Erfahrungen am Speichermarkt

Von internationalen Projekten lernen

Stuttgart, (PresseBox) - Das Interesse am Speichermarkt ist groß, viele Markteilnehmer wollen sich etablieren – in Deutschland vor allem im Anwendungsfeld Frequenzregelung. Jedoch ist der wirtschaftliche Betrieb eines Batteriespeichers noch keine Selbstverständlichkeit. Nur wenige Marktteilnehmer haben in Deutschland bisher erfolgreich Speicherprojekte umgesetzt. Der Projektentwickler RES (Renewable Energy Systems) plant, baut und betreibt seit sechs Jahren Batteriespeicherprojekte in Nordamerika und Europa mit einer Anlagenleistung von insgesamt rund 146 MW und konnte dabei umfassende Praxiserfahrungen sammeln. Fünf Erfahrungswerte sieht Dr. Matthias Leuthold, Leiter Bereich Speicher bei RES in Deutschland als besonders wichtig für Projektentwickler, Netzbetreiber und Eigentümer.

Steuerung und Überwachung für mehr Effizienz

Die Effizienz und Sicherheit eines Speichersystems hängt von vielen kleinen Verbindungen ab: Ein Großspeicher setzt sich häufig aus mehreren tausend Batteriezellen zusammen. Eine unzureichende Überwachung und Steuerung der Systembestandteile kann beispielsweise zu einem Leistungsabfall, vorzeitiger Alterung der Batterie oder gar zu schweren Beschädigungen und Bränden führen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb ist es zudem wichtig, dass die Steuerung und Überwachung sehr schnell an Marktveränderungen, neue Regulierungen und verschiedene Anwendungen anpassbar ist. Marktteilnehmer sollten auf Systeme setzen, die alle Komponenten im Blick behalten. Aus diesem Grund nutzt RES ein selbst entwickeltes Steuerungs- und Monitoringsystem für Großspeicher: Die Software „RESolve" automatisiert Abläufe und optimiert die Batterielebensdauer und den Erlös. Zudem kann „RESolve" auf individuelle Anforderungen abgestimmt werden – etwa, wenn das Projekt speziellen gesetzlichen Vorschriften und Netzanforderungen entsprechen muss.

Ganzheitliche Integration

Der Speichermarkt ist noch zu jung, als dass die Hersteller bereits „plug-and-play"-Lösungen für ein komplettes Batteriespeichersystem verkaufen können. Wer Speicheranlagen baut, muss eine Vielzahl an Komponenten, häufig von verschiedenen Zulieferern, effizient zusammenbringen. Besonders anspruchsvoll ist die Integration des Speichers in das lokale Stromnetz: Hier ist es wichtig, die Feinheiten und Vorgaben genau zu kennen. Als Projektentwickler übernimmt RES bei seinen Batteriespeichern stets die komplexe Aufgabe des Engineering, des Aufbaus und der Abstimmung der Systemkomponenten. „Häufig entscheidet das Know-how des Systemintegrators darüber, ob ein Projekt im geforderten Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt werden kann. Daher ist es sinnvoll, mit einen Projektenwickler zu arbeiten, der alles im Blick behält", rät Dr. Matthias Leuthold.

Finanzierungsanreize sichern

Obwohl der Speichermarkt noch jung ist, interessieren sich zunehmend auch große Finanzinstitute für Batteriespeicherprojekte – sie als Partner für eine Refinanzierung zu gewinnen, ist jedoch oft schwer. Betreiber und Projektentwickler müssen beweisen, dass die Speichersysteme verlässlich und vorhersehbar arbeiten und vor allem wirtschaftlich betrieben werden können. Die Erfahrung aus zwei großen Projekten von RES in den USA zeigt, dass Finanzinstitute – neben der erfolgversprechenden Größe der Anlage (bei RES je 19,8 MW) – Wert auf eine gute Reputation des Partners legen: RES überzeugte mit Know-how aus ähnlichen bereits umgesetzten Finanzpartnerschaften für Wind-, Solar- oder Netzbauprojekte. Zudem kann es hilfreich sein, nur mit einem großen Zulieferer für den Speicher zu arbeiten, der lange Garantien geben kann. Alle diese Punkte geben Investoren Sicherheit.

