Der Arbeitsmarkt im April 2013

Frühling lässt hessischen Arbeitsmarkt im Stich

(PresseBox) ( Frankfurt am Main, )
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- Wenig Dynamik auf dem hessischen Arbeitsmarkt
- Rückgang gemeldeter Stellen setzt sich weiter fort
- BA reagiert mit Weiterbildungsmaßnahmen in Mangelbranchen

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen kommentiert Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen:

" Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt lässt weiter nach. Die erwartete Frühjahrsbelebung blieb auch in diesem Monat zum zweiten Mal in Folge aus. Die verminderte Risikobereitschaft der Betriebe zeigt sich weiterhin im Rückgang der gemeldeten Stellen und lässt nicht darauf hoffen, dass in den nächsten Monaten ein deutlicher Aufwärtstrend zu erwarten ist." Die Bundesagentur für Arbeit reagiert auf diese Situation mit verstärkten Weiterbildungsaktivitäten. "Wir investieren mehrheitlich in Qualifizierungsmaßnahmen in Bereichen in denen ein Fachkräftebedarf besteht. Aktuell befinden sich in Hessen rund 8.000 Menschen in beruflichen Weiterbildungen".

Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist im April kaum merklich zurückgegangen. Insgesamt waren 190.318 Frauen und Männer arbeitslos. Das waren 0,2 Prozent (321) weniger als im März, aber 5,0 Prozent (9.068) mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 6,1 Prozent, 0,3 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahresmonat. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 1.000.

Problematisch zeigt sich die Entwicklung bei den Personengruppen der Männer, jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren sowie den Über-50-Jährigen. 102.887 Männer waren im April arbeitslos gemeldet. Das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Somit liegt ihr Anteil an allen Arbeitslosen in Hessen bei 54,1 Prozent. Von einem hohen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr sind auch jüngere Menschen betroffen. 18.240 junge Frauen und Männer (15 bis 25 Jahre) sind derzeit auf der Suche nach einem Job, 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt 9,6 Prozent. Mit einem Anstieg von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der arbeitslosen Menschen mit 50 Jahren und älter jetzt bei 58.032 (30,5 Prozent aller Arbeitslosen).

Stellenzugänge weiterhin rückläufig

Insgesamt gingen bei den Agenturen für Arbeit in Hessen im April rund 9.300 offene Stellen ein. Das sind rund 1.900 weniger als im Vormonat und rund 2.500 weniger als im Vorjahresmonat. Der Bestand offener Stellen liegt jetzt bei 32.350; 11,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die sich verändernde konjunkturelle Entwicklung macht sich besonders im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung bemerkbar. Hier ging der Zugang an offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 40,0 Prozent zurück. Der Bestand sank um etwa ein Drittel auf jetzt 8.825 Stellen in ganz Hessen.

Beschäftigungsentwicklung bleibt konstant

Mit einem Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 1,0 Prozent im Februar 2013 im Vergleich zum Vorjahr liegt Hessen weiterhin hinter dem Bund (+1,4 Prozent) und Westdeutschland (+1,5 Prozent) zurück. Der hochgerechnete, vorläufige Wert beläuft sich auf 2.281.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die höchsten prozentualen Beschäftigungsanstiege gab es in den Bereichen Information und Kommunikation (+ 8,2 Prozent), dem Verarbeitenden Gewerbe (+ 2,2 Prozent) und dem Gastgewerbe (+ 2,2 Prozent). Im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung ist die Beschäftigungsentwicklung weiterhin rückläufig und ließ gegenüber dem Vorjahr um 8,0 Prozent nach. Die Beschäftigtenzahl liegt bei 46.700.

Aus den Regionen: Niedrigste Arbeitslosenquote in Fulda

Im Ranking der 26 hessischen Kreise und kreisfreien Städten bleibt Fulda mit einer Quote von 3,6 Prozent der Spitzenreiter, gefolgt vom Hochtaunuskreis mit einer Quote von 4,1 Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote weist mit 11,3 Prozent die Stadt Offenbach auf.

In 21 von 26 hessischen Regionen war die Arbeitslosigkeit höher als vor einem Jahr. Am deutlichsten machte sich der Anstieg im Lahn-Dill-Kreis (+17,1 Prozent), Wetteraukreis (+15,3 Prozent) und Darmstadt-Stadt (+ 14,2 Prozent) bemerkbar.

Die Arbeitslosenquoten der Regierungsbezirke verteilten sich wie folgt: Darmstadt: 6,1 Prozent, Gießen: 6,1 Prozent und Kassel: 6,0 Prozent.

Ausbildungsmarkt: Weniger Ausbildungsstellen erwartet

Bis zum April 2013 meldeten sich 33.863 Bewerberinnen und Bewerber bei den Agenturen für Arbeit in Hessen. Das sind 2,3 Prozent weniger als im letzten Jahr. Ihnen gegenüber stehen 27.682 gemeldete Lehrstellen, 8,3 Prozent weniger als im Ausbildungsjahr 2011/2012.

"Die aktuellen Entwicklungen lassen darauf hoffen, dass die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber des letzten Jahres mit rund 45.000 noch knapp erreicht werden kann. Erfahrungsgemäß steigen die Zahlen bis September nochmals sprunghaft an. Allerdings steuern wir auf eine schwierige Situation zu, falls sich die Anzahl der Lehrstellen nicht im gleichen Maße erhöht. Bereits in der letzten Woche haben wir gemeinsam mit der VhU und dem DGB einen Appell an die Betriebe gerichtet, möglichst schnell Ausbildungsstellen zu melden, damit wir den jungen Menschen, die zu uns kommen, ein Angebot machen können", so Frank Martin.
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