Sozialplan für Q.CELLS vereinbart

Bitterfeld-Wolfen, (PresseBox) - Insolvenzverwalter und Betriebsrat der Q-Cells SE haben sich nach rund zweiwöchigen Verhandlungen auf einen Sozialplan geeinigt. Ergebnis: Die zu kündigenden Mitarbeiter können zum 1. Oktober in eine Transfergesellschaft wechseln oder erhalten eine Abfindung. Dabei wird die Zahl der Kündigungen deutlich unter den bisherigen Erwartungen liegen. 80 % Prozent der Arbeitsplätze bleiben damit erhalten.

Statt - wie Ende August angekündigt - rund 1.250 Mitarbeiter will die Hanwha Gruppe über 1.300 der Q-Cells-Beschäftigten übernehmen, um den Geschäftsbetrieb erfolgreich weiterführen zu können. Das bedeutet konkret, dass statt 271 Mitarbeitern nun 199 Beschäftigte ausscheiden. Für diese sieht der Sozialplan umfangreiche Angebote vor, die deutlich über dem liegen, was sonst bei Insolvenzverfahren möglich ist. Die Mitarbeiter haben dabei die Wahl zwischen dem Wechsel in eine Transfergesellschaft oder einem Aufhebungsvertrag.

'Angesichts der Umstände ist das ein wirklich gutes Ergebnis', betonte Insolvenzverwalter Henning Schorisch nach Abschluss der Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Insolvenzverwaltung und Betriebsrat haben heute die Mitarbeiter im Detail über den Sozialplan und die weiteren Schritte informiert.

Die Transfergesellschaft nimmt zum 1. Oktober 2012 ihre Tätigkeit auf. Mitarbeiter, die sich für einen Wechsel in diese Gesellschaft entscheiden, werden dort für zehn Monate mit Weiterbildungsmaßnahmen sowie bei Stellensuche und Bewerbung unterstützt. Die Mitarbeiter erhalten dabei 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens, maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der Lohnausgleich liegt damit deutlich über den üblichen Sätzen von 60% (ohne Kinder) bzw. 67% Prozent (mit Kindern). Zusätzlich wird bei Eintritt in die Transfergesellschaft eine einmalige Prämie in Höhe eines Bruttomonatsentgelts gezahlt.

Mitarbeiter, die sich für einen Aufhebungsvertrag entscheiden, werden bis zum Ende der Kündigungsfrist (in der Insolvenz maximal drei Monate bis zum Monatsende) normal weiterbezahlt. Zusätzlich erhalten sie eine einmalige Prämie in Höhe eines Bruttomonatsentgelts, außerdem eine Abfindung nach den Regelungen des Sozialplans.

Insolvenzverwalter Henning Schorisch hatte den Geschäftsbetrieb der Q-Cells SE Ende August an den südkoreanischen Mischkonzern Hanwha verkauft. Mit der Übernahme von Q.CELLS plant Hanwha, seine Position als eines der weltweit führenden Unternehmen der Photovoltaik-Branche auszubauen. Hanwha gehört zu den größten südkoreanischen Konzernen mit einem Umsatz von 31,6 Mrd. US-Dollar (2011). Das Unternehmen ist u.a. in den Branchen Chemie, Versicherungen, Banken, Maschinenbau, Pharma und Bau tätig und beispielsweise mit dem chinesischen Tochterunternehmen Hanwha SolarOne bereits in der Photovoltaik engagiert. Die Q-Cells SE hatte am 3. April 2012 Insolvenz angemeldet, nachdem der in den Monaten davor angestrebten Finanzrestrukturierung durch eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt die rechtliche Grundlage entzogen worden war.

Hanwha Q CELLS GmbH

Die Q-Cells SE zählt zu den führenden Photovoltaikunternehmen weltweit. Das umfangreiche Produktportfolio reicht von Solarzellen und Modulen bis hin zu kompletten Photovoltaik-Systemen. Q-Cells entwickelt und produziert seine Produkte am Konzernsitz in Bitterfeld-Wolfen, Deutschland und vermarktet sie über ein weltweites Vertriebsnetz. Eine zweite Produktionsstätte befindet sich in Malaysia. Über 200 Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten bei Q-Cells daran, die Technologie zügig weiterzuentwickeln, um das Ziel des Unternehmens zu erreichen: die Kosten der Photovoltaik schnell und dauerhaft zu senken und die Technologie wettbewerbsfähig zu machen. Die enge Verzahnung von Forschung, Entwicklung und Produktion ermöglicht Q-Cells, Innovationen schnellstmöglich in die Massenfertigung zu überführen und damit eine technologische Spitzenstellung in der Photovoltaikbranche zu übernehmen. Die Q-Cells SE ist im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert (QCE; WKN 555866).

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