Studie Kosten Wohnungsumzüge in den 120 größten deutschen Städten: Preise von 300 € bis 1.400 € für gleiche Leistung

Wer nicht aufpasst, zahlt leicht einige Hundert Euro zu viel

Leipzig, (PresseBox) - Sommerzeit ist Umzugszeit, denn bei schönem Wetter ist das Tragen von Möbeln in der Regel angenehmer, als im kalten Winter. Rund 3,5 Mio. Deutsche ziehen jedes Jahr um. Dass das Umziehen aus der Wohnung oder dem Privathaus eine teure und komplexe Angelegenheit ist, wissen einige, manche ahnen es. Jedoch wissen viele nicht wissen, wie schwierig es ist, die unterschiedlichsten Preismodelle der Umzugsfirmen zu durchschauen und sich vor den zahlreichen Tricks zu schützen. Deshalb hat sich nun das Verbraucherportal preisvergleich.de hier einmal näher umgeschaut.

Die wichtigste Erkenntnis: Viele Umzugsfirmen lassen ihre Kunden über das Zustandekommen der berechneten Umzugs-Preise völlig im Unklaren. Wer nicht aufpasst, wird leicht über den Tisch gezogen und muss das zum Teil sehr teuer bezahlen - bis zu einige 100 € mehr als eigentlich notwendig. Von Stadt zu Stadt gibt es zudem teilweise enorme Preisunterschiede.

Für die Studie befragte das sechsköpfige Rechercheteam von preisvergleich.de (2,6 Mio. Nutzer im Monat) mehrere Monate mit einheitlichen Abfrage-Schemata stichprobenartig 1.300 Umzugsunternehmen in den 120 größten deutschen Städten. Letztlich waren aber nur 705 Umzugsfirmen zu einer Preisauskunft bereit. Die anderen versuchten teils durch windige Ausreden eine verbindliche Preisauskunft zu verhindern.

Das Ergebnis: Rund ein Drittel aller untersuchten Städte sind im deutschlandweiten Umzugskosten-Vergleich eindeutig zu teuer. Sie liegen zwischen 11% und 58% über dem deutschen Umzugskosten-Schnitt. Abgefragt wurde eine durchschnittliche 65 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung (Abholen, Anliefern - ohne Ab- oder Aufbau oder Ein- oder Auspacken von Kisten, Transportradius max. 10 Kilometer etc.). Unverhältnismäßig teuer sind die Umzüge demnach durchschnittlich in den folgenden Städten: Mainz, (1.418 €), Tübingen (1.373 €), Koblenz, (1.333 €), Kempten (1.240 €), Neuss, (1.238 €), Aalen (1.234 €), Bonn, (1.207 €), Erlangen, (1.190 €), Ludwigshafen, (1.190 €), Oldenburg (1.150 €), Karlsruhe, (1.148 €), Ludwigsburg (1.145 €), Paderborn, (1.130 €), Pforzheim, (1.125 €), Leverkusen, (1.107 €), Trier, (1.100 €), München, (1.095 €), Lüneburg (1.090 €), Suhl (1.085 €), Amberg (1.053 €), Garmisch-Partenkirchen (1.050 €), Stuttgart, (1.050 €), Fürth, (1.042 €), Freiburg im Breisgau (1.027 €), Aachen (1.025 €), Gießen (1.025 €), Oberhausen, (1.015 €), Würzburg, (1.010 €), Düsseldorf (1.002 €), Bottrop, (1.000 €), Ingolstadt, (1.000 €), Minden (1.000 €), Remscheid, (1.000 €), Hamm, (1.000 €) und Nürnberg (996 €).

Am günstigsten ist es in den folgenden Städten. Hier lagen die ermittelten durchschnittlichen Umzugskosten im Schnitt um 12 % bis 67 % unter dem gesamtdeutschen Schnitt: Solingen, (796 €), Offenburg 793 €), Frankfurt a.M., (788 €), Herne, (786 €), Hagen, (779 €), Potsdam, (775 €), Reutlingen, (770 €), Konstanz (768 €), Coburg (762 €), Pirmasens (762 €), Hanau (760 €), Heilbronn, (760 €), Duisburg (755 €), Kassel, (754 €), Berlin (753 €), Darmstadt, (751 €), Neubrandenburg (750 €), Schwerin (748 €), Lübeck, (744 €), Halle, (742 €), Mannheim, (720 €), Dessau-Roßlau (717 €), Bamberg (700 €), Cottbus, (700 €), Flensburg (700 €), Frankfurt a.d. Oder (700 €), Mülheim a.d. Ruhr (700 €), Heidelberg, (698 €), Magdeburg, (688 €), Moers, (677 €), Gera, (650 €), Chemnitz, (643 €), Jena (637 €), Gelsenkirchen (600 €), Salzgitter, (600 €), Leipzig (588 €) sowie Hof (300 €). Alle anderen untersuchten Städte entnehmen Journalisten bitte der Tabelle im Anhang.

