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Pressemitteilung BoxID: 526601 (Regio Augsburg Wirtschaft GmbH)
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Nur gute Köpfe bringen das Runde ins Eckige

(PresseBox) (Augsburg, ) Fußball und Fachkräftesicherung? Aber ja! Die Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg zeigte die Gemeinsamkeiten von Wirtschaft und Fußballsport unter dem Motto "Nur gute Köpfe bringen das Runde ins Eckige" auf. Rund 170 Teilnehmer verfolgten die Veranstaltung im Platin Club der SGL arena. Geboten waren neben Stadionführungen und Berichten eines Talentscouts vom Erstligisten Borussia Dortmund eine hochkarätige Expertenrunde zur Fachkräftesicherung sowie die Vorstellung zweier regionaler best practice Unternehmen.

Der Wirtschaftsraum Augsburg spielt nicht nur im Fußball in der ersten Liga. Dies bewiesen die Vertreter der Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg im Expertengespräch. Moderiert von Angie Roß, a.tv, stellten die Mitglieder der Lenkungsgruppe Fachkräftesicherung, Landrat Martin Sailer für die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, Martin Döring, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses der IHK Schwaben, Jürgen Schmid, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg und Helmut Jung, Regionsvorsitzender Deutscher Gewerkschaftsbund, vor, welche Maßnahmen im Wirtschaftsraum Augsburg unternommen werden. Bereits seit 2010 findet sich die Lenkungsgruppe Fachkräftesicherung in regelmäßigen Treffen zusammen, um die regionalen Aktivitäten in Sachen Fachkräftesicherung zu koordinieren und eigene Projekte umzusetzen.

"Für die mittelständischen Betriebe ist gut ausgebildetes und qualifiziertes Personal ein wesentlicher Bestandteil für Erfolg und wirtschaftliche Stabilität" weiß Sailer zu berichten. Dies beinhaltet, gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch, dass Fachkräfte nicht nur in der Region gehalten werden, sondern der Wirtschaftsraum Augsburg auch beworben werden muss, um qualifizierte Arbeitnehmer in die Region zu locken. Aus diesem Grunde bereitet die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH einen komplett neuen Marketingauftritt vor. Mit einem Marketingpaket und einer eigenen Kampagne zu kreativen Köpfen der Region soll der Arbeitsund Lebensraum der Wirtschaftsregion dargestellt werden.

Darüber hinaus richtet die Agentur für Arbeit Augsburg den Fokus auf ältere Arbeitnehmer, da hier ein großes ungenutztes Potenzial liegt. So konnte Reinhold Demel die jüngsten Erfolge der Bemühungen vorstellen, insbesondere "mit vielfältigen Aktionen der Arbeitsagentur konnte die Zahl der Arbeitslosen 50plus deutlich verringert werden", so Reinhold Demel. "Und wir werden in unseren Anstrengungen nicht nachlassen", betonte er.

Aber auch "Für das Handwerk sind qualifizierte Fachkräfte von existenzieller Bedeutung", stellt Jürgen Schmid klar. Aus diesem Grunde hat die HWK für Schwaben weitere Potenziale im Blick.

Neben einer Beratung für gesundheitlich eingeschränkte Arbeitnehmer zeigt die HWK auch Perspektiven für qualifizierte Fachkräfte im Handwerksbereich. Durch Kooperation mit der Hochschule Augsburg wird Fachkräften die Möglichkeit geboten, sich in dualen Studiengängen nebenberuflich akademisch zu qualifizieren. Aber auch Jugendliche mit schwerem Zugang zum Ausbildungsmarkt finden bei der HWK Gehör.

Eine Verankerung der dualen Studiengänge findet auch bei der IHK Schwaben statt, welche ein breites Angebot in diesem Bereich für Interessenten vorhält. So machte Martin Döring in der Runde deutlich, dass "durch den hohen Anteil an Produktionsbetrieben in Schwaben die duale Ausbildung eine wichtige Ressource für die Fachkräftegewinnung" darstellt. Diese Überzeugung werde bestärkt durch Ergebnisse der regelmäßigen Unternehmensbefragungen der IHK.

