3. Klimaschutzkonferenz im Wirtschaftsraum Augsburg A³

(PresseBox) (Augsburg, ) Drei Jahre ist es her, dass die Gebietskörperschaften im Wirtschaftsraum Augsburg gemeinsam ein regionales Klimaschutzkonzept auf den Weg gebracht haben. Nun wurde eine erste Bilanz gezogen: Die 3. Regionale Klimaschutzkonferenz gab am 16.07.2014 Auskunft, was in der Zwischenzeit in Sachen Klimaschutz passiert ist. 120 Teilnehmer kamen dazu ins Bayerische Landesamt für Umwelt. Neben einem spannenden Podiumsgespräch und zwei Vorträgen konnten die Teilnehmer auch im Rahmen von sechs Workshops einzelne Themenbereiche vertiefen. Eingeladen hatten die Stadt Augsburg, der Landkreis Augsburg und der Landkreis Aichach-Friedberg mit Unterstützung durch die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH.

Warum ist das Klimaschutzkonzept im Wirtschaftsraum einzigartig und was ist seit der Erarbeitung vor 3 Jahren umgesetzt worden? Diese Fragen wurden im Rahmen des Podiumsgesprächs diskutiert. Vertreter des Podiums waren Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg, Charlotte Martin-Stadler, Fachkraft Klimaschutz im Landkreis Aichach-Friedberg, Reiner Erben, Umweltreferent der Stadt Augsburg, Nina Hehn, KlimaKom eG Kommunalberatung, Thomas Nieborowsky, Geschäftsführer KUMAS Umweltkompetenzzentrum Umwelt e. V. sowie Ulrich Hach, Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.

Nach der Podiumsdiskussion gab Daniel Willeke vom Deutschen Institut für Urbanistik einen Einblick, wie Kommunen das Thema Klimaschutz angehen können und welche Unterstützung dazu die Bundesregierung an die Hand gibt. Hans Peter Koch, Leiter der Abteilung Klimaschutz des Umweltamts der Stadt Augsburg, gab im Anschluss einen Einblick in konkrete Klimaprojekte der Region, in deren Rahmen auch die im Klimaschutzkonzept verabschiedeten Leitprojekte umgesetzt werden. Mit insgesamt 20 vorgestellten Projekten konnte nur ein Teil dessen gezeigt werden, was in den letzten Jahren im Bereich Klimaschutz angegangen wurde: "Wir freuen uns, dass in der Region so vielseitige Aktivitäten von so verschiedenen Seiten initiiert und umgesetzt werden", resümierte Hans Peter Koch bei seiner Vorstellung. Von der energetischen Sanierung des Gymnasiums Königsbrunn über eine Windkraftanlage bei Meitingen bis hin zu einem virtuellen Kraftwerk der Stadtwerke Augsburg Energie GmbH, in dem einzelne Blockheizkraftwerke in Mehrfamilienhäusern zu einem Kraftwerk zusammengeschlossen werden, reichten die vorgestellten Projekte. Mit diesen Eindrücken ging dann nach einer Pause die Arbeit an den sechs Thementischen Quartiersbezogene Sanierungsinitiative, Runder Tisch Wirtschaft, Bürgerwindkraftanlagen und Energiekreuz A³, Solaroffensive A³, Virtuelles Schwarmkraftwerk sowie einem offenen Projektaustausch weiter. Hier wurden konkrete Herausforderungen und Umsetzungsstrategien erarbeitet.

Der Gastgeber Christian Tausch vom Bayerischen Landesamt für Umwelt gab im Rahmen seines Grußworts auch gleich ein passendes Fazit für die Veranstaltung mit: "Der Bericht des IPPC und das hier entwickelte regionale Klimaschutzkonzept sind eine wichtige Grundlage, um den Klimawandel zu gestalten und die Folgen der Klimaveränderung zu begrenzen. Dank der guten Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen und Netzwerke im Wirtschaftsraum Augsburg sind wir ein guten Stück vorangekommen. Unsere gemeinsamen Bemühungen um Klimaschutz und Energiewende auf regionaler Ebene müssen wir auch künftig ambitioniert vorantreiben."

