PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 234997 (Ritz Pumpenfabrik GmbH & Co KG)
  • Ritz Pumpenfabrik GmbH & Co KG
  • Becherlehenstr. 26
  • 73527 Schwäbisch Gmünd
  • http://www.ritz-pumpen.de
  • Ansprechpartner
  • +49 (711) 510 999 0

Ocean's 22* / Wasser für Las Vegas

Erstmals axialschubfreie Pumpentechnologie für US-Wasserversorgung

(PresseBox) (Schwäbisch Gmünd, ) Ritz liefert größte Pumpen der Firmengeschichte für die Wasserversorgung von Las Vegas, die mit großem Aufwand für die Zukunft gesichert wird.

Die Klimaveränderung sowie weiter ansteigende Bevölkerungs- und Touristenzahlen in Las Vegas erfordern bessere Techniken der Wassergewinnung und -verteilung in der Wüstengegend. 2008 wird erstmals in den USA die patentierte HDM-Technologie von Ritz Pumpen zur Wasserförderung eingesetzt. Mit doppelflutiger Technik, langen Standzeiten und hoher Wirtschaftlichkeit sind die Pumpen seit Jahren unerreicht. Drei riesige Tauchmotorpumpen unterstützen so die SNWA (South Nevada Water Authority) bei ihrer Neuausrichtung der Wassergewinnung aus dem Lake Mead. Sehr gute Life-Cycle-Costs und effiziente Leistungscharakteristik haben die Wasserversorgungsbehörde überzeugt und sie zu einem Technologiewechsel ermutigt. Über 11.000 PS fördern nun das kostbare Nass aus mehr als 80 Meter Tiefe, damit auch künftig im Bellagio die Springbrunnen sprudeln.

"Ungläubig mussten die SNWA-Verantwortlichen immer wieder Hand anlegen an die im Juni 2008 neu installierten Ritz HDM-Pumpen, um zu erspüren, ob sie auch liefen. Für sie war es unfassbar, dass sie nichts hörten. Schließlich dröhnten die bisherigen Pumpen so laut wie ein Düsenjet durchs Pumpenhaus", berichtet Rainer Schöller, Geschäftsführer von Ritz Pumpen. Statt 130 dBA Lärm herrscht nun Ruhe, wenn die riesigen 50-Zoll-Pumpenrohre das Wasser des Lake Mead aus 80 Meter Tiefe nach oben fördern. Grund ist die von Ritz 1930 patentierten HDM-Technologie (Heavy Duty Mining) bei der ein Unterwassermotor direkt an der Ansaugstelle sitzt und das Wasser doppelflutig ansaugt. Ohne x-fach gelagerte Wellen und ohne Axialschub wird das Wasser schonend nach oben gepumpt. Für die South Nevada Water Authority (SNWA) und deren langjährige Chefin, Patricia Mulroy, eine völlig neue Erfahrung, die nun bei weiteren Planungen für die Sicherstellung der Wasserversorgung von Las Vegas eine Rolle spielen wird.

Ein Konzept für Las Vegas' Zukunft

Das 1905 gegründete Las Vegas ist seit einigen Jahren das am schnellsten wachsende großstädtische Gebiet in den USA. 1930 wurden in Las Vegas nur 5.165 Einwohner gezählt, als jedoch 1931 das Glücksspiel in Nevada legalisiert wurde, begann ein ungeahntes Wachstum, das bis heute unvermindert anhält. Zwei Millionen Einwohner und rund 40 Mio. Touristen jährlich bringen die Stadt regelmäßig an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, was die Wasserversorgung betrifft. Neben unzähligen Villen mit Swimming-Pool und großzügigen Rasenflächen, die immer wieder bewässert werden müssen - schließlich liegt Las Vegas in der Wüste - sorgen die riesigen Hotels für immensen Wasserbedarf. Immerhin zehn der 15 größten Hotels der Welt stehen in Las Vegas und deren Gäste wollen schließlich täglich duschen, baden oder schwimmen. Dazu kommen riesige Wasserspiele und Springbrunnen, die zwar nach dem Erlass von etlichen Wasserspargesetzen nur noch mit Brauchwasser gespeist werden, die Gästen aber dennoch vergessen lassen sollen, dass man sich in einer Wüste befindet. Allein der Lake Bellagio vor dem gleichnamigen 4.000-Zimmer-Hotel ist drei Hektar groß und die Springbrunnen "verzaubern abends alle Viertelstunde mit ihrem kunstvollen Zusammenspiel aus Wasser, Musik und Licht" (Hotelprospekt). Spätestens seit der Gaunerkomödie "Ocean's 11" kennt jeder Filmfan dieses berühmte Hotel.