Bundesländer-Vergleich

Interessant ist auch ein Preisvergleich zwischen den Bundesländern. Hier lässt sich sagen: Durchschnittlich zahlen die Deutschen 859 € für den Umzug, also für das Tragen aus und in die Wohnung, das Be- und Entladen sowie die LKW-Fahrt. Die Preise enthalten nicht das "Abbauen" von Möbeln oder das "Einpacken" von Kleidern und Büchern in die Umzugskisten.

Für Umzügler am teuersten erwies sich in der Studie das beschauliche Rheinland-Pfalz. Hier sind im Schnitt saftige 1.236 € für den Umzug aus einer 3-Zimmer-Wohnung zu berappen. Es folgen das Nachbarland Baden-Württemberg mit 993 € sowie Bayern (963 €) und Nordrhein-Westfalen (935 €). Am günstigsten ist ein Umzug in Sachsen mit durchschnittlich 691 € oder in Sachsen-Anhalt mit 720 €. Alle anderen untersuchten Bundesländer entnehmen Journalisten bitte der Tabelle im Anhang.

Auf eMail-Anfragen reagiert fast keine Umzugsfirma

Keine Preisauskünfte ohne mehrmalige Anfrage bei den Umzugsfirmen. Auch das war eines der Ergebnisse in der Studie. Ein dickes Minus gibt es deshalb von den Studiendurchführenden für die mangelnde Bereitschaft der Umzugsfirmen auf eMail-Anfragen überhaupt auch nur zu antworten. Viele Firmen ignorierten sogar mehrmalige eMail-Kontaktversuche komplett. Das zog die Studie zeitraubend in die Länge. Dabei wurden die Preisanfragen selbstverständlich anonym und als Privatpersonen an die Umzugsfirmen gesendet.

Die Ergebnisse: In München antworteten sage und schreibe nur 5 von 46 angefragten Firmen auf eMails, in Hamm eine von 27, in Bonn 7 von 25 Firmen, in Köln 9 von 51, in Hamburg 4 von 30 Dienstleistern, in Mannheim eine von 22, in Leipzig 4 von 31, in Magdeburg 4 von 19 Firmen.

Die miesesten Tricks - Worauf Verbraucher achten sollten

- Auch wenn es viele seriöse und zuverlässige Umzugsfirmen gibt, so tummeln sich in der Branche doch auch zahlreiche schwarze Schafe. Umzüge können so schnell zur Abzock-Falle werden: Unseriöse Möbelspediteure werben oftmals mit Dumpingpreisen, wonach beispielsweise ein LKW, vier Arbeitskräfte und vier Stunden Möbel tragen lediglich 200 € kosten solle. Vor allem in Wurfsendungen ködern dubiose Anbieter mit solchen Lockangeboten ahnungslose Verbraucher beispielsweise in Berlin.

- Was viele Deutsche zudem nicht wissen: Die Umzugshelfer trödeln teilweise vorsätzlich herum, um länger als die vereinbarten Stunden mit dem Tragen von Kühlschrank, Büchern und Betten zu verbringen. Beispiel: Eine Umzugsfirma redete einem Verbraucher ein, der Umzug sei wahrscheinlich nach vier Stunden erledigt. Doch was er nicht wusste: Ab der 4. Stunde werden horrende Aufschläge fällig. So werden aus 200 € schnell über 1.000 €. Besonders dreist: Wer da nicht "ja" sagt, dem drohen die Helfer, den LKW beladen kostenpflichtig vor der Wohnung stehen zu lassen. Das heißt: Der Verbraucher müsste auf eigene Kosten schauen, wie er den LKW wieder entlädt.