Die Ergebnisse der Klimaschutzkonferenz werden in einer Ergebnisdokumentation zusammengefasst und stehen demnächst unter www.klimaschutz-A3.de zur Einsicht bereit.

Über das regionale Klimaschutzkonzept:

Das regionale Klimaschutzkonzept wurde 2011 erarbeitet. Es enthält eine fundierte Datengrundlage zu CO2-Emissionen und Energieverbräuchen und zeigt Stellschrauben auf, mit denen Energie eingespart und die Nutzung von erneuerbaren Energien erhöht werden kann. Insgesamt 23 Leitprojekte wurden zu diesem Zweck erarbeitet, die durch ihren Modellcharakter in allen drei Gebietskörperschaften umgesetzt werden könnten.

Ausgezeichnet hat diesen Prozess neben dem regionalen Fokus auch der breite Einbezug von Akteuren aus der Region. Insgesamt wurden über 600 Akteure aktiv eingebunden. Der knapp 300 Seiten starke Endbericht, der von der Ausgangssituation, über Potentiale und mögliche Szenarien bis hin zu einem konkreten Handlungskonzept eine umfassende Darstellung bietet, wird als Leitfaden für die Region in Sachen Klima und Energie herangezogen.

Anlage: Statements von den Teilnehmern des Podiumsgesprächs:

Martin Sailer, Landrat des Landkreises Augsburg:
"Die Zusammenarbeit der drei Gebietskörperschaften im Bereich des Klimaschutzes empfinde ich als sehr gut. Mit der Einrichtung der Regionalen Energieagentur Augsburg haben wir gemeinsam ein wichtiges Leitprojekt des regionalen Klimaschutzkonzeptes umgesetzt."

Reiner Erben, Umweltreferent der Stadt Augsburg:
"Großstädte müssen handeln! Toll, dass Kompetenz und bürgerschaftliches Engagement bei uns so gut zusammenspielen. Als Region müssen wir die Umsetzung des regionalen Klimaschutzkonzeptes weiter vorantreiben."

Charlotte Martin-Stadler, Fachkraft Klimaschutz im Landkreis Aichach-Friedberg:
"Das Thema Klimaschutz ist wichtiger denn je, das zeigt auch die heutige große Beteiligung an der Veranstaltung. Bereits vor 3 Jahren beteiligten sich über 600 Akteure an der Erstellung des regionalen Klimaschutzkonzeptes und weiter an der Umsetzung. Die Klimaschutzkonferenz bilanziert die bereits umgesetzten Projekte und legt den Grundstein für weitere gemeinsame Aktivitäten um die gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen."

Thomas Nieborowsky, Geschäftsführer KUMAS Umweltkompetenzzentrum Umwelt e. V.:
"Um den Klimaschutz auf regionaler Ebene weiter voran zu bringen, müssen wir unsere Vorstellungen von der Richtung, in die wir gemeinsam gehen wollen, abgleichen. Zudem müssen Ziele realistisch formuliert werden und wir brauchen eine zentrale Koordinierungsstelle, die von allen relevanten Einrichtungen akzeptiert wird."

Nina Hehn, KlimaKom e.G.:
"Der Wirtschaftsraum Augsburg hat schon jetzt einer schlagkräftige Truppe für die Umsetzung des Regionalen Klimaschutzkonzeptes: die Klimaschutzbeauftragten der Gebietskörperschaften, die Regionale Energieagentur Augsburg, in deren Trägerverein rund 30 Mitglieder vernetzt sind und künftig vielleicht noch einen Klimaschutzmanager, der weitere Leitprojekte des Konzeptes umsetzen soll."

Ulrich Hach, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie:
"Die Herausforderung bei der Erreichung der Klimaschutz- und Energieziele sind die gleichzeitige Gewährleistung der Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit von Energie. Die Kommunen und Regionen haben hierbei vielfältige Aufgaben. Das Ministerium unterstützt sie durch Förderungen, Planungshilfen und Informationen."

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