PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 232981 (Scholz Holding GmbH)
  • Scholz Holding GmbH
  • Office Number: 610, 68 King William Street
  • EC4N 7DZ London
  • http://www.scholz-recycling.de
  • Ansprechpartner
  • Heidrun Melchinger
  • +49 (7365) 84-0

Battle Tank Dismantling GmbH Koch / Kriegswaffenverwertung - Eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte

(PresseBox) (Essingen, ) Mitten im Herzen Deutschlands liegt Rockensußra, ein winziges thüringisches Dorf, das ein europaweit bekanntes Recyclingzentrum für Kriegswaffen in seinem Industriegebiet hat. Bereits seit 1991 ist an diesem Standort das sogenannte "Reduzierungszentrum". Durch ein privates Unternehmen werden auf einer Fläche von insgesamt 120000 qm Demilitarisierungsmaßnahmen durchgeführt. In der Sprache der Militärs bedeutet dies, dass hier ein Hochsicherheitszentrum für die Verschrottung von Kriegswaffen steht.

In 2004 wurde das Unternehmen zur heutigen Battle Tank Dismantling GmbH Koch (BTD) umfirmiert, die Geschäftsführung wurde zu diesem Zeitpunkt von Peter Koch übernommen. In 2006 erfolgte der Verkauf an die Scholz-Gruppe, wobei die Geschäftsführung weiterhin Peter Koch innehat. Berndt-Ulrich Scholz, Vorstandsvorsitzender der Scholz AG, hierzu: "Für uns bedeutete der Kauf eine strategische Erweiterung unserer Geschäftstätigkeiten.
Schließlich können wir nun auch die Verwertung von Kriegswaffen darstellen." Die Zerlegung von Militärfahrzeugen, Schienenfahrzeugen und Industriemaschinen erfordert nicht nur ein entsprechendes Know-How, es sind vor allem die notwendigen Genehmigungen, die den Standort zu einem exzellenten Vorzeigeunternehmen machen. "Ganz besonders stolz sind wir, dass wir seit 1. September 2008 zudem Verifikationsstandort sind," sagte Peter Koch.
"Verifikation1 bedeutet in der Sprache der Militäts, dass bei allen militärischen Aktivitäten, bei denen es zu Überschreitungen der territorialen Obergrenzen kommt, Sondergenehmigungen bedarf oder es eben zu einer Verschrottung kommen muss. Insofern unterliegen wir auch bei der Verschrottung einer starken Überwachung." Solche Verifikationsgenehmigungen werden durch die NATO erteilt und sind von besonderer militärisch-strategischer Bedeutung.
Deshalb handelt es sich hier am Standort nicht nur um einen genehmigten Recyclingstandort, sondern um einen militärischen Standort, der neben den Grundlagen des Entsorgungsfachbetriebes vor allem die Besonderheiten des KSZE-Vertrages und des Kriegswaffenkontrollgesetzes beachten muss.

Insgesamt seien nach Auskunft von Peter Koch bereits 13820 Fahrzeuge demilitarisiert worden. Hierzu gehörten gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge, Flugabwehrgeschütze, Kampfpanzer oder auch Minenwerfer, aber auch der Leopard gehörte bereits zu den verschrotteten Fahrzeugen. Der Ablauf der Demontage ist wesentlich aufwändiger im Vergleich zu nicht militärischen Fahrzeugen und lässt sich in insgesamt 15 Arbeitsschritte einteilen:

1. Entladung Eisenbahnwaggons oder Tieflader
2. Übergabe/Übernahme der Fahrzeuge
3. Stahlenschutzmessung mittels Stichprobe als Sicherheitskontrolle
4. Demontage aller am Panzer außen angebrachter Bauteile
5. Trennen des Turmes vom Fahrgestell
6. Antriebsgruppe ausbauen
7. Demontage Kampfraum
8. Demontage des Laufwerks
9. Demontage der Zieleinrichtung
10. Demontage der Anlagen und Teile des Turms
11. Zerlegen der Antriebsgruppe
12. Reinigung und Vorbereitung zur Zerstörung
13. Gesetzeskonforme Zerstörung
14. Abnahme durch die Güterprüfstelle der Bundeswehr
15. Vermarktung der Wertstoffe

Heute arbeitet das Unternehmen BTD für die namhaften Hersteller Kraus Maffei-Wegmann und Rheinmetall Landsysteme sowie für die deutsche Bundeswehr oder das österreichische Bundesheer. Peter Koch ist sich sicher, dass die Erfolgsgeschichte noch nicht zu Ende ist:
"Mit der Verifikationsgenehmigung sind wir auch für andere KSE-Staaten2 ein hochinteressanter Partner und stellen uns auf weitere Expansion ein."

1 Verifikation ist der Prozess, in dem die Einhaltung von Rüstungskontroll- und Abrüstungsverträgen überprüft wird, dies ist festgeschrieben im KSE(Konventionelle Streitkräfte Europa)-Vertrag. Dies ist auch die Bezeichnung für alle diejenigen Maßnahmen, die der Überwachung der Einhaltung von Abrüstungs- beziehungsweise Rüstungskontrollabkommen dienen. Mittel der Verifikation sind technische Systeme (z. B. Satelliten), Manöverbeobachter und Inspektoren.

2 KSE-Staaten: Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE), den insgesamt 30 Unterzeichnerstaaten angehören.