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Pressemitteilung BoxID: 235091 (Saxxess - Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit)
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"Europa muss bei Mikroelektronik an der Spitze bleiben"

Wirtschaftsminister Thomas Jurk zur ISS Europe 2009

(PresseBox) (Dresden , ) Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD) erwartet von der Bundesregierung und der Europäischen Kommission im Bereich der Mikroelektronik ein stärkeres industriepolitisches Engagement. "Keine andere Industriebranche arbeitet mit einem derart breiten Technologieportfolio und bestimmt derart weitreichend die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft", sagte er heute auf dem Strategietreffen der europäischen Halbleiterindustrie, der ISS Europe 2009, in Dresden. "Wenn es uns nicht gelingt, in dieser technologiegetriebenen Branche an der Spitze dabei zu bleiben, verliert Europa als Ganzes unwiederbringlich an Boden. Wir geraten so auch mit anderen Branchen, ob im Automobilbau oder im Maschinenbau, in problematische technologische Abhängigkeiten. Wir in Europa müssen jetzt zeigen, was wir wollen, wie ernst wir es meinen und was wirklich in uns steckt."

Mit Blick auf die enormen Anstrengungen südostasiatischer Regierungen und der USA, gerade in dieser Branche die Führungsrolle in der Welt einzunehmen, bestehe die Gefahr, dass ausschließlich asiatische Standorte gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Jurk dankte SEMI und den Sponsoren für die Ausrichtung der ISS Europe 2009 in Dresden. "Ort und Zeit könnten nicht besser gewählt sein, um über Strategien in der Halbleiterindustrie zu diskutieren."

Die Region Dresden habe sich zu einem der innovativsten Zentren der elektronischen Chip-Technologie entwickelt und sei heute der führende Branchenstandort auf dem europäischen Kontinent.

Zum sächsischen Cluster der Informations- und Kommunikationstechnologie gehören heute etwa 1.200 Unternehmen mit etwa 44.000 Mitarbeitern. Das Umsatzvolumen dieses Clusters beträgt fast 6 Mrd. € jährlich. Das entspricht einem Anteil von mehr als 12% am Verarbeitenden Gewerbe im Freistaat. Der Mikroelektronik allein sind mehr als 200 Firmen mit über 20.000 Mitarbeitern zuzurechnen.

"Wir haben diese Unternehmen, ihre Ansiedlungen, ihre Gründungen und ihre Ideen in Forschung und Entwicklung sowie ihre Zusammenarbeit mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen seit Jahren konsequent unterstützt", so Jurk weiter. "Vor allem die kleineren und mittleren Unternehmen haben davon sehr profitiert. Ihre Umsatz- und Beschäftigtenentwicklung verlief in den letzten Jahren sehr viel besser als die der großen Unternehmen." Sachsen werde diese einzigartige Forschungs- und Technologiekonstellation auch weiterhin unterstützen, wenn es darum geht, Technologieführerschaft zu erlangen und zu behaupten, sei es in Bereichen wie Neue Materialien oder der Nanoanalytik oder bei der 3-D-Integration.

"Die Branche macht weltweit eine schwierige Phase durch. Auch SAMSUNG und INTEL haben mit Verlusten zu kämpfen und bauen in erheblichem Umfang Kapazitäten ab. Das zeigt, der Insolvenzantrag von Qimonda hat mit dem Standort Dresden nichts zu tun", so der Minister.

Leider sei es gemeinsam mit INFINEON, dem Staate Portugal und dem Bund nicht gelungen, die Anmeldung der Insolvenz von QIMONDA zu verhindern. Er hoffe, dass es dem Insolvenzverwalter gelingt, eine einen neuen Investor zu finden. "Wie wir aus vielen ähnlich gelagerten Fällen wissen, ist eine Insolvenz die Chance auf einen stabilen Neubeginn. Selbstverständlich stehen wir einem neuen Investor mit all unseren Fördermöglichkeiten zur Seite."