Schwindlige Höhen

Scheufelen bewahrt Industriewahrzeichen im Lenninger Tal

(PresseBox) ( Lenningen, )
Papierfabrik Scheufelen mit Sitz in Lenningen/Deutschland startet in Kürze notwendige Sanierungsmaßnahmen an ihrem alten Kamin.

Imposant mit seinen 96 Metern Höhe, unübersehbar und längst über die Talgrenze hinaus zum Wahrzeichen erhoben, ist der historische Fabrikschlot der weltweit bekannten Papierfabrik Scheufelen mittler-weile in die Jahre gekommen. Das renommierte Stuttgarter Ingenieur-büro Wyass & Freytag wurde 1934 mit der Planung und anschließen-den Errichtung des Bauwerkes beauftragt. Egal aus welcher Richtung man ins Lenninger Tal fährt, der 1935 erbaute Kamin ist aus allen Per-spektiven schon von Weitem sichtbar und als Wahrzeichen anerkannt eng mit der Bevölkerung verbunden. Brachte doch der einstige indust-rielle Aufbau durch Gründung der Papierfabrik im Jahre 1855 die not-wendige Arbeit und den erhofften Wohlstand in das enge Lenninger Tal.

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte Scheufelen auf techni-sche Innovationen und investierte umfangreich in die Infrastruktur in der gesamten Region. Dazu zählen beispielsweise die Anbindung an das Eisenbahnnetz, die Nutzung der Wasserkraft, Verlegung und Anschluss an das Telefonnetz. Diese lange Tradition verbindet das Unternehmen mit der Bevölkerung und seinen Mitarbeitern.

Rauchende Kamine waren früher ein Synonym für Wohlstand und Fortschritt. Heute stehen - entsprechend der Scheufelen Philosophie -umweltbewusste Energien im Vordergrund. Das alte Kraftwerk wurde mit Steinkohle befeuert, was letztlich die enormen Ausmaße des Ka-mins begründet. Denn mit kontinuierlicher Produktionsausweitung wuchs auch der Bedarf an Energie. Deshalb wurde der Kamin analog zum stetig steigenden Energiebedarf in Schritten ausgebaut und er-reichte zuletzt seine Höhe von 96 Metern. Der Kamin von Scheufelen gehört zur ersten Generation von freistehenden Stahlbeton-Schorn-steinen - übrigens der Erste dieser Art in Baden-Württemberg. Zur Herstellung des konischen Schornsteins wurde eine neue Bautechnik, Kletterschalung mit nach oben verjüngenden, horizontalen Absätzen, realisiert. Den hohen Anforderungen entsprechend besteht der Kamin aus einer äußeren Stahlbetonhülle und innen aus einer Ziegelstein-trommel.

Noch in den 70er Jahren stellte Scheufelen das bisherige Kraftwerk auf den schadstoffarmen Brennstoff Erdgas um. Zur Jahrtausendwende wurde dann 1999 der mächtige Kamin durch die Inbetriebnahme eines modernen hocheffizienten Gaskraftwerks mit neuem Kamin endgültig außer Betrieb genommen.

Wind und Wetter haben Spuren am Wahrzeichen hinterlassen. Gerade weil der Kamin seit 1999 unbeheizt allen Wetterlagen ausgesetzt ist, wurde eine Sanierung erforderlich. Während im unteren Bereich des Schlots die Maßnahmen noch wirtschaftlich vertretbar durchzuführen sind, muss aus Sicherheitsgründen im oberen Bereich eine Teileinkür-zung erfolgen. Stein für Stein wird der Kamin bis etwa 15 Meter unter-halb des Mündungsbereich abgetragen. Die Entsorgung des Baumate-rials wird durch Abwurf in den alten Kamin durchgeführt.

"Wir setzen alles daran, das Industrie-Wahrzeichen im Lenninger Tal zu bewahren. Auch wenn von den 96 Metern die Spitze gekappt wird, verbleiben mit der künftigen Höhe noch stolze 81 Meter," kommentiert der Projektverantwortliche der Papierfabrik Scheufelen, Daniel Scheur-le, die umfangreiche Maßnahme.
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