Geschäftsjahr 2016: SGL Group hat wesentliche Schritte ihrer strategischen Neuausrichtung umgesetzt

Anstieg des EBIT vor Sondereinflüssen

Wiesbaden, (PresseBox) - .


Erfolgreiche Kapitalerhöhung und Erlöse aus dem sich im Verkauf befindlichen Geschäftsbereich Performance Products (PP) werden solide finanzielle Grundlage schaffen
Jürgen Köhler: „Im Jahr 2016 haben wir die Bilanzstruktur gestärkt und bei Kunden und in zahlreichen Projekten die Weichen für das zukünftige Wachstum gestellt“
Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen steigt von 13,7 Millionen auf 20,7 Millionen Euro
Composites – Fibers & Materials (CFM): Signifikanter Anstieg des EBIT vor Sondereinflüssen dank höherer Auslastung und geringeren Kosten
Graphite Materials & Systems (GMS): Ölpreisbedingte Schwäche im Chemiegeschäft überlagert positive Entwicklungen in den Geschäften mit der Lithium-Ionen-Batterieindustrie sowie im Solar-und Halbleiterbereich
Konzernergebnis trotz Belastungen durch nicht fortgeführte Aktivitäten deutlich verbessert
Ausblick 2017 für die fortgeführten Aktivitäten: Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich, EBIT vor Sondereinflüssen wächst überproportional zum Umsatz


Die SGL Group hat im Berichtsjahr 2016 bei leicht geringerem Umsatz ein Ergebnis über dem Vorjahr erzielt. Das Konzern-EBIT vor Sondereinflüssen aus fortgeführten Aktivitäten stieg auf 20,7 (Vorjahr: 13,7) Millionen Euro. Dazu trug vor allem das Geschäft mit der Automobilindustrie im Berichtssegment CFM bei, während sich bei GMS die Schwäche der nordamerikanischen Öl- und Gasindustrie bemerkbar machte. Gleichzeitig hat das Unternehmen wesentliche Schritte seiner strategischen Neuausrichtung umgesetzt. Dazu gehören die beschleunigte Umsetzung der rechtlichen Ausgliederung des Geschäftsbereichs Performance Products (PP) im Juni 2016, die Vereinbarung zum Verkauf des Graphitelektrodengeschäfts an das japanische Unternehmen Showa Denko im Oktober und die Kapitalerhöhung im Dezember.

„Im Geschäftsjahr 2016 haben wir die Voraussetzungen für den Neubeginn und für die Rückkehr zu profitablem und nachhaltigem Wachstum geschaffen. Wir haben unsere Bilanzstruktur gestärkt und bei Kunden und in zahlreichen Projekten die Weichen für das zukünftige Wachstum gestellt. Durch unser neues Lightweight and Application Center haben wir beispielsweise Entwicklungsprojekte mit Automobilherstellern und anderen Industrien weltweit initiiert“, sagt Dr. Jürgen Köhler, Vorstandsvorsitzender der SGL Group. „Für das Jahr 2017 rechnen wir in unseren fortgeführten Geschäften mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein dazu überproportional wachsendes EBIT.“

Der Umsatz der SGL Group aus fortgeführten Aktivitäten lag im Berichtsjahr 2016 bei 769,8 (Vorjahr: 789,5) Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um 3 Prozent. Das Konzern-EBIT nach Sondereinflüssen aus fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich deutlich und stieg auf 23,7 von 6,9 Millionen Euro im Vorjahr. Die Kapitalrendite (ROCE) auf Basis des EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich von 7,9 Prozent im Jahr 2015 auf 8,4 Prozent. Das Finanzergebnis kam auf minus 50,9 Millionen Euro nach minus 52,3 Millionen Euro im Vorjahr. Vor Steuern verbesserte sich das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten auf minus 27,2 (Vorjahr: minus 45,4) Millionen Euro, nach Steuern lag es bei minus 34,0 (Vorjahr: minus 67,5) Millionen Euro.