Den Markt verstehen

Eine große Hürde für die wirtschaftliche Umsetzung von Speicherprojekten sind Unsicherheiten in Bezug auf nationale gesetzliche Vorgaben, wie Präqualifikationsbedingungen oder das Marktdesign, also Ausschreibungsbedingungen, sowie Abgaben, wie Netzentgelte, EEG-Umlagen und Stromsteuer. Dazu kommt das Marktrisiko für die Preisentwicklung: zum einen bei den Preisen für die Dienstleistung, die der Speicher erbringt, zum anderen beim Strompreis selbst. Diese Unsicherheiten müssen auch deutsche Marktteilnehmer berücksichtigen. Dafür sind ein genaues Verständnis der lokalen Gegebenheiten und die Umsetzung in optimierte Betriebsstrategien unabdingbar. So sind zum Beispiel die Anforderungen der Übertragungsnetzbetreiber an die Präqualifikation eines Batteriespeichers zur Erbringung von Regelenergie sehr komplex und in manchen Details noch nicht erprobt. Die Betriebskosten, und damit die Wirtschaftlichkeit, hängen aber von der Umsetzung dieser Vorgaben in die Betriebsweise, insbesondere in die Nachladestrategie, sowie von der Verfügbarkeit des Systems ab. „Wir von RES Deutschland haben die Kompetenz aufgebaut, Speichersysteme optimal für den deutschen Markt auszulegen und individuelle Betriebsweisen zu optimieren, um zum Beispiel Synergien mit existierenden steuerbaren Erzeugern oder Verbrauchern zu nutzen", betont Leuthold.

Zukunftsfähige Technologien

Herzstück eines jeden Speicherprojekts ist die Batterie. Je nach Anwendungsfall eignen sich unterschiedliche Technologien: Aufgrund der stark gesunkenen Preise werden Lithium-Ionen-Batterien beispielsweise bis 2025 die vorherrschende Speichertechnologie für die Kurzzeitanwendung bis zu einer Stunde sein. Für die Langzeitanwendung können aber zum Beispiel Redox-Flow-Batterien die bessere Entscheidung sein. In jedem Fall muss für jedes Projekt die Wahl der Technologie aufgrund der spezifischen Anforderungen individuell getroffen werden. Dafür ist ein breites Wissen über verschiedene Speichertechnologien erforderlich – einschließlich der sich sehr dynamisch entwickelnden neuen Speichertechnologien, wie Natrium-Ionen-Batterien, organische Redox-Flow-Batterien oder moderne Schwungräder. RES hat dieses Wissen in den letzten Jahren durch die Analyse von über 130 technischen Lösungen erarbeitet. Beispielsweise entwickelt der Speicherspezialist gerade für einen US-Netzbetreiber ein Sechs-Stunden-Speicherprojekt: Bei der Planung stellte sich heraus, dass Lithium-Ionen-Batterien auch für diese Langzeitanwendung die beste Lösung in Bezug auf Kosten, Sicherheit, Lärmschutz und Landbedarf sind. „Ein guter Projektentwickler prüft stets alle Möglichkeiten und setzt die Technologie ein, die am besten zu der konkreten Anwendung passt", so Leuthold.

Weitere Informationen zur RES Deutschland GmbH finden Sie unter www.res-group.com/de.

RES Deutschland GmbH

Der Projektentwickler RES (Renewable Energy Systems Ltd.) ist seit 1982 weltweit als Partner für die Ent-wicklung, technische Planung, Errichtung und den Betrieb von Anlagen für Erneuerbare Energien (Windener-gie und Solarenergie) bekannt. Daneben plant und baut RES Energiespeicher und Stromnetze im industriel-len Maßstab. In Deutschland entwickelt, finanziert und baut die RES Deutschland GmbH als deutscher Teil der RES Gruppe Windenergie- und Energiespeicherprojekte.

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