Das Rückgrat der Wasserversorgung der Stadt ist seit 1936 der Lake Mead, als der Hoover Dam den Colorado River zum größten künstlichen See der USA aufgestaut hat. Mit 640 km2 (250 sqmi) Fläche ist er rund 100 km2 größer als der Bodensee, Deutschlands größtes Gewässer. Mit Hilfe der in den 1950er Jahren erbauten Pumpstation in der an zwei Stellen je 22 Pumpen Wasser entnehmen, werden täglich rund 2 Mio. Kubikmeter Wasser (600 Mio. Gallons) nach Las Vegas gepumpt. Und dennoch: Seit Jahren plagen das Spielerparadies Wassersorgen. Der Wasserspiegel des Sees ist in den letzten Jahren, in denen es extrem trocken war, um 30 Meter (100 ft) gesunken. Deshalb muss die Pumpstation, die früher auf einer Insel lag und heute über eine Landverbindung erreicht werden kann, erneuert werden. Das Wasser soll an anderer Stelle in größerer Tiefe entnommen werden. Hierzu wird ein Tunnel mit sechs Metern Durchmesser (20 ft) wie eine Art Sifon zur Mitte des Sees an seine tiefste Stelle hin gegraben. Von dort wird das Wasser unterirdisch zur Pumpstation geschleust. Ein riesiges unterirdisches Becken sammelt das Wasser. Das soll von 20 neuen Pumpen, die in 80 Meter Tiefe installiert werden und die alten ersetzen, nach oben gefördert werden.

Weltweit erster 13 kV-Motor leert stündlich vier Schwimmbecken

Zum Einsatz kommt seit Juni 2008 eine dopppelflutige HDM Pumpe der Ritz Pumpenfabrik GmbH & Co. KG aus Schwäbisch Gmünd in Deutschland. Zwei weitere folgen unmittelbar. Die 6-stufigen 11,5 Meter (38 ft) großen Pumpen HDM 6760/3 fördern rund 5.500 m3 Wasser pro Stunde (24.000 usgm/h) durch ihre Rohre mit rund 80 Zentimeter Durchmesser (30"). Damit könnten sie jede Stunde viermal ein olympisches Schwimmbecken leer pumpen. Der weltweit erste sechspolige Unterwassermotor mit 13 kV leistet maximal 2.800 kW (3.700 HP) bei rund 1.200 U/min (rpm) und verfügt über eine Spezialwicklung mit extra angefertigter stärkerer Isolation. "Die anspruchsvolle Verbindungstechnik ist zwar mechanisch gesehen altbekannt, aber elektrisch etwas völlig Neues", betont Dirk Wulf, der als selbstständiger Pumpenberater weltweit tätig ist und Ritz-Produkte gerne empfiehlt. Ausgelegt sind die Pumpen für eine maximale Förderhöhe von 150 Meter (492 ft). "Das sind die größten Pumpen, die Ritz je gebaut hat", ergänzt Schöller.

Pumpen in der 1930 patentierten HDM-Technologie (Heavy Duty Mining) des 1877 gegründeten schwäbischen Traditionsunternehmens Ritz haben durch ihre Bauweise einen ausgeglichenen Axialschub, sodass nur noch das Rotorgewicht auf das Motorspurlager wirkt. Bei der doppelflutigen Technologie sind die Laufräder gegeneinander angeordnet, Wasser fließt von zwei Seiten in die Pumpe und wird mit der notwendigen Leistung nach oben gefördert. Durch diese Anordnung der Laufräder aus Präzisionsguss heben sich die Axialkräfte auf. Sie führt außerdem zu einer Halbierung der Ansauggeschwindigkeit. Das minimiert den Einzug schmirgelnder Fest- und Schwemmstoffe. "Mit ein Grund für die langen Standzeiten unserer Pumpen", schildert Geschäftsführer Rainer Schöller. Einflutige Pumpen herkömmlicher Bauart haben diese Vorteile nicht. Ihre über der Wasseroberfläche liegenden Motoren sind über lange und vielfach gelagerte Wellen mit den Laufrädern in der Wassertiefe verbunden. Durch den hohen Wasserdruck auf die Wellen der Wasser fördernden Laufräder erleiden die Lager regelmäßig Schäden und müssen aufwändig gewartet oder ausgetauscht werden.

