Kukla GmbH –
Vorstandsvorsitzender Vertreter für Spedition und Logistik



Torsten Westphal, geschäftsführender Gesellschafter ARKON Shipping GmbH & Co. KG – stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Vertreter für Schifffahrt



Susanne Neiro, K+S Transport GmbH – Vorstandsmitglied
Vertreterin für Verladerschaft



Thomas Küpper – Geschäftsführer Imperial Shipping Services GmbH – Vorstandsmitglied
Vertreter für Binnenschifffahrt



Heiko Loroff, Geschäftsführer Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH –
Vorstandsmitglied Vertreter für Häfen

ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center

Das ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (spc) ist ein nationales Kompetenz-Center zur Förderung des Kurzstreckenseeverkehrs und der Binnenschifffahrt im Rahmen multimodaler Transportketten. Aufgabenschwerpunkt des spc ist die neutrale Beratung von Verladern und Spediteuren. Im Vordergrund steht dabei die Vermarktung der Potenziale auf den Wasserstraßen. Dadurch soll zum einen ein Beitrag zur Entlastung der Verkehrsträger Straße und Schiene geleistet werden und zum anderen an einer besseren Vernetzung mit der Wasserstraße mitgewirkt werden. Weitere Arbeitsinhalte sind die Unterstützung von Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) wird das spc getragen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, den Fachverbänden der Branche sowie Unternehmen aus Schifffahrt, Hafen, Logistik und Verladerschaft. Aktuell zählt das Kompetenz-Netzwerk über 60 Fördermitglieder.

Weitere Informationen unter www.shortseashipping.de



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