Mit der Krankheit leben lernen: KroKi-Kinderhaus stärkt die ganze Familie

Rittal Foundation unterstützt Verein für chronisch kranke Kinder

(PresseBox) ( Herborn, )
Rund 100.000 Kinder erkranken jedes Jahr in Deutschland an einer chronischen Krankheit. Allein die Uniklinik in Gießen behandelt rund 3.000 Kinder mit schweren Lungenerkrankungen, Diabetes oder Rheuma. Im neuen KroKi-Haus für chronisch kranke Kinder und Jugendliche in Gießen sollen sich die Kinder von Krankenhausaufenthalten und Arztbesuchen erholen und lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen. Die Rittal Foundation fördert das Projekt in den nächsten drei Jahren mit je 8.000 Euro – für mehr Lebensfreude trotz und mit der Krankheit.

Lachen macht gesund! Deshalb setzt der KroKi-Verein für chronisch kranke Kinder in Gießen schon lange auf einen Pantomimen, auf Tanz- oder Trommelprojekte, die die Kinder ihre Krankheit zumindest für eine Zeit lang vergessen lassen. Was aber, wenn der Alltag eines schwer erkrankten Kindes immer wieder zu schweren Belastungsproben für die ganze Familie führt? Aufwändige Therapiemaßnahmen zermürben die Kinder und Jugendlichen, belasten Eltern und die Geschwister, die oft im Schatten der elterlichen Aufmerksamkeit aufwachsen. Der KroKi-Verein hat deshalb ein neues Projekt auf die Beine gestellt, das jetzt von der Rittal Foundation unterstützt wird – das KroKi-Kinderhaus. Auch hier soll viel gelacht werden.

Das KroKi-Haus soll zukünftig kranke Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 21 Jahren auf Zeit aus ihrem Alltag herausholen, im Umgang mit ihrer Erkrankung unterstützen und seelischen Krisen begegnen. Auch die Eltern der Kinder werden entlastet, so dass Kraft und Kapazitäten für Geschwister und die eigenen Bedürfnisse frei werden. Mit 8.000 Euro für jedes der drei nächsten Jahre unterstützt die Rittal Foundation das Projekt KroKi-Haus: „Wir haben uns sehr schnell für die Förderung entschieden“, so Friedemann Hensgen, Vorstandsvorsitzender der Rittal Foundation: „In einem Gespräch über die Situation konnten wir erahnen, welchen Belastungen diese Kinder und ihre Familien ausgesetzt sind. Das Konzept des KroKi-Hauses hat uns sofort überzeugt, dass durch individuelle Hilfe in einem geschützten Raum die Weichen für eine positive Entwicklung der Kinder gestellt werden können.“

Weil Körper und Seele zusammengehören

Seit 2009 hilft der Verein KroKi Familien mit chronisch kranken Kindern, unterstützt sie mit Therapieangeboten und psychosozialer Begleitung, Kunst- und Theaterprojekten. Das neue KroKi-Kinderhaus soll dieses Angebot weiter ausbauen. In das eigens dafür hergerichtete Wohnhaus auf dem ehemaligen Gelände ‚Alter Flughafen‘ in Gießen sollen insbesondere Kinder und Jugendliche für eine begrenzte Zeit einziehen, die mit chronischen und infolgedessen auch psychosomatischen Erkrankungen leben. Sie leiden etwa unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und an Depressionen, sie hadern mit Diabetes oder einer verzögerten seelisch-körperlichen Entwicklung. Hinzu kommen schulische Fehlzeiten und familiäre Krisen.

Solche Mehrfachbelastungen können die Verschlechterung chronischer Krankheiten befördern. Geht es dem Körper schlecht, leidet auch die Seele der erkrankten Kinder – und umgekehrt: „Die Kinder und Jugendlichen brauchen daher eine besondere, nicht nur medizinische Unterstützung“, sagt Professor Burkhard Brosig, Oberarzt des Zentrums für Kinderheilkunde an der Uniklinik Gießen und Erster Vorsitzender des KroKi-Vereins: „Ein mehrdimensionales pädagogisch-therapeutisches Konzept soll es ihnen ermöglichen, ihre Krankheit anzuerkennen und anzunehmen. Gleichzeitig werden die Familien entlastet, deren gesamter Tagesablauf sich meist nach dem erkrankten Kind richtet.“ Zum Konzept des KroKi-Hauses gehören daher das Erlernen von Bewältigungsstrategien, pädagogische und sozialtherapeutische Einzelförderung in der Tradition von Horst-Eberhard Richter und die behutsame Reintegration der Kinder in ihre Familie. Auch schulvorbereitende Maßnahmen und externe Praktika stehen auf dem Programm – abgestimmt auf nicht nur die körperlichen, sondern auch die seelischen Bedürfnisse der Kinder.

Die Krankheit verstehen und Verantwortung übernehmen

12 Plätze in Einzelzimmern soll das KroKi-Haus zukünftig anbieten, die individuell gestaltet werden. Im Gruppenraum werden gemeinsam Spiele gespielt, tagsüber können die Kinder in einer Holzwerkstatt kleine Möbelstücke bauen, abends und am Wochenende geht es zum Sport. Vormittags besuchen die Kinder in der Regel weiterhin eine Schule in der Umgebung. Hinzu kommt die ärztliche, pädagogische und therapeutische Begleitung und Behandlung der Kinder und Jugendlichen – in Gruppen- und Einzelgesprächen. „Dabei sollen die Kinder auch lernen, ihre Krankheit zu verstehen und selbstverantwortlich mit ihr umzugehen“, so Frank Stüber, Pädagoge und Geschäftsführer der KroKi-Haus gGmbH, dem Träger des Projekts: „Denn das ist der Schlüssel zu mehr Lebensqualität.“

Bei der Überreichung des Schecks der Rittal Foundation dankte Stüber der Stiftung für das unermüdliche Engagement für kranke Kinder: „Mit der auf drei Jahre angelegten Förderung unterstützt die Stiftung unsere Bemühungen für eine Verbesserung der Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien. Das freut uns und hilft uns sehr.“ Seit 2011 setzt sich die Rittal Foundation für soziale Institutionen, Einrichtungen und Projekte in der Region ein. In den Bereichen Diakonie, Bildung und Erziehung junger Menschen sowie Kultur und Wissenschaft fördert die Stiftung der mittelhessischen Unternehmensgruppe Friedhelm Loh Group etwa Familien mit Migrationshintergrund, benachteiligte Kinder und Jugendliche oder Menschen mit Handikap. „Schon die bisherigen Aktivitäten des KroKi-Vereins haben uns sehr beeindruckt“, so Hensgen: „In der Arbeit wird spürbar, dass die unterschiedlichsten Menschen, vom Arzt bis hin zum Künstler, sich bereit erklären, Kindern und Jugendlichen ein Stück Lebensfreude zurück zu geben. Das KroKi-Haus geht noch einen Schritt weiter, indem ein oft beschwerlicher, aber auch lebenswerter Alltag zu meistern erlernt wird.“
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