Für Amerikaner neue Technologie einführen

Bei der Neubestückung der Pumpstation mit leistungsfähigen Pumpen geht es auch um eine Richtungsentscheidung. Die drei Ritz-Pumpen werden in Schwäbisch Gmünd deshalb auch als ein Ausprobieren einer für US-Amerikaner neuen Technologie gesehen. "Das Wichtigste war, das Vertrauen der Entscheider für eine ihnen unbekannte Technologie zu erhalten", betont Schöller. "Wir haben ihnen versprochen, dass sie ihre Pumpe nicht oft warten müssen." "Die Entscheider bei der SNWA haben schnell erkannt, dass unsere unschlagbar niedrigen Wartungskosten einen schnellen Return des Invests ermöglichen", ergänzt Wulf. Schließlich ließen sich die Betreiber von der Kombination der Leistungsstärke mit den langen Standzeiten sowie der hohen Wirtschaftlichkeit und den günstigen Life Cycle Costs überzeugen.

Pumpe nach nur zwei Einbautagen betriebsbereit

Als im Juni 2008 die Ritz HDM-Pumpe nach sehr kurzer 13-monatiger Entwicklungs- und Fertigungszeit installiert wurde, waren alle gespannt. Wulf erinnert sich an die Einbauphase: "Die Betreiber waren völlig perplex, als die Ritz-Pumpe bereits nach zwei Tagen betriebsbereit war, waren sie doch sonst Einbauzeiten von mehreren Wochen gewohnt." Auch dass ein Wechsel der Pumpe innerhalb eines einzigen Tages möglich sein sollte, führte zu ungläubigem Staunen, Genauso wie die Tatsache, dass es keine Lager gibt, die zu schmieren sind. "Aber dass sie die Pumpen im Betrieb nicht hören und sehen, ist für die Leute schlicht sensationell", fasst Wulf die Reaktionen zusammen.

Dass alles bei der Inbetriebnahme immer reibungslos klappt, liegt auch daran, dass Ritz die Pumpen auf dem firmeneigenen Pumpenprüfstand in Schwäbisch Gmünd vorher testen kann. Im April war eine amerikanische Delegation Zeuge des Tests ihrer ersten Pumpe. Da bei dem großen Stromhunger und der 60 Hz-Technologie die heimischen Stadtwerke abgewinkt haben, mussten für den Testbetrieb sieben riesengroße Dieselaggregate zur Stromerzeugung installiert werden. Acht Tieflader mit 40-Fuß-Containern haben das Equipement extra aus Holland herangefahren. "Neben der Schneeballschlacht, war der Testlauf das beeindruckendste Erlebnis für die amerikanischen Wüstenbewohner", erinnert sich Wulf schmunzelnd.

Wartungskosten oft entscheidend

Ritz HDM-Pumpen gibt es für unterschied-lichste Anforderungen. Kunden erhalten Pumpen für Förderströme bis 5000 m3/h, für Förderhöhen bis über 1500 Meter und Drücke bis 150 bar. Jede Pumpe wird nach Analyse- und Beratungsgesprächen individuell für den Kunden aus den Ritz-Modulen zusammengestellt. Genauso erfolgt die Auswahl der Werkstoffe. Zur Wahl stehen Grauguss, Bronze, Edelstahl sowie Alu-Nickel-Bronze, Sphäroguss oder Duplex Edelstahl.

Neben hoher Leistung, bis sechs Megawatt sind möglich, sind es vor allem die Wirt-schaftlichkeit, der Wirkungsgrad der von Ritz gefertigten Motoren und die langen Standzeiten, aus denen der Anwender Vorteile erzielt. Vor allem wirtschaftliche Arbeitsweise und sehr lange Wartungsintervalle wirken sich günstig auf die Lebenszykluskosten einer Pumpe aus, denn die Anschaffungskosten machen, bezogen auf die Life-Cycle-Costs (LCC) nur etwa 10–15% der aus.

*Titel in Anlehnung an den Film Ocean’s 11, der im Bellagio-Hotel in Las Vegas spielt

Ritz Pumpenfabrik GmbH & Co KG

International agierender Mittelständler

Die Ritz Pumpenfabrik wurde 1877 von den Brüdern Karl und Josef Ritz zusammen mit ihrem Schwager Albert Schweizer gegründet. 2002 übernahm eine private Investorengruppe das Traditionsunternehmen aus der Hand der vierten Generation der Gründerfamilie. Ritz verkörpert auch heute noch - 131 Jahre nach der Gründung - in idealer Weise die Tradition schwäbischer Mittelständler, die als inhabergeführte Technologieträger weltweit erfolgreich sind. Mit Erfindergeist und Technologiefreundlichkeit werden immer wieder beste Lösungen für den Weltmarkt entwickelt.