In diesem Punkt gab es Rückendeckung von Helmut Jung mit dessen Ansicht, dass "gute Ausund Weiterbildung in der Region Voraussetzungen für nachhaltige und wirkungsvolle Fachkräftegewinnung und -sicherung" sind.

Im Ganzen war sich die Expertenrunde einig, dass vor allem die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie das neue Anerkennungsgesetz für ausländische Berufsabschlüsse ungeahnte Potenziale für den kommenden Fachkräftebedarf der Wirtschaftsregion Augsburg bieten und gehoben werden müssen.

Von der Theorie in die Praxis ging es dann mit der Vorstellung zweier regionaler Unternehmen und deren Ansätzen zur Fachkräftesicherung. Den Anfang machte Peter Krieg, Vorstandsvorsitzender der Hosokawa Alpine AG. In seinem Beitrag zeigte er auf, wie wichtig Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung sind. In einer hauseigenen Akademie bietet die Hosokawa Alpine AG ihren rund 600 Mitarbeitern vielfältige Möglichkeiten der beruflichen Spezialisierung. Aber auch der flexible Umgang mit den Mitarbeitern steht im Vordergrund. Führungspositionen in Teilzeit sind ebenso möglich wie eine längere Auszeit, ein sogenanntes sabbatical. Die Attraktivität des Unternehmens für Fachkräfte erfährt so eine Steigerung. " Auf Grund unserer Maßnahmen haben wir bislang keine Schwierigkeiten Fachkräfte zu gewinnen", berichtet Krieg.

Auch das Handwerk weiß von Strategien im Bereich Fachkräftesicherung zu berichten. Joachim Puhle, Geschäftsführer der Gleich Baugeschäft GmbH stellte die Angebote des traditionsreichen Familienunternehmens vor. Neben Schnupperlehren und Praktika für Jugendliche setzt das Unternehmen auf weiterführende Qualifizierungen. So werden zum Beispiel Praxissemester für Hochschulstudenten angeboten, um die Vielfalt der Perspektiven im Handwerk aufzuzeigen. Aber auch die Belegschaft liegt dem Unternehmen am Herzen. So betonte Puhle anhand mehrerer Praxisbeispiele, dass auch Arbeitnehmer mit Einschränkungen gesundheitlicher Art in den Betriebsablauf eingebunden werden können. Eindrucksvoll berichtete er von Mitarbeitern, die eine zweite Chance sinnvoll genutzt haben.

Doch wo bleibt der Fußball? Dieser kam ins Spiel mit den Berichten des Talentscouts von Borussia Dortmund, Christoph Schuhmann. Als Vertreter des Deutschen Meisters wusste er den Vergleich zwischen dem Alltag in Unternehmen und den Maßnahmen des Fußballsports zu ziehen. "Ein Fachkräftemangel besteht im Fußball nicht", weiß er zu berichten. Es gehe aber nicht nur um das Finden von jungen Talenten, welches durch ein aufwändiges Talentmanagement betrieben wird. Auch im Fußball spielen Themen wie Bindung an den Verein, Aufzeigen von Perspektiven und der Umgang mit unterschiedlichen Kulturen sowie Umgang mit

älteren Spielern eine Rolle. Nicht immer bietet der beste Verein die attraktivsten Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung, erzählt Schumann, sodass Spieler mitunter an andere Vereine entliehen werden, um sich zu entwickeln. Gleichzeitig werden aber auch ältere Spieler, 30plus, berücksichtigt durch ein Angebot von beruflichen Perspektiven innerhalb der Vereine. Auch bei kulturellen Unterschieden steht der Verein den Spielern beiseite. Neben der Unterstützung bei sprachlichen Barrieren gibt es Hilfestellung bei der sozial-familiären Integration.

Das Spielfeld der Fachkräftesicherung wurde dann mit einem kleinen Imbiss verlassen. Bei Stadionwurst und weiterer Stadionführung hatten die Gäste abschließend die Gelegenheit, mit den Referenten und untereinander ins Gespräch zu kommen.