Payment-Branche nicht auf anstehende PSD2-Richtlinie vorbereitet

Unternehmen besorgt, Kundendaten gegenüber Drittanbietern zu öffnen und fürchten höhere Anfälligkeit für Datenmissbrauch

München, (PresseBox) - Eine aktuelle Umfrage von Ping Identity zeigt, dass nicht einmal ein Viertel der Payment-Service-Provider (PSP) in Deutschland auf die Anforderungen der PSD2-Richtlinie vorbereitet sind. Das überarbeitete Regelwerk erweitert den Einfluss der bisher geltenden Zahlungsdienstleistungsrichtlinie PSD (Payment Services Directive) und soll den europäischen Finanzmarkt modernisieren, vereinheitlichen und gleichzeitig offener gestalten.

Die Studie hat untersucht, wie die Payment-Branche aktuell zur EU-Initiative steht. Das Ergebnis: In den befragten Unternehmen fehlen Schulungen und Verständnis. So gab fast ein Viertel der Befragten an, nicht zu wissen, welche Veränderungen nötig sind, um die Richtlinie zu erfüllen.

Obwohl Payment-Service-Provider verpflichtet sind, sich an die PSD2-Richtlinie zu halten, sind sich nur 16 Prozent der Befragten bewusst, dass diese am 13. Januar 2018 in Kraft tritt. Darüber hinaus sind mehr als die Hälfte unsicher, ob sie die Compliance termingerecht umsetzen können. Lediglich 18 Prozent gaben an, dass sie keine Probleme erwarten.

„Die Studie zeigt, wie beunruhigend unvorbereitet die Branche auf die in Kürze in Kraft tretende PSD2-Richtlinie ist“, kommentiert Phil Allen, Vice President EMEA bei Ping Identity. „In knapp sieben Monaten gibt es hier eindeutig noch viel zu tun, sowohl bei Schulungen als auch bei der Umsetzung. Organisationen sollten die neue Richtlinie nicht einfach als weitere zu erfüllende Vorschrift sehen. Sie sollten sie vielmehr als Gelegenheit begreifen, um sich von der Konkurrenz abzuheben und den Kunden die bestmögliche Erfahrung zu bieten – denn solche Lösungen existieren bereits.“

Finanzmarkt sträubt sich – dabei ist PSD2 eine Chance

Der Schwerpunkt der PSD2-Richtlinie liegt darauf, dass Payment-Anbieter mit Konto-Service ihre offenen APIs freilegen müssen, um Kundendaten für Drittanbieter zu öffnen. Diese können dann auf Bankkonten zugreifen und Informationen abrufen. Nur knapp 20 Prozent der Befragten erwarten hier einen positiven Effekt für ihr sonstiges Geschäft. Fast die Hälfte betrachtet dies als negative Forderung. Jeder zweite Befragte geht davon aus, dass die neue Richtlinie die Kundenerfahrung eher negativ beeinflussen wird.

Es gibt auch Organisationen, die die Umsetzung der neuen Richtlinie nicht als Bedrohung ihrer Geschäfte sehen. Allerdings erwarten 22 Prozent der deutschen Befragten, dass die Betrugsanfälligkeit mit Inkrafttreten der neuen Vorschrift im nächsten Jahr steigen wird – was genau das Gegenteil ist, was die Richtlinie bewirken soll.

„Angesichts der Veränderungen der Branche ist es höchste Zeit für Unternehmen, ihre Sicherheitsprozesse zu optimieren“, führt Phil Allen weiter aus. „Sobald Dritte Zugriff auf Kundendaten und damit Zugang zum eigenen Netzwerk erhalten, wird es anfällig. Wenn Compliance und Implementierung jedoch korrekt umgesetzt werden, kann die neue Zahlungsdienstleistungsrichtlinie den Finanzmarkt, wie wir ihn kennen, verändern und die Kundenerfahrung verbessern – was für die Wirtschaft essentiell ist“, so Allen weiter.

Nur 45 Prozent der Befragten bejahten die Frage, ob ausreichend Informationen zur neuen Richtlinie zur Verfügung stünden. Die Mehrheit (65 Prozent) stimmte hier entweder nicht zu oder war in diesem Punkt unsicher.

Insgesamt wurden 188 Manager und leitende Angestellte von Finanzdienstleistungsorganisationen in Deutschland mit 250 Mitarbeitern oder mehr befragt. Die Umfrage wurde im April 2017 im Auftrag von Ping Identity durch das Marktforschungsunternehmen One Poll durchgeführt.

Ping Identity UK LTD

Identity-Security-Pionier Ping Identity ist einer der größten unabhängigen Dienstleister von modernen Identity-Security-Lösungen. Über 1.400 Unternehmen, darunter die Hälfte der Fortune 100 und führende Unternehmen wie Box, Cisco, GE, Kraft Foods und Walgreens, verlassen sich auf diese Lösungen. Ping Identity schützt mehr als eine Milliarde digitale Identitäten, damit sich Mitarbeiter und Kunden in der digitalen Welt sicher bewegen und so erst deren volles Potenzial nutzen können. Ping Identity bietet Mitarbeitern in Unternehmen sowie deren Kunden und Partnern mit einem Klick sicheren Zugriff auf jede Anwendung von jedem Gerät aus. Weitere Informationen stehen auf http://www.pingidentity.com/... bereit.

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