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Pressemitteilung BoxID: 233901 (Robert Bosch GmbH)
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Schwieriges Jahr 2009 erwartet

Fehrenbach: Unternehmensstrategie bewährt sich / Forschung und Entwicklung bleibt auf hohem Niveau

(PresseBox) (Stuttgart, ) .
- Mitarbeiterzahl in 2008 um rund vier Prozent gestiegen
- Zukunftsinvestitionen werden fortgesetzt
- Internationale Präsenz wird ausgebaut

Die Bosch-Gruppe erwartet für 2009 eines der schwierigsten Jahre seit langem. Grund ist die angespannte Weltwirtschaftslage, die vor allem die Automobilindustrie stark belastet. "Wie das nachfolgende Geschäftsjahr 2010 wird, können wir aus heutiger Sicht noch nicht beantworten", sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch-Gruppe. In dieser Hinsicht erwarte man erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 mehr Klarheit. Dennoch will das Unternehmen ohne drastische Einschnitte beim Personal auskommen. "Unser Ziel ist es, möglichst mit der Stammbelegschaft durch diese schwierige Phase zu kommen", betonte Fehrenbach. Vor allem in Deutschland sei man zuversichtlich, dass dies dank der vielen flexiblen Arbeitszeitinstrumente auch gelingen kann. Schwieriger sei dies allerdings in Ländern, die Maßnahmen wie Zeitkonten, Arbeitszeitverkürzung oder Kurzarbeit nicht kennen. "Hier können wir bedauerlicherweise Personalanpassungen nicht ausschließen", sagte Fehrenbach. Zum Jahreswechsel beschäftigte die Bosch-Gruppe weltweit 282 000 Mitarbeiter nach 271 000 im Vorjahr. In Deutschland stieg die Zahl der Beschäftigten um gut 2 000 auf 114 000, davon rund 1 500 durch Neukonsolidierungen.

Keine Abstriche bei Zukunftsinvestitionen

"Es muss uns der schwierige Spagat zwischen Sparen und wichtigen Investitionen für die Zukunft gelingen", erklärte Fehrenbach. Daher werden sämtliche Kostenpositionen kritisch überprüft, gleichzeitig aber alle Zukunftsprojekte und Innovationsanstrengungen fortgeführt. So werden der Ausbau des Entwicklungszentrums in Abstatt sowie der Erwerb des Geländes für das Forschungszentrum in Malmsheim wie geplant vorangetrieben.

Keine Abstriche macht die Bosch-Gruppe bei der Ausbildung. "Wir werden auch in diesem Jahr unsere Kapazitäten voll ausschöpfen", betonte Fehrenbach. Weltweit bildet das Unternehmen mehr als 6 000 junge Menschen aus, davon 4 400 allein in Deutschland.

Geschäftsjahr 2008 hinter den Erwartungen

Die deutliche Eintrübung der wirtschaftlichen Entwicklung weltweit hat auch die Entwicklung der Bosch-Gruppe im Geschäftsjahr 2008 geprägt. Trotz der starken Euro-Aufwertung verliefen Umsatz und Ertrag im ersten Halbjahr noch erwartungsgemäß und insgesamt befriedigend, mit einem Umsatzanstieg von wechselkursbereinigt rund fünf Prozent. Das zweite Halbjahr und insbesondere das vierte Quartal brachten dann aber teilweise erhebliche Rückgänge. Der Umsatz der Bosch-Gruppe lag nach den jetzt vorliegenden vorläufigen Zahlen mit rund 45 Milliarden Euro nominal um 2,8 Prozent hinter dem des Vorjahres. Zu konstanten Wechselkursen lag der Umsatz um 0,6 Prozent unter Vorjahr.

Die größten Einbußen verzeichnete die Kraftfahrzeugtechnik mit einem Minus von sieben Prozent. Der Unternehmensbereich Industrietechnik konnte dank des hohen Auftragspolsters hingegen ein Plus von 13 Prozent erzielen. "In den vergangenen Monaten ist der Auftragseingang allerdings auch hier erheblich zurückgegangen", erklärte Fehrenbach. Im Unternehmensbereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik gab es im vergangenen Geschäftsjahr nur wechselkursbereinigt ein Plus von rund 2,5 Prozent, nominal lag der Umsatz in etwa auf Vorjahreshöhe.

Regional musste die Bosch-Gruppe den stärksten Rückschlag in Nordamerika mit einem Minus von 15 Prozent hinnehmen. In Europa lag der Umsatz um 2 Prozent unter dem des Vorjahres. Auch in Asien gingen in den vergangenen Monaten die Umsätze zurück, so dass sich für das Gesamtjahr nur noch ein deutlich verlangsamtes Wachstum von 2,3 Prozent ergibt.

Sowohl in Asien-Pazifik als auch in Nordamerika spielen allerdings Wechselkurseffekte eine große Rolle. In lokalen Währungen betrug der Zuwachs in Asien-Pazifik noch sieben Prozent, der Rückgang in Nordamerika rund zehn Prozent. Der unbefriedigende Geschäftsverlauf 2008 spiegelt sich auch in der Ergebnisentwicklung wider. Das Ergebnis vor Steuern lag 2008 voraussichtlich nur noch in einer Größenordnung von etwa 2,5 Prozent vom Umsatz und damit deutlich unter der Rendite des Vorjahres (acht Prozent).