Composites – Fibers & Materials: Signifikanter Anstieg des EBIT vor Sondereinflüssen

Der Umsatz im Geschäftsbereich CFM ging im Geschäftsjahr 2016 leicht um 3 Prozent auf 317,4 (Vorjahr: 327,3) Millionen Euro zurück. Wesentliche Ursache war der geringere Umsatz im Marktsegment Textilfasern. Ihr Preis ist an den Rohstoff Acrylnitril gekoppelt, der wiederum unter dem schwachen Ölpreis litt. Dagegen verbesserte sich das EBIT vor Sondereinflüssen erneut signifikant auf 20,1 (Vorjahr: 11,3) Millionen Euro. Dazu trug neben dem Geschäft mit der Automobilindustrie unter anderem auch das bessere Ergebnis im Bereich der industriellen Anwendungen bei sowie ein positiver Sondereffekt aus hohen Abrechnungen im Materialgeschäft der HITCO. Damit stieg die EBIT-Marge auf 6,3 (Vorjahr: 3,5) Prozent. Nach Sondereinflüssen – vor allem bedingt durch die Verkaufsvereinbarung für das kleine Carbonfaserwerk in Evanston (USA) – lag das EBIT bei 31,8 (Vorjahr: 10,8) Millionen Euro.

Graphite Materials & Systems: Ölpreisbedingte Schwäche im Chemiegeschäft überlagert positive Entwicklung im Batteriegeschäft

Im Geschäftsbereich GMS lag der Umsatz mit 444,1 (Vorjahr: 453,5) Millionen Euro knapp unter dem Vorjahr. Dabei haben sich die einzelnen Marktsegmente sehr unterschiedlich entwickelt. Deutlich aufwärts ging es im Geschäft mit Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien sowie in den Marktsegmenten Solar und Halbleiter. Dagegen litt das Chemiegeschäft unter den geringeren Förderaktivitäten im nordamerikanischen Öl- und Gassektor. Damit sank das EBIT vor Sondereinflüssen auf 27,8 (Vorjahr: 34,1) Millionen Euro. Entsprechend lag die EBIT-Marge mit 6,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (7,5 Prozent). Das EBIT nach Sondereinflüssen erreichte 26,2 (Vorjahr: 28,9) Millionen Euro.

T&I and Corporate: Ergebnis durch Grundstücksverkauf positiv beeinflusst

Das EBIT vor Sondereinflüssen im Segment T&I and Corporate verbesserte sich von minus 31,7 Millionen auf minus 27,2 Millionen Euro. Im Ergebnis enthalten ist der Ertrag aus einem Grundstücksverkauf. Bereinigt um diesen Effekt lag das EBIT vor Sondereinflüssen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Nach Sondereinflüssen – vor allem in Verbindung mit dem Projekt CORE – ging das EBIT leicht auf minus 34,3 (Vorjahr: minus 32,8) Millionen Euro zurück.

Preisrückgang für Graphitelektroden kennzeichnet weiterhin die nicht fortgeführten Aktivitäten

Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten setzt sich aus den Ergebnissen des Bereichs Performance Products (PP) und der Ende 2015 verkauften HITCO (Bauteile für Flugzeugindustrie) zusammen. Bei PP machte sich erneut der Preisrückgang bei den Graphitelektroden (GE) stark bemerkbar, obwohl die ausgelieferten Mengen leicht über dem Vorjahr lagen. Das Geschäft mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden (CFL/CE) bewegte sich auf einem erwartet guten Niveau. Weiterhin belastete die Bewertung der zur Veräußerung stehenden GE-Geschäftsaktivitäten in Höhe von 18 (Bewertung zum 30.9.2016: 43) Millionen Euro sowie latente Steuereffekte in Höhe von rund minus 23 Millionen Euro das Ergebnis von PP. Insgesamt summierte sich der Verlust aus nicht fortgeführten Aktivitäten nach Ertragsteuern auf minus 75,7 (Vorjahr: minus 225,8) Millionen Euro. Inklusive der fortgeführten Aktivitäten erzielte die SGL Group im Geschäftsjahr 2016 ein Konzernergebnis von minus 111,7 (Vorjahr: minus 295,0) Millionen Euro.