- Tipp: Verbraucher sollten darauf achten, dass die Umzugsfirma Adresse und Telefonnummer in der Anzeige angibt - am besten eine Festnetznummer. Wenn in der Anzeige nur eine Handynummer steht, wird im Falle einer Reklamation niemand zu erreichen sein. Preisvergleich.de rät deshalb: Finger weg!

- Wichtig zudem: Zusätzliche Sonderversicherungen für die Möbel sind in der Regel unnötig. Sollte ein Verbraucher jedoch besonders wertvolle Möbel haben, kann eine Versicherung Sinn machen. Doch: Viele Umzugsfirmen bieten da völlig überteuert Versicherungspolicen an. Derzeit gilt, dass Umzugsfirmen die Haftungshöhe pro Kubikmeter Umzugsgut bei 620 € garantieren müssen. Doch: Im schlimmsten Fall genügt das nicht für das teure antike Erbstück.

- Jeder der umzieht, sollte die Chance zu einem Versicherungscheck machen. Gerade Hausratsversicherung oder Haftpflichtversicherungen wurden in den vergangenen Jahren massiv verbessert und auch günstiger. Ein Wechsel lohnt sich da fast immer! Einen schnellen Überblick gibt es beispielsweise unter: www.preisvergleich.de/versicherungen/hausratversicherung

- Und zu guter Letzt: In diesem Zusammenhang ist es für Verbraucher, die auf jeden Cent achten müssen, auch ratsam, sich über eine sogenannte "Mietkautionsversicherung" Gedanken zu machen. Für relativ wenig Geld im Monat bürgt diese Versicherung dann für die Mietkaution, die leicht über 1000 € betragen kann. Auf preisvergleich.de gibt es beispielsweise schon für rund 4 € eine solche Versicherung, die im Falle des Falles dann 1000 € Kautionsbürgerschaft bietet. Mehr unter: www.preisvergleich.de/versicherungen/mietkautionsversicherung.

Hintergründe Studien-Befragung und Design:

Auffällig: Gerade einmal 705 Firmen reagierten überhaupt auf die Anfragen des preisvergleich.de-Studienteams, die anderen 50 Prozent drucksten herum. Nur 304 waren bereit, genaue Preisauskünfte zu erteilen. Die anderen Speditionsfirmen bestanden auf einen Vor-Ort-Besuch und wollten vorab keine Preisauskünfte geben. Doch auch das ist kein Schutz vor üblen Preistreibern bei Umzugsfirmen. Grundsätzlich gilt: Selbstverständlich haben alle Umzugsfirmen ein grobes Preisraster für Umzüge - gerade bei Privathaushalten. Denn letztlich sind Umzüge aus einer 60- oder 80-Quadratmeter-Wohnung immer recht ähnlich. Viele Umzugsfirmen versuchen vor Ort die Preise in die Höhe zu treiben und die Verbraucher gleich zur Unterschrift eines Vertrages zu überreden. Auch hier ist also Vorsicht geboten.

Auffällig war zudem in der Befragung: Von 705 Dienstleistern aus der Stichprobe erbat nur 1 Prozent eine ausgefüllte Umzugsgutsliste, die restlichen Unternehmen verzichteten auf diese Auskunft. Bei 66 % der Speditionsunternehmen wurde eine Vorabbesichtigung in der Wohnung als obligatorische Notwendigkeit angesehen.

Kritikwürdig: Nur wenige Dienstleister listeten die Kostenfaktoren in ihren Angeboten genau auf. Das heißt, der Stundenlohn des Personals, die Arbeitszeit sowie die Mietgebühr für den Transporter waren nicht immer ersichtlich. Selbst wenn ein Kunde vor dem Umzug einen Kostenvergleich verschiedener Firmen macht, ist er vor überhöhten Preisen nicht sicher. Als Umzügler kann man keine Kriterien abhaken, die die Kosten des Umzugs sicher eingrenzen und nicht ausufern lassen. Die jeweilige Speditionsfirma hat deshalb häufig ein leichtes Spiel, Leistungen höher als gerechtfertigt abzurechnen. In allen Fällen gilt aber: Günstige Angebote müssen nicht unseriös sein, teure aber auch nicht in umgekehrter Logik seriös. In jedem Falle sollten sich Verbraucher mindestens von fünf Umzugsfirmen vor Ort die Preise einholen.

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