Strategisch gut aufgestellt

Trotz der äußerst schwierigen Rahmenbedingungen erklärte Fehrenbach: "Wir sind davon überzeugt, mit unserer fokussierten Diversifizierung, fortgesetzten Internationalisierung und thematischen Ausrichtung auf "Technik fürs Leben" strategisch richtig aufgestellt zu sein." Zur gezielten Weiterentwicklung wurden 2008 eine Reihe wichtiger Partnerschaften und Akquisitionen abgeschlossen. Insbesondere mit dem Einstieg in die Photovoltaik durch den Erwerb der ersol Solar Energy AG, Erfurt wurde ein zukunftsweisendes neues Geschäftsfeld erschlossen. Bosch Rexroth konnte durch den Kauf der schwedischen Hägglunds Drives das Angebot in der Mobilhydraulik abrunden. Mit weiteren Akquisitionen wurden alle bestehenden Unternehmensbereiche verstärkt. Insgesamt wendete Bosch im Jahr 2008 rund 3,4 Milliarden Euro für Akquisitionen und Anteilserhöhungen auf, deutlich mehr als im Jahr zuvor. Neue Partnerschaften sichern darüber hinaus eine führende Position in wichtigen Zukunftsgebieten. So wurde zur Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien ein Joint Venture mit Samsung gegründet, das Bosch eine tragende Rolle im Zukunftsmarkt der elektrischen Mobilität sichert. Ein Gemeinschaftsunternehmen mit Mahle soll den wachsenden Bedarf bei Turboladern zur Effizienzsteigerung bei Verbrennungsmotoren bedienen.

Hohe Innovationskraft

Im vergangenen Jahr konnte Bosch seine Position als Innovationsmotor weiter festigen und 3 850 Patente anmelden, noch einmal 18 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden um rund acht Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gesteigert. Bei gleichzeitigem Umsatzrückgang erhöhte sich damit die gesamte F&E-Quote der Bosch-Gruppe auf circa neun Prozent, im Bereich Kraftfahrzeugtechnik sogar auf zwölf Prozent. Damit liegt Bosch weiterhin klar an der Spitze in der Automobilindustrie. Als Ergebnis dieser Anstrengungen trugen innovative Produktentwicklungen maßgeblich zur Umsatzentwicklung in allen Unternehmensbereichen bei. In der Kraftfahrzeugtechnik waren dies unter anderem die Benzindirekteinspritzung sowie das Start/Stopp-System. In der Industrietechnik waren vor allem Getriebe für Windenergieanlagen gefragt, in der Thermotechnik die Brennwerttechnik und Systeme zur Nutzung regenerativer Energien. Bei den Gebrauchsgütern konnten insbesondere batteriebetriebene Elektrowerkzeuge und Gartengeräte sowie energiesparende Hausgeräte Marktanteile gewinnen. Ein starker Beleg für die hohe Innovationskompetenz von Bosch war auch die abermalige Verleihung des Zukunftspreises des Bundespräsidenten an ein Team von Bosch-Forschern für neue Schlüsselprozesse in der Mikromechanik.

Ausbau der weltweiten Präsenz

Die Internationalisierung der Bosch-Gruppe wurde auch 2008 fortgesetzt. Dabei konnten neue Märkte erschlossen und bestehende verstärkt werden. Die regionalen Tochtergesellschaften in Japan und Indien wurden zu 100 Prozent übernommen und komplett in die Bosch-Gruppe integriert. In Vietnam und Indonesien gründete Bosch neue Regionalgesellschaften, um vom Wachstum in der ASEAN Zone zu profitieren. In Vietnam befindet sich bereits das erste Werk im Aufbau, dessen Eröffnung noch für dieses Jahr geplant ist. Dort werden zukünftig Schubgliederbänder für stufenlose Kfz-Automatikgetriebe gefertigt. Neue Forschungs- und Technologiezentren wurden in Singapur und St. Petersburg aufgebaut, um das weltweite Forschungsnetzwerk zu stärken. In der Inneren Mongolei, Volksrepublik China, hat Ende November 2008 ein neues Winter-Testzentrum für den Kraftfahrzeugbereich den Betrieb aufgenommen, das eine noch engere Kundenbetreuung im asiatischen Markt ermöglicht. Bosch ist heute in rund 150 Ländern durch Regional- und Tochtergesellschaften sowie Vertriebsniederlassungen aktiv.

Bosch bleibt auf Kurs

Die 2008 eingeleiteten Weichenstellungen haben die strategische Aufstellung des Unternehmens weiter gestärkt. Zugleich bleiben grundlegende Mega-Trends, wie die immer engere Vernetzung der Weltwirtschaft, der Aufholprozess der Schwellenländer und der steigende Bedarf an neuen Technologien für Umwelt- und Ressourcenschonung intakt. Mit ihrer unternehmerischen Unabhängigkeit, dem hohen Innovationspotenzial und der breiten internationalen Aufstellung ist die Bosch-Gruppe daher gut gerüstet für die Zeit nach einer konjunkturellen Erholung. "Wir werden unsere Wettbewerbspositionen auch in diesen schwierigen Zeiten weiter ausbauen", sagte Fehrenbach.

Robert Bosch GmbH

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungs- unternehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten rund 282 000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2008 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 45 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 300 Tochter- und Regionalgesellschaften in über 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Pro Jahr gibt Bosch mehr als 3 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldet über 3 000 Patente weltweit an. Mit all seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.

Das Unternehmen wurde 1886 als "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" von Robert Bosch (1861-1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen, langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 % bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte sind mehrheitlich bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com.