Eigenkapitalquote dank Kapitalerhöhung gestärkt

Die Bilanzsumme lag mit 1.899,2 (31. Dezember 2015: 1.856,1) Millionen Euro leicht über dem Vorjahr. Durch die Kapitalerhöhung im Dezember 2016 stieg das Eigenkapital um 173,3 Millionen Euro. Gegenteilig wirkten das negative Konzernergebnis, Fremdwährungseffekte und die Anpassung der Rechnungszinssätze für Pensionsrückstellungen. Insgesamt stieg die Eigenkapitalquote auf 17,5 (31. Dezember 2015: 15,6) Prozent. Aufgrund der Barkapitalerhöhung sanken die Nettofinanzschulden zum Jahresende auf 449,4 (31. Dezember 2015: 534,2) Millionen Euro.

Der Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten blieb erwartungsgemäß deutlich negativ, verbesserte sich aber auf minus 48,1 (Vorjahr: minus 99,3) Millionen Euro. Der Mittelabfluss bestand im Wesentlichen aus Auszahlungen für Investitionen und Zinszahlungen. Die bessere operative Ertragslage und der reduzierte Aufbau des Nettoumlaufvermögens konnten dies nur teilweise kompensieren. Inklusive der nicht fortgeführten Aktivitäten ergab sich ein Free Cashflow von minus 81 (Vorjahr: minus 126,1) Millionen Euro.

Projekt CORE erfolgreich gestartet

„Wir werden noch intensiver als bisher als innovatives und technologiebasiertes Unternehmen mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um Lösungen für die zentralen Themen Mobilität, Energieversorgung und Digitalisierung zu entwickeln“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Köhler. „Künftig werden sich die beiden Geschäftsbereiche CFM und GMS ausschließlich auf die Produktion, den Vertrieb und die anwendungsnahe Entwicklung konzentrieren.“

Im September 2016 hat die SGL Group das Projekt CORE (COrporate REstructuring) angestoßen, das die „neue“, nun kleinere SGL Group zukunftsfähiger aufstellt. Dabei werden die Geschäftsbereiche CFM und GMS auf Wachstum ausgerichtet, indem sie sich auf Entwicklung, Produktion und Vertrieb von carbonfaser- und spezialgraphitbasierten Produkten und Lösungen konzentrieren. Alle Verwaltungsaufgaben werden gestrafft, in zentralen Funktionen gebündelt und damit die Strukturen der SGL Group an ihre neue Größe angepasst. Bis Ende 2018 sollen dadurch rund 25 Millionen Euro eingespart und darüber die Ertragskraft der SGL Group gestärkt werden.

Schon zum Ende des dritten Quartals 2016 hat die SGL Group ihr Kosteneinsparprogramm SGL2015 abgeschlossen, das im Jahr 2013 aufgelegt worden war. Bis Ende September wurden 228 Millionen Euro eingespart. Da das – zwischenzeitlich zwei Mal erhöhte – Einsparziel von 240 Millionen Euro die angefallenen Verluste in Höhe von 15 Millionen Euro für die mittlerweile verkauften HITCO und SGL Rotec (Rotorblätter) enthielt, hat die SGL Group damit ihr Ziel leicht übertroffen.

Verkauf des Geschäftsbereichs PP wird zu weiterer Verbesserung der Kapitalstruktur führen

Im Oktober 2016 hat die SGL Group eine Vereinbarung zum Verkauf ihres Geschäfts mit Graphitelektroden an das japanische Unternehmen Showa Denko auf Basis eines Unternehmenswerts von 350 Millionen Euro unterzeichnet. Nach Abzug von Schulden erwartet die SGL Group einen Mittelzufluss von mindestens 200 Millionen Euro. Mit dem Closing wird Mitte 2017 gerechnet. Das verbleibende Geschäft mit Kathoden, Hochofensteinen und Kohlenstoffelektroden soll im Jahr 2017 separat veräußert werden.

Der Nettoerlös aus der Veräußerung des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs PP soll zusammen mit dem Nettoemissionserlös aus der Barkapitalerhöhung zur vorzeitigen vollständigen Rückzahlung der Unternehmensanleihe und zur vollständigen Tilgung der 2018 fälligen Wandelanleihe verwendet werden. Damit wird die SGL Group einen erheblichen Teil ihrer Verschuldung tilgen und die Zinsaufwendungen in Zukunft erheblich reduzieren.

„Mit der Kapitalerhöhung und den erwarteten Erlösen aus dem Verkauf von PP stärken wir unsere Kapitalstruktur und erhöhen unsere finanzielle Flexibilität“, sagt Dr. Michael Majerus, Finanzvorstand der SGL Group. „Damit legen wir eine solide Basis für unser künftiges Wachstum. Wir halten an unserem Ziel fest, bis zum Jahr 2020 den Umsatz bei einer Zielrendite von mindestens 15 Prozent ROCE um 50 Prozent gegenüber 2014 zu steigern.“

Ausblick 2017

Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet die SGL Group im Konzern mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dank des erwarteten Mengenwachstums und der Umsetzung erster Maßnahmen im Rahmen des CORE-Projekts sollten das Konzern-EBITDA und das Konzern-EBIT – jeweils vor Sondereinflüssen – überproportional zum Umsatz steigen. Durch den Wegfall des positiven Einmaleffekts aus der Verkaufsvereinbarung für das Werk in Evanston und dem geplanten vorzeitigen Rückkauf der Unternehmensanleihe, für die eine Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten sein wird, dürften sich die erwarteten operativen Verbesserungen nicht auf das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten niederschlagen. Daher rechnet die SGL Group mit einem Konzernverlust aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrags und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten und damit auch das Konzernergebnis der SGL Group werden durch eine erwartete, leichte Verbesserung im operativen Geschäft, den Entfall des latenten Steuereffekts und der Restrukturierungsaufwendungen im ehemaligen Berichtssegment PP und ggf. (abhängig vom Zeitpunkt des Closings) durch den Verkaufserlös der CFL/CE geprägt sein.

Im Geschäftsbereich CFM wird ein leichter Umsatzanstieg erwartet. Dem stehen vor allem steigende Investitionen in das Lightweight and Application Center gegenüber, in dem CFM Lösungen für Kunden aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie entwickelt. Darüber hinaus ist im EBIT des Jahres 2016 ein positiver Effekt aus einer Projektabrechnung im amerikanischen Materialgeschäft für die Luftfahrtindustrie enthalten. Daher erwartet die SGL Group im Bereich CFM ein EBIT auf Vorjahresniveau.

Mit einem leichten Umsatzanstieg rechnet die SGL Group auch im Segment GMS. Die erwartete Entwicklung geht vor allem auf die Marktsegmente LED, Chemie sowie auf das nordamerikanische Industriegeschäft zurück. Auch im Geschäft mit der Lithium-Ionen-Batterieindustrie wird ein deutlicher Anstieg der nachgefragten Mengen erwartet. Die höhere Kapazitätsauslastung in allen Geschäftsaktivitäten dürfte zusammen mit Einspareffekten zu einem deutlichen Anstieg des EBIT führen. Damit sollte eine Ziel-Kapitalrendite – das EBITDA im Verhältnis zum eingesetzten Kapital (ROCE) – von 15 Prozent in etwa möglich sein.

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